Jahrgang 
1929
Einzelbild herunterladen

III. Geſchichte der Anſtalt

Schuljahr 1917/18

Mit Beginn des Schuljahres bezieht die Schule, die wegen Kohlenknappheit im Winter 1916/17 in der Mittelſchule in der Hermannsſtraße zu Gaſt war, wieder das eigene Gebäude. Die Lehrerin Emilie Hoos, ſeither in Büdingen, wird am 15. April an unſere

Anſtalt verſetzt. Am 15. April ſtirbt die frühere Lehrerin unſerer Schule, Joſephine

Watzinger; am 11. Februar 1918 die Lehrerin i. R. Anna Textor. Prof. Kunkel tritt am 1. Mai als Feldgeiſtlicher in den Heeresdienſt; die Stadtpfarrer und Pfarraſſiſtenten über⸗ nehmen ſeinen Unterricht. Am 19. Mai wird Prof. Sandmann aus dem Heeresdienſt entlaſſen. Am 14. Juli nimmt der Direktor, der bis dahin beurlaubt war, ſeinen Dienſt wieder auf. Sein Stellvertreter war Prof. Vogt. Die Schulverwalterin Karola Weber ſcheidet aus. Die Helferinnenkolonnen der Oberklaſſen wirken mit bei der Feldarbeit. Bei der Reformationsfeier am 1. November in der Pauluskirche hält Lic. Frick die Feſt⸗ rede. Im Winter mußte der Unterrichtsbetrieb wegen Kohlenmangels eingeſchränkt werden. In den Handarbeitsſtunden arbeiten die Schülerinnen für die Hausfrauen, die in der Kriegsinduſtrie und anderwärts voll beſchäftigt ſind. Für 34 Kinder, meiſt Krieger⸗ kinder, wird der Weihnachtstiſch gedeckt. Am 10. März 1918 findet ein Konzert des

Schülerinnenorcheſters in Groß⸗Gerau zum Beſten der Kriegsfürſorge ſtatt.

Schuljahr 1918/19

Von September 1918 bis Oſtern 1919 iſt der Direktor Dr. Otto erkrankt, er wird vertreten durch Prof. Vogt. Infolge der Grippe⸗Epidemie iſt die Schule vom 17. Oktober bis 11. November geſchloſſen. Prof. Kunz, der ſich ſeit Kriegsbeginn zur Verfügung geſtellt hatte, ſcheidet im November aus. Am 1. Dezember tritt Lehramtsaſſeſſor Guſtav Buſch ein. Am 1. Januar kehren Profeſſor Kunkel, Oberlehrer Dreſcher und Lehramts⸗ aſſeſſor von der Schmitt aus dem Heeresdienſt zurück und übernehmen ihren Unterricht. Die Hilfskräfte Frl. Koch, Frl. Hoffmann, Prof. D. Matthes, Pfarrer D. Waitz, Vogel und Dr. Vollrath ſcheiden aus. Die Schule beteiligt ſich am Sammeln von Laubheu, der Erlös von 600 Mk. ſoll für eine Gedenktafel für unſere gefallenen Lehrer verwandt werden. In den Handarbeitsſtunden wird fleißig für die Kriegsfürſorge gearbeitet.

Schuljahr 1919/20

Mit Einführung der Einheitsſchule fallen nach und nach die drei unterſten Klaſſen der Viktoriaſchule weg, an Oſtern 1919 die X., Oſtern 1920 die IX., Oſtern 1921 die VIII. Für die Unterweiſung unſerer Seminariſtinnen wird unſerer Anſtalt eine Seminar⸗Ubungs⸗ ſchule angegliedert, beſtehend aus drei Volksſchulklaſſen unter Leitung des Direktors. Am 20. April nimmt der Direktor den Dienſt nach ſeiner Erkrankung wieder auf. Mit Beginn des Schuljahres wird Lehramtsaſſeſſor von der Schmitt an die hieſige Ludwigs⸗ Oberrealſchule verſetzt, dafür wird uns Lehramtsaſſeſſor Finkenwirth überwieſen. Lehr⸗ amtsaſſeſſor Guſtav Buſch wird am 1. Oktober als Oberlehrer angeſtellt. Bei dem Feſt⸗ akt am 4. Oktober zum Gedächtnis der Gefallenen in der Pauluskirche hält Prof. Kunkel die Anſprache. Im Winter tritt eine Beſchränkung des Schulbetriebs infolge Kohlen⸗ mangels ein. Der Unterricht im Hauptgebäude wird eingeſtellt und nur das kleine Haus

20