Jahrgang 
1915
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ſtens der Dank ausgeſprochen werden. Große Sorgen hat Gemeinde und Kuratorium um die Schule in den verfloſſenen 25 Jahren getragen. Möge die Schule darum auch von Seiten der Bewohner von Dieburg und Umgegend recht eifrig beſucht und ausgenutzt werden! Dieſe Ausnutzung iſt ſogar lobenswert und abſolut nicht unſozial. Möge beſonders auch in der Schule die Brücke zu den geiſtigen Hochgütern und Schätzen des Alter⸗ tums in den gymnaſialen Fächern nie abgebrochen werden! Dem hochverdienten Rektor der Schule aber zu ſeiner Beförderung zum Direktor wärmſte Gratulation und weitere Erfolge in ſeiner ferneren hieſigen Tätigkeit!

Das Schuljahr 1914/15 begann am 27. April und endigt am 27. März. Durch Allerhöchſte Entſchließung wurde Herr Oberlehrer Max Halm mit Wirkung vom 20. April an das Realgymnaſium zu Mainz verſetzt. Von Herbſt 1892 bis 9. Mai 1896 und ſeit dem 1. Oktober 1902 hat er ſegensreich an unſerer Anſtalt gewirkt. Unſere beſten Wünſche begleiten den treuen Mitarbeiter in ſeinen neuen Wirkungskreis.. Sein Nachfolger wurde Herr Lehramtsaſſeſſor Georg Ploch. Durch Allerhöchſte Entſchließung wurde mit Wirkung vom 20. April Herr Oberlehrer Dr. Johann Friedrich Schwarz, der ſeit Oſtern 1903 mit großem Eifer hier tätig war, an die Oberrealſchule zu Worms verſetzt. An ſeine Stelle trat Herr Ober⸗ lehrer Dr. Adolf Beck. Am 6. Mai eröffnete Herr Lehrer Perſchbacher aus Harreshauſen einen von 12 Schülern beſuchten Unterrichtskurſus in der Stenographie nach Gabelsberger.. Mit dem 25. Mai trat ein neuer Lehrplan für den Zeichenunterricht an den Gymnaſien, Real⸗ gymnaſien, Oberrealſchulen und Realſchulen in Kraft. Wie für alle übrigen Lehrfächer, ſo ſollen auch für das Zeichnen auf Grund des amtlichen Lehrplanes Sonderlehrpläne von den Fachlehrern entworfen, in Sonder⸗ konferenzen feſtgeſtellt und im Geſamtlehrerrat unter dem Geſichtspunkt erörtert werden, ob und wie auch andere Lehrfächer Gelegenheit haben, einerſeits dieſen Zweig des Unterrichtes zu fördern und andrerſeits ſelbſt aus ihm Gewinn zu ziehen.(S. Amtsblatt 2 zu Nr. M. d. J. I. 3329.) Ferner ſoll das Zeichnen fortan in allen Klaſſen, in denen es allgemein verbindliches Unterrichtsfach iſt, bei Feſtſtellung der Semeſtralzeugniſſe wie ein ſ. g. Nebenfach behandelt und bewertet werden. Bei den Zeugniſſen für Abſchluß⸗ und Reifeprüfungen bewendet es vorerſt noch bei dem ſeitherigen Verfahren.(S. Amtsblatt 3 zu Nr. M. d. J. I. 7018.) Durch Allerhöchſte Entſchließung wurde Herrn Oberlehrer Fecher mit Wirkung vom 1. Juni der Charakter als Profeſſor erteilt. Abgeſehen von den monatlichen Klaſſenſpaziergängen in die Umgebung Dieburgs unternahmen wir am 16. Juni den üblichen Tagesausflug. Die Ziele waren für Ila: Gemünden, Würzburg(in zwei Tagen); IIb: Niederwald; Illa: Niederwald; IIIb: Michelſtadt, Erbach; IV: Lichtenberg; V: Nonroder Höhe und Lichtenberg; VI: Einſiedel.

Der Hitze wegen ſchloſſen wir den Unterricht nach der vierten Vormittagsſtunde am 30. Juni und am 1., 2., 3., 13., 14., 15., 20., 21., 22. Juli.

Am 30. Juli und am 10. Februar beehrte Herr Geh. Oberſchulrat Block unſere Anſtalt mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterrichte in mehreren Klaſſen bei.

Unſerer friedlichen Arbeit im Sommerhalbjahr bereitete der Ausbruch des Krieges am 1. Auguſt ein jähes und unerwartetes Ende. Die nachfolgende Ehrentafel zeigt, daß von da an bis heute fünf unſerer Mitarbeiter und unſer Pedell dem Rufe des oberſten Kriegsherrn gefolgt ſind. Ferner meldeten ſich aus der Schülerſchaft 12 Oberſekundaner und 5 Unterſekundaner freiwillig zu den Fahnen. Von den erſteren kehrten Bockelkamp am 12. Oktober und Richard am 30. November aus Geſundheitsrückſichten wieder zu uns zurück.