Jahrgang 
1930
Einzelbild herunterladen

4. Unterricht.

Alle Schüler, die nicht im Chor mitſingen oder im Orcheſter mitſpielen, beſuchen eine planmäßige Muſik⸗(Sing⸗)ſtunde. Nur IIIa und IIb ſind nach dem Lehrplan vom Singen befreit. Dem Schüler chor gehören 143 Schüler an: Sopran 45, Alt 33, Tenor 29 und Baß 36.

Dem Schulerorcheſter gehörten 56 Schüler an; folgende Inſtrumente ſind vertreten: I. Violine 15, II. Violine 19, Bratſche 4, Cello 4, Kontrabaß 1, Flote 3, Klarinette 2, Fagott 1, Trompete 2, Schlag zeug 3, Klavier 2.

In den entſprechenden Klaſſen wurden eingehend Text und Muſik zu WebersFreiſchütz, Wagners Meiſterſinger von Nürnberg undTriſtan und Iſolde behandelt.

AmDarmſtädter Muttertag, am 12. Mai 1929, wirkte noch unter Weides Leitung unſer Schülerorcheſter mit.

Die Einrichtung von wahlfreiem Unterricht im vorgeſehenen und wünſchenswerten Maße war behindert durch Mangel an Lehrkräften und z. T. auch an geeigneten Übungsräumen(für die naturwiſſen⸗ ſchaftlichen Fächer). Folgender Unterricht war eingerichtet: Kurzſchrift: 3 Gruppen(ſ. S. 6); Geom. Zeichnen: 2 Gruppen für Ia, Ib; Biologiſche Übungen: 4 Gruppen für Oberklaſſen.

Wie im vorigen Jahre nahmen auch im abgelaufenen Schuljahre 37 Quartaner aus den 3 Klaſſen an dem wahlfreien Schwimmunterricht teil. Von dieſen haben 29 Schüler ſchwimmen gelernt.

Am 19. November 1929 erhielten 18 Schüler aus den Klaſſen IIa 1IV3 die Freiſchwimmerkarte.

Angeſichts der Wichtigkeit des Schwimmens wäre es ſehr zu wünſchen, daß die Eltern der neuen Quartaner gerade dieſem Sportzweig erhöhte Anteilnahme entgegenbrächten.

In der Kurzſchrift wurden 3 Kurſe von den Studienräten Haas und Dr. Götz abgehalten; zuletzt nahmen 42 Schüler aus den Klaſſen IIIa1 3, IIb 1 4, IIa3 und Ibô5 teil.

Den FilmPetroleumgewinnung und Tierleben im Donaudelta ſahen Tertianer und Quartaner am 20. September 1929.

Die Segelflugzeug-Ausſtellung beſuchten am 12. März 1930 die Klaſſen Ib IIIb.

Die Aufführung eines Kaſperle-Theaters ſahen Schüler der VI, V und IV am 19. März 1930.

Zu den Schülern der Oberklaſſen ſprach am 21. Januar 1930 Prior Dom. Dietrich vom Stiftskloſter Wilten bei Innsbruck überDas Deutſchtum in Tirol in ergreifenden und packenden Worten.

Zu Unterrichtszwecken wurden öfters beſucht das Landesmuſeum, das Schloßmuſeum und das Ge⸗ werbemuſeum.

Für die Schüler der 5 Unterprimen fand, gemeinſchaftlich mit den Schülern der anderen höheren Knabenſchulen, vom 10. Januar 1930 an einLehrgang zur Ausbildung in der erſten Hilfeleiſtung bei Unglücksfällen, ein ſogenannter Sanitätskurſus, in unſerer Turnhalle ſtatt. Wir ſind Herrn Hauptmann Lotheißen, der wie in den vorhergehenden Jahren in uneigennütziger Weiſe die Leitung übernommen hatte, zu beſonderem Danke verpflichtet. Desgleichen danken wir ſeinen Helfern, den Herren von der freiwilligen Sanitätskolonne, herzlich. Der Lehrgang wurde durch Herrn Hauptmann Lotheißen mit einer Anſprache eröffnet und mit einer theoretiſchen und praktiſchen Prüfung am 21. Februar 1930 geſchloſſen.

Die 35 Teilnehmer unſerer Anſtalt, die durch ein Erinnerungsblatt ausgezeichnet wurden, waren: Ib1: Bleſſing, Burkard, Iſaak, Mattheß, Tutt, Wolfenſtädter; Ib2: Hafenreffer, Klein, Stephan; Ib3: Breitbarth, Drautz, Engel, Höchſter, Jacobi, Libmann, Oberndorf, Schnabel, Wucherpfennig; Ib4: Decher, Gros, Horn, Knott, Lambert, Lange, Pflugfelder; Ib5: Dingeldey, Eidenmüllen v. Harnier, Hauß, Kunkel, Macholdt, Melsbach, Miſchlich, Münſter, Rinn.

Die Anmeldung der ſogenannten 4⸗Jährigen für Sexta fand am 27. und 28. Januar 1930 ſtatt, die der 3⸗Jährigen am 12. März 1930.

Wegen der Aufnahmeprüfung der in Betracht kommenden Sextaner ſ. VI.

Es will uns nach den in den letzten Jahren gemachten Erfahrungen bedünken, als ob in Darmſtadt und auf dem Lande in den Orten, deren Schüler die höheren Schulen in Darmſtadt beſuchen wollen, noch nicht genügend bekannt ſei, daß auch nach dreijährigem Beſuch der Grundſchule Schüler, die gute Leiſtungen aufzuweiſen haben und geſund ſind, in die höheren Schulen eintreten können. Anfang Januar iſt eine Meldung bei dem Schulleiter nötig.

5. Schulfeierlichkeiten.

Mit dem Jugendfeſt am 24. Juni 1929 verbanden wir in dieſem Jahr die Einweihung unſres Landheims. Ein Sonderzug führte Lehrer, Schüler und viele Eltern nach Hetzbach. Wir wanderten darauf nach Etzean, und nach einer Beſichtigung des Landheims fand auf unſrer Spielwieſe die Feier ſtatt: Anſprache des Direktors, Geſänge zum letzten Mal geleitet von Weide Dank der Schüler:Vor⸗ ſpruch zur Einweihung des Landheims, Gedicht unſres Amtsgenoſſen Köſer, vorgetragen von Münch,

6