Jahrgang 
1913
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VI. Berichtigungen.

Im vorigen Jahresberichte(1911/12) iſt Seite 4, Z. 17 v. o. die Klammer zu ſtreichen. Der 5. Band des Deutſchen Leſebuchs für die höheren Schulen des Großherzogtums Heſſen wird in Ib aus wirtſchaftlichen Gründen erſt Oſtern 1913 eingeführt. Ferner iſt S. 10 Z. 8 v. o. zu leſen 1910/11(nicht 1901/11), S. 14 Z. 26 v. o. Bick(nicht Beck) und Z. 35 v. o. Fuchs(nicht Fuhr).

VII. Zur Geſchichte der Anſtalt.

Das Schuljahr 1912/13 begann am 22. April und endigt am 15. März. Am 7. Mai unternahmen wir den üblichen Tagesausflug. Die Ziele waren für Ila: Niederwald; IIb: Heigenbrücken, Mespelbrunn, Aſchaffenburg; IIla: Reinheim, Michelſtadt, Erbach; IIlb: Hainhaus, Eulbach, Erbach, Michelſtadt; IV: Rückersbacher Schlucht, Dettingen, Seligenſtadt; V: Dreieichenhain; . 3 VI: Schönbuſch, Aſchaffenburg.

Am 17. Mai ſchloß der Unterricht wegen des Flugtags in Darmſtadt nach der vierten Vormittagsſtunde.

Vom 28. Mai bis 8. Juni war Herr Oberlehrer Malſy zu dem bayeriſch⸗heſſiſchen archäologiſchen Anſchauungskurſus beurlaubt.

Der Hitze wegen mußten wir den Unterricht elfmal nach der vierten Vormittagsſtunde ſchließen (am 24. und 29. Juni, ferner am 11., 12., 13., 15., 16., 17., 18., 25. und 27. Juli).

Das Sommerhalbjahr endigte am 10. Auguſt; nach fünfwöchigen Herbſtferien begann der Unterricht wieder am 16. September.

Laut Verfügung Hoher Behörde vom 18. September wurde Herr Lehramtsreferendar Dr. Karl Grüne⸗ wald zur Fortſetzung ſeines Vorbereitungsdienſtes unſerer Anſtalt überwieſen. Er trat am 12. Oktober ſeinen Dienſt an.

Karl Grünewald, geboren am 5. Juni 1889 zu Darmſtadt, beſuchte zunächſt drei Jahre lang die Mittelſchule ſeiner Vaterſtadt und trat dann in das dortige Realgymnaſium über, das er Oſtern 1907 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Nachdem er ſich an den Univerſitäten Gießen und München dem Studium der neueren Sprachen gewidmet hatte (die beiden Münchener Semeſter wurden durch einen vierteljährigen Aufenthalt zu Beſangon unterbrochen), legte er zu Gießen im Juli 1911 die Doktorprüfung und die Staatsprüfung ab. Sein erſtes Vorbereitungsjahr leiſtete er als Lehr⸗ amtsreferendar an der Großh. Liebigs⸗Gberrealſchule zu Darmſtadt ab und meldete ſich dann Herbſt 1912 zur Fortſetzung ſeines Vorbereitungsdienſtes an die Höhere Bürgerſchule zu Dieburg..

Auch im letzten Winter veranſtalteten wir einige populär⸗wiſſenſchaftliche Vorträge. Den Reigen eröffnete am 3. Oktober der Dichter Hans Eſchelbach mit der Wiedergabe prächtiger eigener Schöpfungen. Am 21. November ſprach Herr Oberlehrer Naumann über Erdbeben und Vulkane; ihm folgten am 10. Januar Herr Profeſſor Louvrier aus Charlottenburg mit dem Vortrag franzöſiſcher Gedichte und Proſaſtücke und am 18. Februar Herr Oberarzt Dr. Dannenberger(Hofheim), der den Werdegang und die Intereſſen Japans in politiſcher und kultureller Hinſicht ſchilderte. Dazu kam noch am 4. Dezember ein Liedervortrag des Herrn Hunyady aus Detmold zur Laute und Gitarre.

Laut Verfügung Hoher Behörde vom 21. Oktober ſind auch fernerhin und bis auf weiteres die Abiturienten der Dieburger Gymnaſialoberſekunda ohne Aufnahmeprüfung in die Unterprimen der Gymnaſien aufzunehmen. Nun beſitzt unſere Höhere Bürgerſchule alle Berechtigungen, die ſie als Progymnaſium und Realſchule mit ſieben Klaſſen erhalten konnte. Ob auch noch der Tag kommt, wo unſere Gymnaſiaſten die Reifeprüfung in Dieburg ablegen können, wird die Zukunft lehren.

Am 23. November und am 10. Februar beehrte Herr Geh. Oberſchulrat Block unſere Anſtalt mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei.

Zum 25. November geruhten Se. Kgl. Hoheit der Großherzog dem Unterzeichneten das Ritter⸗ kreuz 1. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen zu verleihen.

Die Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs und Sr. Majeſtät des Kaiſers konnten in dieſem Schuljahre nicht in der üblichen Weiſe gefeiert werden, weil zu dieſer Zeit die Turnhalle, die zugleich als Aula dient, von dem mit großer Heftigkeit auftretenden Hausſchwamm gründlich befreit und mit Zentral⸗ heizung verſehen wurde. Wir mußten uns deshalb darauf beſchränken, in den einzelnen Klaſſen durch die Lehrer des Deutſchen auf die Bedeutung der beiden Tage hinweiſen zu laſſen.