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Durch Allerhöchſte Entſchließung wurde mit Wirkung vom 16. April Herr Oberlehrer Karl Rouge, der ſechs Jahre hier wirkte, an die Realſchule zu Michelſtadt verſetzt. Sein Nachfolger wurde Herr Ober⸗ lehrer Jakob Malſy.
Jakob Malſy, geboren am 21. Februar 1875 zu Seligenſtadt a. M., beſuchte zunächſt die Volks⸗ ſchule und das Progymnaſium ſeiner Vaterſtadt, ſodann das Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium zu Darmſtadt. Mit dem Reifezeugnis dieſer Anſtalt verſehen, widmete er ſich in Gießen dem Studium der klaſſiſchen Philologie. Nach beſtandener Staatsprüfung genügte er ſeiner Militärpflicht und gehörte dann dem pädagogiſchen Seminar am Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt an. Sodann fand er als Akzeſſiſt vorübergehend Beſchäftigung am Gymnaſium zu Offenbach und Verwendung an der Realſchule zu Michelſtadt i. O., wo er zum Lehramts⸗ Aſſeſſor und Oſtern 1906 zum Oberlehrer ernannt wurde. Dort blieb er bis zu ſeiner Verſetzung nach Dieburg.
Durch Verfügung Hoher Behörde wurde Herr Lehramts⸗Referendar Jakob Berg, der den beur⸗ laubten Herrn Oberlehrer Rouge vom 4. Dezember 1907 bis zum Schluſſe des Schuljahres vertrat, während der Oſterferien an die Ober⸗Realſchule zu Offenbach berufen.
Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 28. April wurde mit Wirkung vom 1. Mai Herr Profeſſor Wilhelm Engelhardt, Rektor des biſchöflichen Konvikts, auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung ſeiner treuen Dienſte in den wohlverdienten Ruheſtand verſetzt und mit dem Ritterkreuz erſter Klaſſe des Verdienſt⸗ ordens Philipps des Großmütigen ausgezeichnet. Mit größtem Pflichteifer hat Herr Profeſſor Engelhardt, wenn auch die Leitung des Konvikts hohe Anforderungen an ihn ſtellte, 19 Jahre lang ſeine beſte Kraft in den Dienſt unſerer Schule geſtellt und unverdroſſen an ihrem Ausbau mitgearbeitet. Möge es ihm vergönnt ſein, viele Jahre in ungetrübter Friſche des Geiſtes und des Körpers ſeinen Ruheſtand zu genießen zum Segen ſeiner Zöglinge, denen er auch weiterhin ein liebevoller Erzieher ſein will!
Den katholiſchen Religionsunterricht übernahm Herr Adalbert Fecher, ſeither biſchöflicher Sekretär zu Mainz.
Adalbert Fecher, geboren am 29. Oktober 1876 zu Seligenſtadt a. M., beſuchte vom 12. Jahre ab das Progymnaſium ſeiner Vaterſtadt und dann das Gymnaſium zu Mainz, das er Oſtern 1897 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Alsdann widmete er ſich dem Studium der Theologie im biſchöflichen Seminar zu Mainz und wurde am 27. April 1901 zum Prieſter geweiht. Zunächſt fand er vom 1. Mai bis 10. Juni 1901 als Kaplan in Gau⸗Algesheim, von da an bis zum 4. Januar 1904 als Subrektor des Konvikts zu Bensheim Verwendung. Nachdem er vom 4. Januar bis 17. März 1904 nochmals als Kaplan in Gernsheim tätig war, wurde er zum biſchöflichen Sekretär ernannt und verblieb in dieſer Stellung, bis er am 1. Mai 1908 mit der Erteilung des Religionsunterrichtes an der hieſigen Anſtalt betraut wurde.
Durch Verfügung Hoher Behörde vom 7. April verblieb Herr Lehramts⸗Referendar Wilhelm Gundermann, der am 10. Februar den frendſprachlichen Unterricht des erkrankten Herrn Profeſſors Engel⸗ hardt übernommen hatte, an unſerer Anſtalt.
Laut Verfügung Hoher Behörde vom 11. April wurde Herr Schulverwalter Karl Germann, der ſeit 15. Juli 1900 hier tätig iſt, mit Wirkung vom Beginn des Schuljahres 1908/09 endgültig angeſtellt.
Das neue Schuljahr begann am 4. Mai und endigt am 3. April.
Mit Genehmigung Hoher Behörde vom 2. April wurde die Zahl der wöchentlichen Lehrſtunden verringert(ſ. S. 8) und der nunmehr in Quinta beginnende Zeichenunterricht auf beide Schulgattungen ausgedehnt.
Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 27. Mai wurde Herrn Oberlehrer Heinrich Kinkel zum 1. Juni der Charakter als Profeſſor erteilt.
Der großen Hitze wegen wurde der Unterricht zehnmal nach der vierten Vormittagsſtunde geſchloſſen (am 1., 2., 3., 4., 5., 16., 19., 20. Juni, am 28. und 31. Juli).
Durch Verfügung Hoher Behörde vom 9. Juni wurde Herr Lehramts⸗Referendar Jakob Beck zur Fortſetzung ſeines Vorbereitungsdienſtes der hieſigen Anſtalt zugewieſen, fand aber ſchon am 16. Juni Verwendung an dem Realgymnaſium und der Ober⸗Realſchule zu Gießen.
Am 23. Juni unternahmen wir den üblichen Tagesausflug. Die Ziele waren für:
Sexta: Lichtenberg;
Quinta: König, Eulbach, Erbach, Michelſtadt.
Quarta: Rückersbacher Schlucht, Johannesberg, Aſchaffenburg. Untertertia: Höchſt, Hainhaus, Klingenberg, Wörth.
Obertertia: Frankenſtein, Jugenheim.
Unterſekunda: Wiesthal, Lichtenau, Rothenfels. Oberſekunda: Michelſtadt, Eulbach, Miltenberg.
Am 3. Auguſt beſichtigten Herr Geheimer Oberſchulrat Nodnagel und Herr Geheimer Oberbaurat Klingelhöffer mit Herrn Bürgermeiſter Krausmann, Herrn Baurat Theiß und dem Unterzeichneten den Neubau. Unüberwindlicher Hinderniſſe wegen mußte die Einweihung vom 6. Auguſt auf den Beginn des Winterhalbjahres verſchoben werden. An dem zuerſt feſtgeſetzten Termine erſchien die dem Jahresberichte beigegebene Feſtſchrift, die die Geſchichte Dieburgs von den älteſten Zeiten bis zur Gegen⸗


