Jahrgang 
1910
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IV. Zur Geſchichte der Anſtalt.

Oſtern 1909 wurden 4 Oberſekundaner nach erfolgreichem Beſuch ihrer Klaſſe entlaſſen(ſ. III C. S. 12).

Die fakultative Abſchlußprüfung der Unterſekunda nach der Ordnung vom 15. Dezember 1899 fand am 26. März unter dem Vorſitz des Herrn Oberſchulrates Block ſtatt, den Herr Profeſſor Ritſert aus Darmſtadt begleitete. Von 17 Prüflingen beſtanden 15(ſ. III C. S. 12). Die mündliche Prüfung wurde Schwind vollſtändig, Falkenbach, Hieronymi, Klöters, Lang, Meilinger, Oeſtemer teilweiſe erlaſſen.

Von den 15 Abiturienten des Jahres 1908 traten 6 in die Unterprima eines Gymnaſiums ein (ſ. Bericht über das Schuljahr 1908/09). Wie viele von ihnen nach zwei Jahren die Reifeprüfung beſtanden haben, kann erſt im nächſten Jahresberichte veröffentlicht werden.

Am Schluſſe des Schuljahres 1908/09 gab der Subrektor des biſchöflichen Konviktes, Herr Dr. Peter Bruder, ſeine Lehrtätigkeit an unſerer Anſtalt auf, um ſich mehr ſeinen geſchichtlichen Studien und dem Internate widmen zu können. Für alles Gute, was er in ſelbſtloſer Weiſe ſeit Oſtern 1891(mit einer Unter⸗ brechung vom 12. Juli 1892 bis Herbſt 1898) aus Liebe zum Lehren unſerer Schule erwieſen hat, ſei ihm auch an dieſer Stelle der herzlichſte Dank geſagt!

Am 1. April wurde Herr Lehramtsreferendar Wilhelm Gundermann zum Lehramtsaſſeſſor ernannt.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 23. April wurden mit Wirkung vom 4. April Herr Profeſſor Heinrich Kinkel an das Progymnaſium und die Realſchule zu Alzey, Herr Oberlehrer Franz Stein an die Realſchule nach Butzbach verſetzt.

Ihre Nachfolger wurden Herr Lehramtsaſſeſſor Karl Naumann und Herr Oberlehrer Friedrich

eickert.

1 Friedrich Feickert, geboren den 12. April 1876 zu Hohenſülzen(Kreis Worms), beſuchte zunächſt die Volks⸗ ſchule ſeines Heimatsdorfes, ſodann das Gymnaſium zu Worms. Nach längerer Unterbrechung des Schulbeſuchs geſund⸗ heitlicher Rückſichten halber trat er ſpäter in das Bensheimer Gymnaſium über. Nach erlangtem Reifezeugnis fand er als Schulverwalter an den höheren Bürgerſchulen zu Vilbel und Wörrſtadt Verwendung. Herbſt 1900 ſchied er aus dem Volksſchuldienſt aus und widmete ſich dem Studium der Mathematik und Naturwiſſenſchaft auf der Landesuniverſität. Oſtern 1904 trat er nach beſtandener Fakultätsprüfung in das pädagogiſche Seminar an dem Realgymnaſium zu Darm⸗ ſtadt ein. Oſtern 1905 wurde er mit der Errichtung und Leitung der Höheren Bürgerſchule zu Reichelsheim i. Od. be⸗ auftragt. Oſtern 1906 wurde er zum Lehramtsaſſeſſor und Oſtern 1908 zum Oberlehrer an dieſer Anſtalt ernannt, an der er bis zu ſeiner Verſetzung nach Dieburg verblieb.

Karl Naumann, geboren am 12. Februar 1882 zu Gießen, beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und beſtand daſelbſt die Reifeprüfung am 7. März 1901. Nach einer Reiſe ins Ausland widmete er ſich von November 1901 an dem Studium der Naturwiſſenſchaften an der Univerſität Gießen, wo er Frühjahr 1905 die Fiaatsprüfung beſtand. Nach dem Probejahr am pädagogiſchen Seminar zu Gießen war er vorübergehend am Gymnaſium zu Worms, von Oſtern 1907 an zwei Jahre lang an der Oberrealſchule zu Worms tätig.

Vom 15. April bis 10. Juni war Herr Lehramtsaſſeſſor Rodrian zu einer militäriſchen Pflicht⸗ übung beim Infanterie⸗Regiment Nr. 115 zu Darmſtadt eingezogen. Während dieſer Zeit vertrat ihn Herr Lehramtsreferendar Ludwig Poepperling, der ſofort am Gymnaſium zu Laubach weitere Verwendung fand.

Ludwig Poepperling iſt geboren zu Mainz am 14. Januar 1885. Er beſuchte die Progymnaſien zu Bingen und Alzey und beſtand die Reifeprüfung am Oſtergymnaſium zu Mainz Oſtern 1903. Die Fakultätsprüfung legte er zu Gießen Herbſt 1907 ab. Darauf gehörte er ein Jahr lang dem dädagogiſchen Seminar am Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt an und ſetzte dann ſeine Vorbereitungszeit am Progymnaſium und der Realſchule zu Alzey bis Oſtern 1909 fort.

Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 17. April wurde Herr Religionslehrer Adalbert Fecher endgültig angeſtellt.

Das neue Schuljahr, in dem mit Genehmigung Hoher Behörde, ſoweit wie möglich, der Vormittags⸗ unterricht durchgeführt wurde, begann am 26. April und endigt am 19. März.

Am 8. Mai wohnten die Schüler der vier oberſten Klaſſen einer Aufführung desWilhelm Tell im Darmſtädter Hoftheater bei.

Am 21. Mai veranſtaltete die hieſige Ortsgruppe des Deutſchen Flottenvereins eine kinematographiſche Vorſtellung imWeißen Roß, die alle Klaſſen beſuchten.

Am 17. Juni unternahmen wir den üblichen Tagesausflug. Die Ziele waren für

Ila und IIb: Niederwald; IIlla: Felsberg, Neunkircher Höhe; IIb: Neunkircher Höhe; IV: Eberſtadt, Frankenſtein, Melibokus, Zwingenberg; V: Oberwaldhaus, Darmſtadt; VI: Rückersbacher Schlucht, Johannesberg, Aſchaffenburg.