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IV. Geſchichte der Anſtalt.
1. Organiſation der Schule. Mit Beginn des Schuljahres 1912/13 wurde die dritte Oberprima eingerichtet.— Da die Zahl der für die oberſte Vorſchulklaſſe angemeldeten Schüler über Erwarten hoch ausgefallen war, mußte nachträglich eine Dreiteilung dieſer Klaſſe vorgenommen werden. Vorausſichtlich wird ſich dieſe Dreiteilung zu einer dauernden geſtalten.
Im Laufe des Schuljahres wurde für Erdkunde ein Unterrichtsſaal mit anſchließendem Sammlungs⸗ und Arbeitszimmer eingerichtet. Die Räume befinden ſich im Erdgeſchoß des Nord⸗ flügels im Hauptbau. Der Unterrichtsſaal enthält außer der üblichen Klaſſenzimmereinrichtung Waſſerleitung, Gas für Licht und Heizung, elektriſches Licht, zwei Sandkaſten zur Veranſchaulichung erdkundlicher Formen und einen Projektionsapparat zur Erzeugung von Bildern mit auffallendem und durchfallendem Licht; ferner einen abwaſchbaren Wandanſtrich, der als Bildfläche dient, eine Vorrichtung für das Einſchalten des Projektionsſtroms mit Widerſtand und eine Verdunklungs⸗ vorrichtung.
Im Sammlungsraum befinden ſich die Karten, Reliefs, Globen, Anſchauungstafeln, Bilder für Projektion, die erdkundliche Naturalienſammlung, eine Sammlung von Gegenſtänden zur Völker⸗ kunde, Apparate und Gegenſtände für erdkundliche Verſuche und Vorführungen und die Fach⸗ bücherei.
2. Die Lehrer. Durch Allerhöchſtes Dekret wurde mit Wirkung vom 1. April 1912 Herr Prof. Ernſt Kleinen an unſere Anſtalt verſetzt. Er verließ unſere Anſtalt wieder am 1. Oktober, um an das Ludwig Georgs⸗Gymnaſium zurückzukehren. An ſeine Stelle trat Herr Prof. Dr. Julius Fink vom Landgraf Ludwigs⸗Gymnaſium zu Gießen.— Weiter kamen am 1. April 1912 an unſre Schule die Herren Prof. Adolf Kemmer und Oberlehrer Auguſt Hohenſtein und Dr. Eugen Köſer vom Ludwig Georgs⸗Gymnaſium in Darmſtadt. Dem Herrn Reallehrer Heinrich Keil wurde am 9. Oktober eine Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Darmſtadt übertragen. Er wurde erſetzt durch Herrn Reallehrer Philipp Schäfer, der ſeither an der Vorſchule der Gymnaſien tätig war. Zuvor war Herr Keil vom 15. Auguſt bis zu ſeinem Weggang beurlaubt und wurde durch Herrn Lehramtsaſſeſſor Dr. Gombert vertreten. Dieſer vertritt ſeit dem 18. Januar 1913 den erkrankten Herrn Prof. Dr. Baltz vollſtändig und Herrn Prof. Wißner in einem Teil ſeiner Stunden.
Bei der Feier am Geburtstag Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs verſtarb unerwartet Herr Reallehrer Hugo Römer in der Ausübung ſeines Dienſtes. Der Lehrkörper der Anſtalt widmete ihm folgenden Nachruf:
Wir beklagen ſchmerzlich den unerwarteten Verluſt unſeres lieben Amtsgenoſſen, des Herrn Reallehrers Hugo Römer. Der Tod hat ihn in Ausübung ſeiner Tätigkeit bei der Schulfeier m 25. d. Mts. dahingerafft. Seine Verdienſte und Leiſtungen, beſonders als Leiter des Geſang⸗ chors und Schülerorcheſters, haben ihn über den Kreis der Anſtalt hinaus ehrenvoll bekannt gemacht. Als Lehrer und als Menſch hat er ſich in hohem Maße die Achtung und die Liebe ſeiner Amts⸗ genoſſen und Schüler erworben. Alle werden ihm ein treues und dankbares Andenken bewahren.
An ſeine Stelle trat Herr Reallehrer Heinrich Müller von der Auguſtinerſchule in Friedberg mit Wirkung vom 1. Januar 1913.
Herr Lehramtsaſſeſſor Pfersdorff wurde mit dem Unterricht in der Vorſchulklaſſe IIb. betraut.
An dem archäologiſchen Ferienkurs in Bonn und Trier vom 28. Mai bis 5. ze wuni 1912 nahm Herr Profeſſor Ernſt Seeger teil.


