Jahrgang 
1927
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Am 16. Auguſt wurde erſtmals der Gedenktag der Weimarer Verfaſſung gefeiert, wobei

Studienrat Hahn über das Werden der jetzigen Verfaſſung und das Frankfurter Parlament ſprach.

Am 1. März gedachten wir in einer würdevollen Feierſtunde der heldenhaften Betätigung deutſchen Geiſtes im beſetzten Gebiet. Studienrat Clarius gab einen kurzen Ueberblick über die Ge⸗ ſchichte des Rheinlandes und die ſeit 1000 Jahren von den Franzoſen dort betriebene Politik.

Gegen Ende des Schuljahres erkrankte Studienrat Dr. Hartmann an einem hartnäckigen Ohren⸗ und Halsleiden und wurde ſieben Wochen lang durch die Amtsgenoſſen vertreten.

Als neuer Unterrichtsgegenſtand wurde ſeit Oſtern Staatsbürgerkunde in den Lehrplan für II b und Ila eingeſetzt. Um eine Mehrbelaſtung der Schüler zu vermeiden, wurde in lb und lla dem lateiniſchen Unterricht, in den Realabteilungen in II b dem franzöſiſchen, in lla der Mathematik je 1 Stunde genommen. Die dritte Turnſtunde konnte nur in einem Teil der Klaſſen eingeführt werden, da bei den knapp zugemeſſenen Lehrſtellen die einzelnen Herren ohnedies ſchon bis zur Höchſtſtundenzahl belaſtet ſind. Aus dem gleichen Grunde mußte auch von der Einführung der Spielnachmittage abgeſehen werden.

Die im Laufe des Jahres eingetretene Geldentwertung, die eine ungewöhnlich große Vermehrung der Geſchäfte des Rechners mit ſich brachte, machte es notwendig, daß ein beſonderer Beſoldungsrechner in Tätigkeit trat. Studienrat Haas unterzog ſich in uneigennützigſter und dankenswerter Weiſe dieſer außerordentlich arbeitsreichen Aufgabe, wofür ihm an dieſer Stelle beſonderer Dank ausgeſprochen ſei.

Auch in dieſem Jahre mußte die Quinta geteilt werden. Die Unterbringung von nunmehr 12 Klaſſen war nur dadurch möglich, daß auch die Hörſäle für Phyſik und Chemie, der Zeichenſaal und ein Raum des naturwiſſenſchaftlichen Kabinets zum Klaſſenunterricht benutzt wurden und eine Klaſſe dauernd und ſtündlich in freiwerdende Klaſſenzimmer wanderte.

Am Schluß des Schuljahres wurde endlich das Ziel erreicht, das ſeit Gründung der Anſtalt all denen als erſtrebenswertes Endziel vorgeſchwebt hatte, die mit warmer Anteilnahme die Entwicklung der Schule verfolgten. Am 28. März 1924 genehmigte der Landtag die Regierungsvorlage, wonach

b Oſtern die Anſtalt in Dieburg zu einer neunklaſſigen Vollanſtalt ausgebaut werden ſoll. Die letzte Stufe der Entwicklung iſt erreicht, an Oſtern wird die Unterprima angegliedert werden. Allen denen, die unermüdlich auf dieſes Ziel hingearbeitet haben, iſt der Dank weiter Kreiſe der Bevölkerung gewiß. Dank vor Allem auch den Vertretern der Stadtverwaltung, die duuch Uebernahme aller Mehrkoſlen das letzte Hindernis beſeitigt haben.

1924/25.

Der Leiter der nunmehrigen Oberrealſchule i. E. und des Gymnaſiums i. E. Oberſtudiendirektor Krämer wurde mit Wirkung des Dienſtantritts zum Direktor des Gymnaſiums zu Bensheim ernannt.

An ſeine Stelle trat der Unterzeichnete als Studiendirektor, bisher Studienrat an der Oberreal⸗ ſchule am Stadthaus zu Offenbach. Infolge des Wohnungsmangels verſchob ſich der beiderſeitige Dienſt⸗ antritt bis 13. Oktober 1924. Bis zu dieſer Zeit war der Unterzeichnete aushilfsweiſe an den hieſigen Anſtalten beſchäftigt.

An Oſtern 1924 ſchieden aus dem Kollegium aus: Die Aſſeſſoren Paul Bommersheim und Kaiſer. An deren Stellen traten Referendar Dr. Pfaff und Aſſeſſor Dr. Oskar Schneider. Ferner trat neu hinzu Studienaſſeſſor Hch. Grimm. Studienrat Dr. Hartmann mußte infolge ſeiner Er⸗ krankung den Unterricht noch während des ganzen Schuljahres ausſetzen. Er wurde anfangs durch das übrige Lehrperſonal vertreten. Später wurde durch das Landesamt f. d. B. Studienaſſeſſor Dr. Benſel als Vertreter beſtimmt.

An Stelle des evgl. Pfarramtskandidaten Fernges übernahm am 12. Mai 1924 Pfarrer Schrimpf mit ſeinem Pfarramt den ergl. Religionsunterricht an den Anſtalten. Religionslehrer

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