IV. Geſchichte der Anſtalt.
1. Organiſation der Schule.
Das Schuljahr begann am 2. Mai 1916.— Infolge des Eintritts einer größeren Anzahl Oberprimaner in den Heeresdienſt wurden vom 1. November 1916 ab die drei Oberprimen in zwei Klaſſen zuſammengezogen.— Die Weihnachtsferien wurden wegen Mangels an Heizſtoffen um 8 Tage verlängert. Der Unterricht wurde wieder aufgenommen am 16. Januar 1917, mußte jedoch vom 6. bis zum 14. Februar aus dem gleichen Grunde wieder ausgeſetzt worden. Von da an hatten die Klaſſen entweder vormittags oder nachmittags je 5 Stunden Unterricht in 10 Räumen der Hauptanſtalt(Pädagog), in 2 Sälen hinter der Stadtkirche und 11 Klaſſenzimmern der Peſtalozziſchule; der Hauptbau und das Gebäude für den naturwiſſenſchaftlichen Unterricht blieben aus Mangel an Koks für die Zentralheizung geſchloſſen.— Dieſe Änderung bedingte den Ausfall eines Teiles des Unterrichts, insbeſondere der Stunden, die nachmittags lagen.
2. Die Lehrer.
Mit Beginn des Schuljahres nahmen die aus dem Heeresdienſt entlaſſenen Herrn Prof. Dr. Scriba und Prof. Kabel ihre Tätigkeit in der Schule wieder auf.— Durch Dekret Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs wurde gelegentlich des 25 jährigen Regierungsjubiläums den Herrn Prof. Friedrich Kalbfleiſch, Prof. Dr. Jakob Dingeldey und Prof. Ernſt Seeger das Ritterkreuz J. Kl. des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen verliehen.— Herr Lehramts⸗ aſpirant Karl Weiner wurde zum Lehramtsaſſeſſor ernannt.— Im Laufe des Schuljahres verlor die Anſtalt die Herrn Oberlehrer Dr. Ludwig Diehl, der bei einem Sturmangriff im Oſten fiel, und Prof. Theodor Hof, der an unſere Anſtalt verſetzt war, aber infolge einer Erkrankung ſeinen Dienſt nicht antreten konnte. Zum Andenken an beide Amtsgenoſſen fand am 3. Juli eine Trauerfeier ſtatt, bei der der Unterzeichnete die Gedächtnisrede hielt.
3. Pädagogiſches Seminar.
Herr Lehramtsreferendar Dr. Ernſt Merker trat nach ſeiner Entlaſſung aus dem Heeres⸗ dienſt, die Herrn Lehramtsreferendare Dr. Artur Saßmannshauſen uud Otto Jung Herbſt 1916 ein. Die Tätigkeit der Herrn Merker und Saßmannshauſen wurde unterbrochen durch Verwendung an anderen Anſtalten. Herr Lehramtsreferendar Dr. Adolf Huth gehörte dem Seminar bis zum 20. Juni 1916 an und wurde an dieſem Tage zur Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Realſchule in Langen entlaſſen.
4. Beteiligung am Krieg.
Der Vollſtändigkeit und Zuverläſſigkeit wegen wird eine umfaſſende Zuſammenſtellung der Lehrer ſowie der Schüler, die zum Heeresdienſt einberufen wurden, verbunden mit einer kurzen


