— 16—
Ottmar Schäfer, geb. den 17. Okt. 1884 in Hechingen(Hohenzollern), besuchte das Kaiser- Friedrich-Gymnasium zu Frankfurt a. M. und studierte an den Universitäten Marburg und Berlin Geschichte, Germanistik, Philosophie, alte Sprachen und Religionswissenschaften. Er bestand die staatl. Prüfung am 2. Dez. 1900 in Marburg. Sein Seminarjahr legte er am Goethegymnasium zu Frankfurt a. M., sein Probejahr am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium mit Realschule zu Bad Hom- burg v. d. H. ab. An derselben Anstalt blieb er bis zum 1. Juli 1913 als wissenschaftl. Hilfslehrer.
Der Anstalt wurde zur Ableistung des Probejahres am 1. April 1913 der bisherige
Seminarkandidat Dr. Taufkirch überwiesen.
Richard Taufkirch, geboren am 29. Juli 1886 zu Frankfurt a. M.-Bockenheim, erwarb das Reifezeugnis Ostern 1905 an der Klinger-Oberrealschule zu Frankfurt a. M. und studierte in Mar- burg und Berlin neuere Sprachen und Erdkunde. Die Oberlehrerprüfung bestand er in Marburg und promovierte dort auch. Dann gehörte er dem pädagogischen Seminar an der Klinger-Ober- realschule zu Frankfurt a. M. an und wurde zur Ableistung seines Probejahres Ostern 1913 der Realschule zu Diez überwiesen. Im Oktober 1913 wurde er zum Oberlehrer an der Oberreal-
schule i. E. zu Remscheid gewählt und tritt mit dem 1. April 1914 diese Stelle an. Der zum 1. Oktober 1913 der Realschule zugeteilte wiss. Hilfslehrer Dr. Weygandt (bisher Biedenkopf) wurde zu Studienzwecken vom Kgl. Provinzial-Schulkollegium bis Ostern
1914 beurlaubt.
2) Beurlaubungen: An einem Fortbildungskursus für Turnlehrer(1.— 20. September) nahm err Oberlehrer Kämpfer teil. Die Vertretung hatte das Kollegium übernommen. Herr
Oberlehrer Kämpfer berichtet über den Kursus:
In den 3 ersten Septemberwochen war ich beurlaubt, um an einem Fortbildungskursus für Turnlehrer an der Königl. Landesturnanstalt in Spandau teilzunehmen. Ich kehrte von dem Kursus sehr befriedigt und mit reicher körperlicher und geistiger Anregung zurück. Die günstige Wit- terung machte es den etwa 100 Teilnehmern des Kursus möglich, sich täglich 3 Stunden im Freien im Geräteturnen, in volkstümlichen Uebungen und im Spiel auszubilden und zu vervollkommnen und auch die prächtige Schwimmgelegenheit in der Havel auszunutzen, Die dort durchweg auch von alten Turnlehrern getragene Turnkleidung: Trikothemd, Kniehose, Turnschuhe, wäre auch für unsere Jugend sehr zweckmässig.
Neben der praktischen Ausbildung hörten die Kursisten in Spandau Vorträge über Methodik des Turnunterrichts, Physiologie und Gerätkunde und hatten mancherlei Gelegenheit, ihre Er- fahrungen beim Unterricht gegenseitig auszutauschen.
3) Gesundheitszustand: Bis auf eine einwöchentliche Erkrankung des Turnlehrers
Jung liess der Gesundheitszustand des Kollegiums nichts zu wünschen übrig.
Schülerangelegenheiten. 1) Bestand: Am 3. April wurden durch Prüfung in die Realschule 20, in die Vorschule 1I Schüler aufgenommen, sodass mit Beginn des Schuljahres 1913/14 die Realschule 132 und die Vorschule 21 Schüler zählt.
2) Unterbringung von auswärtigen Schülern: Im laufenden Schuljahr sind 20 Schüler in Familien in der Stadt untergebracht worden. Es sind stets gute und preiswerte Pensionen in genügender Zahl vorhanden.
3) Gesundheitszustand: Die Gesundheitsverhältnisse waren einwandfrei. Ansteckende Krankheiten sind nur vereinzelt aufgetreten und haben nicht weiter um sich gegriffen.
4) Prüfungen: Im Herbst 1913 wurden 2 Primaner geprüft(Schriftlich am 9.)/10. September, mündlich am 23. September). Zu Ostern 1914 unterzogen sich 23 Schüler der Prüfung(schriftlich am 26./27. Februar und 2./3. März, mündlich am 23. März). Sämtlichen Prüflingen konnte das Schlusszeugnis zuerkannt werden. Vertreter des Kgl. Kommissars war beide Male der Direktor der Anstalt.


