Prüfungen
Herbſt 1927 wurden uns 3 Schülerinnen der Odenwaldſchule zu Oberhambach zur Reifeprüfung für Nichtſchülerinnen überwieſen. Die ſchriftliche Prüfung fand vom 29. Auguſt bis 2. September ſtatt, die mündliche unter dem Vorſitz des Herrn Staatsrat Block am 15. September. Die 3 Prüflinge beſtanden.— Die Ergänzungsprüfung zur Reifeprüfung legte am 2. und 12. September Frl. Uhrig ab.— Zur Reifeprüfung Oſtern 1928 wurden ſämtliche Schülerinnen der beiden Oberprimen zugelaſſen. Die ſchriftliche Prüfung wurde in der Woche vom 30. Januar bis 4. Februar abgehalten, die mündliche Reifeprüfung für die Oberprima 1 am 2. März, für Oberprima 2 am 3. März. Mit dem Vorſitz war bei beiden Prüfungen der Direktor beauftragt. Alle Schülerinnen wurden für beſtanden erklärt. Der Prüfungsausſchuß erkannte Frl. Elſa Walbinger in Oberprima 1, Frl. Giſela Prager und Frl. Erika Stanſcheck in Oberprima 2 je ein Prämium zu. 2 Prüflinge, worunter eine Schülerin der Odenwaldſchule zu Oberhambach, unterzogen ſich der Reifeprüfung für Nicht— ſchülerinnen in der Zeit vom 20. bis 24. Februar dem ſchriftlichen Teil der Prüfung, dem mündlichen am 5. März. Auch ſie beſtanden beide. Den Vorſitz bei der Prüfung führte der Direktor. Die feierliche Entlaſſung der Oberprimanerinnen fand am 8. März ſtatt.— In dieſem Jahre hielten wir die letzte Schlußprüfung der Anwärterinnen für das höhere Lehrfach an unſerer Anſtalt ab. Insgeſamt hatten ſich 22 Damen gemeldet, am 19. und 20. März wurden ſie ſchriftlich, am 21. März mündlich geprüft. An dieſem Tage führte Herr Staats— rat Block den Vorſitz. Die Damen wurden alle für beſtanden erklärt.
Schulfeiern und Elternabende
Am 24. Juni begingen wir unſeren Jugendtag in der üblichen Weiſe im Walde. Studienrat Buſch hielt die Anſprache; um die Vorbereitung des muſikaliſchen Teiles der Feier, die Einübung der kleinen Aufführungen und Tänze hatten ſich Frl. Walther und Frl. Veith verdient gemacht. Darnach ſpielten die Kinder klaſſenweiſe für ſich.— Bei der Verfaſſungsfeier am 18. Auguſt ſprach Frl. Dr. Schudt über die Paulskirche und die Ver⸗ faſſung von 1848 als der Vorläuferin der Verfaſſung von 1919.— Am 15. Oktober ver⸗ einigte ſich die Schule in der Turnhalle, um des 80. Geburtstages des Reichspräſidenten von Hindenburg zu gedenken. Der Direktor würdigte in ſeiner Anſprache die Verdienſte, die Hindenburg ſich als Menſch und als Führer in ſchwerſter Zeit um das deutſche Volk erworben hat.— Am 19. November fand vor der Gedenktafel in der Wandelhalle die Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg Gefallenen ſtatt. Frl. Seip ſprach zu den Schülerinnen der Klaſſen VI bis III; für die Klaſſen II bis OII hielt Studienrat Schuchmann die Anſprache.— In der Feier, die die Schule am 28. Januar aus Anlaß des 75. Geburtstages des erſten heſſiſchen Staatspräſidenten Ulrich veranſtaltete, ſchilderte Dr. Zimmermann deſſen Werdegang und Bedeutung für den Wiederaufbau des Reiches.— Für den 9. Februar hatten wir die Eltern unſerer Schülerinnen aus den Klaſſen IIa bis ſc zu einem Elternabend gebeten, bei dem der Direktor über die Ausgeſtaltung der Unterſekunden als Durchgangs⸗ und Abſchluß⸗ klaſſen ſprach.— In der letzten Schulwoche veranſtaltete die Schule in der Turnhalle ein Konzert. Im Anſchluß daran fand die Entlaſſung der ſcheidenden Schülerinnen ſtatt. Für die Angehörigen unſerer Schülerinnen wurde das Konzert abends wiederholt.
16


