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und den anderen Herren dankbar ſei, war ſichtlich ſehr eindrucksvoll, und laute Zuſtimmung und lauter Beifall folgte den Worten, in denen der hochwürdige Redner das Gelöbnis niederlegte, Schule und Lehrer unvergeßlich im dankbaren Gedächtnis zu behalten.
Nun kam ein Mann zum Wort, der in den erſten 10 ſchwerſten Jahren die Schule hier leitete, Dr. Seidenberger, jetzt Realſchuldirektor in Gernsheim. Er feierte in ſeinen beglückwünſchenden Worten die Schule als jene hohe Stätte, von der die hohen Güter des Geiſtes hineingeführt werden in alle Verzweigungen des Volkes, und zeigte, wie da durch Anteilnahme aller Stände am höheren Wiſſen dem Volks⸗ ganzen immer wieder neues friſches Blut zugeführt werde.
Herr Rektor Diehl ſprach ſchließlich allen Gratulanten ſeinen Dank aus und ſchob die dabei auf ihn entfallene Ehre zum guten Teil auf das Lehrerkollegium an ſeiner Seite und den Fleiß der Schüler ab. Dabei ſprach er dem Vorſitzenden des Kuratoriums, Herrn Dekan Ebersmann, in lateiniſcher Antwort die herzlichſten Dankesworte aus.
Sie lautete:
Sequitur, ut reverendissimo parocho huius oppidi, viro doctissimo et veritatis amantissimo eadem lingua respondeam, qua scholae nostrae amplissimis verbis gratulatus est. Fuit tempus, cum lingua Latina omnes viri docti uterentur, ut inter se de gravissimis rebus iudicarent. Quod tempus iam dudum practeritt. Sed persuasissimum habeo multos eorum, qui hodie adsunt, gaudere ea ratione dicendi, cum cognoverint, quid roboris sit in lingua Latina, qua iuvenes nostros optime suam linguam discere credo et confido. Recte dixisti, vir humanissime: In rebus nostris gerendis Deus omnipotens adiuvit, adiuverunt multi collegae strenui et im- pigri, adiuverunt haec civitas eiusque praetor, adiuvit etiam illud cenaculum academicum a summo illo episcopo Moguntino conditum, sed noli oblivisci societatis illius, quam vocant curatorium, cui ipse aliquot annos egregie praefuisti. Nam is pons quidam erat, qui a schola ad curiam Dieburgensem vel potius ad aerarium civitatis ferebat et mihi saepe mirabiles utilitates praebuit. Itaque tibi gratias ago quam maximas cum pro laboribus, quos libenter suscepisti, tum quod viginti quinque annis exactis tam honorificum testimonium pro schola nostra dixisti.
Stimmungsvoll, wie ſie eingeleitet worden war, ſchloß die akademiſche Feier mit ein paar wunderſchön geſungenen Chören und künſtleriſch vorgetragenen Muſikſtücken ab.
Bei dem Feſteſſe n, das die Mehrzahl der Feſtgäſte mitſamt dem Lehrerkollegium im„Mainzer Hof“ einte, brachte Herr Kreisrat Dr. Wagner den Toaſt aus auf Se. Kgl. Hoh. den Großherzog, den Förderer jeglicher erſprießlichen Arbeit zum Wohle des Volkes. Herr Abg. Uebel durfte im Namen Dieburgs die Er⸗ innerung an Biſchof Ketteler, den eigentlichen Gründer einer höheren Schule in Dieburg, wachrufen. Er meinte mit Recht, Biſchof Ketteler, der weitausſchauende Mann, werde gewußt haben, warum er gerade Dieburg erkor, um dort eine Koncilktsſchule erſtehen zu laſſen. Leider raffte ſie bald der Sturm weg. Was aber blieb, waren der erwachte Drang nach höherer Bildung und die leerſtehenden Konviktsräume. Biſchof Haffner war es erſt beſchieden„neues Leben aus den Ruinen“ erſtehen zu laſſen. Auch der jetzige Biſchof iſt ſtets ein von hohem Intereſſe erfüllter Förderer der Schule geweſen. Auf ihn klangen die Worte des Redners in einem dreifachen Hoch aus.— Noch manches frohe, dankbare und erinnerungsfreudige Wort wurde geſprochen und aller dabei in gebührender Anerkennung gedacht, aller, die zu feiern die feſtliche Stunde nahelegte.
Der ſpätere Nachmittag war turneriſcher Betätigung gewidmet und führte auch die Mehrzahl der Gäſte hinaus in die intereſſante Allee des Schloßgartens.
Den würdigen Schluß des Tages bildete P. Maurus Carnot's hiſtoriſches Drama„Der letzte Hohen⸗ ſtaufe“ unter der ebenſo kunſtſinnigen als ſchier unermüdlichen Leitung des Herrn Oberlehrers Malſy. Barba⸗ roſſas letzter Erbe, der überall die Herzen gewinnende, letzte, hochgemute Sproſſe des großen Staufenhauſes, und ſein tragiſches Geſchick: Größe des Unglückes, dabei Größe des Charakters, das iſt der Kern der Dichtung, die da vor den Vielen im Saale zu warmem Leben ſich geſtaltete. Wie doch die Schüler der verſchiedenen Klaſſen, alle, alle zum bewegten Bilde und zur abwechſelungsvollen Handlung ſich geſchickt einfügten! Vor allem die Hauptperſonen: Konradin, Karl v. Anjou, der Vater Abt, Friedrich von Oeſterreich, Bruder Gallus, der junge Montfort; man müßte aber ſchon alle nennen, um alle nach Gebühr zu bedenken. Außerordentliche Schwierigkeiten hatte die Regie zu bewältigen durch die verſchiedenſten ſceniſchen Einbauten. Die auf dieſe Weiſe notwendig gewordenen längeren Pauſen füllten einige hilfbereite damen mit ihren Solis und Duetten aus, auch Chorlieder und muſikaliſche Genüſſe kürzten die Zeit. Friſch, elaſtiſch, lautgebietend ragte bis zum Ende des feſtlichen Tagewerkes der Rektor mitten aus ſeinen Gäſten; ſein warmherziger Dank an den umſichtigen Direktor des Feſtabends war wohl am Platze.
Ein ſchönes Feſt, das man gefeiert! Es wird unvergeſſen manchem, der hier ſeine Lernzeit verlebt, im Gedächtnis ſtehen.
Zum Schluſſe noch ein Wort zur Entwickelung der Schule. Die ſeitherige Höhere Bürgerſchule, die der Gemeinde Dieburg gehörte, iſt nunmehr durch die neueſten Kammerbeſchlüſſe in die Hände des heſſiſchen Staates übergegangen. Das Kuratorium, das ſeither zum Teil die finanziellen Sorgen der Schule trug, iſt am Ende ſeiner Tätigkeit. Ihm ſowohl, zumal ſeinem letzten Vorſitzenden, wie auch in gleichem Maße der Gemeinde Dieburg, der die Schule ihr geradezu muſtergültiges Heim verdankt, muß an dieſer Stelle wenig⸗


