Jahrgang 
1907
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F. Sur Geſchichte der Antult.

Das Schuljahr begann am 25. April 1906 und ſchließt am 20. März 1907.

Mit Beginn des neuen Schuljahres trat Herr Oberlehrer Noack, der von Ende Januar wegen Krankheit beurlaubt war, wieder in den Dienſt ein. Leider mußte er ſchon mit Beginn der Sommerferien von neuem ſich beurlauben laſſen; der zunächſt bis zum 1. Oktober bewilligte Urlaub mußte dann bis zum 31. Dezember verlängert werden. Mit ſeiner Vertretung war auch diesmal Herr Lehramtsaſſeſſor Schaffnit beauftragt. Vom 1. Oktober ab wollte Herr Schaffnit ſeiner Militärpflicht genügen, wurde aber bald für militärfrei erklärt; da ſich jedoch ſeine Entlaſſung vom Militär bis zum 20. Oktober verzögerte, ſo mußte er ſelbſt vom 9. bis 20. Oktober von Herrn Lehramtsreferendar Dr. Vetter vertreten werden. Aus Geſundheits⸗ rückſichten hatte Herr Oberlehrer Noack um Verſetzung nach einem kleineren Orte gebeten. Durch Allerhöchſtes Dekret vom 29. Dezember wurde er darum an die Realſchule zu Gernsheim zu⸗ rückverſetzt mit Wirkung vom 1. Januar 1907.

Mit Wirkung vom gleichen Tage wurde Herr Oberlehrer Ploch von der Realſchule zu Alsfeld durch Allerhöchſte Entſchließung zu ſeinem Nachfolger ernannt.

Herr Lehramtsaſſeſſor Schaffnit blieb nach Beendigung der Vertretung als Volontär weiter an der Anſtalt.

Nach einer erſprießlichen Tätigkeit von etwas mehr als 2 Jahren ſchied Fräulein Nau am 1. Oktober wegen ihrer Verheiratung aus dem Lehrkörper aus. Durch Verfügung Groß⸗ herzoglichen Miniſteriums wurde Fräulein Marie Bender von Darmſtadt zu ihrer Nachfolgerin ernannt.

Da Fräulein Fuchs, zugleich Hauptlehrin an der hieſigen Aliceſchule, mit Dienſtgeſchäften an der eigenen Anſtalt zu ſehr in Anſpruch genommen war, ſo mußte ſie den Unterricht an unſerer Anſtalt am Ende des Sommerhalbjahres aufgeben. Ihren Unterricht übernahm Fräu⸗ lein Klothilde Willenbücher.

Die Anſtalt wird den drei Scheidenden ein gutes Andenken bewahren.

Am 1. Dezember wurde Herr Oberlehrer Noack durch Allerhöchſtes Dekret zum Profeſſor ernannt.

Zu ihrer weiteren Ausbildung in der franzöſiſchen Sprache verbrachte Fräulein Welſch die Sommerferien und die erſte Auguſtwoche in Frankreich.

Am 13. Dezember wohnte Herr Superintendent D. Dr. Flöring dem evang. Religions⸗ unterricht in allen Klaſſen bei.

Der Entlaſſungsprüfung vom 26.29. März 1906 unter dem Worſſde des Herrn Ge⸗ heimen Oberſchulrats Dr. Scheuermann unterzogen ſich die 15 Schülerinnen der I. Klaſſe und beſtanden alle dieſe Prüfung. Von den 10 auswärtigen Schülerinnen, welche ſich gemeldet hatten, konnten 8 zur mündlichen Prüfung zugelaſſen werden, die ſie auch beſtanden.

Die diesjährige Entlaſſungsprüfung findet vom 4.7. März ſtatt; an derſelben nehmen außer den Schülerinnen unſerer I. Klaſſe 8 externe Schülerinnen teil

Der Sedantag wurde in der vorgeſchriebenen Weiſe gefeiert. üht Am 8. November fiel aus Anlaß der glücklichen Geburt des Erbgroßherzogs der Unter⸗ richt aus.

Die Geburtstage Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs und Sr. Majeſtät des Kaiſers wurden von der Anſtalt feſtlich begangen. An dem erſteren hielt Herr Oberlehrer Pfaff die Feſtrede über das Thema:Deutſchland vor hundert Jahren; an dem Geburtstag Sr. iiſtit des Kaiſers beſchränkten wir uns diesmal auf Klaſſenfeiern mit Anſprachen der Or⸗ inarien.