Jahrgang 
1909
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Violoncell: Kolb[a. 2, Netz Ib. 1, Pauer IIa. 2, Bullrich III a. 2. Flöte: Veith ha. 1, Guyot III a. 3, Flimm III a. 1. Klavier: Botſch Ia. 1, Sautier b. 2, Hauske III a. 2.

5. Schulfeierlichkeiten. Bei der Feier am Geburtstage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs hielt Herr Oberlehrer Lenhardt die Feſtrede überSchloß Lichtenberg. Am Ge⸗ burtstag Seiner Majeſtät des Kaiſers ſprach Herr Oberlehrer Dr. Köſer überdie ſoziale Geſetz⸗ gebung Wilhelms I.. An der Schüleraufführungzum Beſten der Schülerwanderungen der Darm⸗ ſtädter Volksſchulen am 4. März 1909 im Städtiſchen Saalbau beteiligte ſich das Orcheſter und der Sängerchor unſerer Anſtalt unter Leitung des Herrn Reallehrers Römer.

Herr Oberlehrer Dr. Köſer hatte folgenden Prolog gedichtet, der zum Vortrag gebracht wurde.

Prolog. Welch' herrliches Bild meinem Auge ſich beut, Im Schatten der Buchen die Glieder geſtreckt, Da Ihr gern unſern Ruf habt vernommen! Von den lieblichſten Träumen umgaukelt, Drum biete ich dankbar, von Herzen erfreut, Bis tändelnd und neckiſch ein Falter uns weckt, Euch ein fröhlichFriſch auf! undWillkommen! Der ſich froh auf dem Halme geſchaukelt. Vernehmt aus der Töne verlockendem Spiel, O ſchaut, wie des Landmanns emſige Hand Hört aus Worten und Weiſen und Liedern Uns den Wohlſtand des Heſſenlands mehret! Nur eins: Wir erſtreben ein edeles Ziel: O ſeht, wie in Treuen er fern allem Tand Unſer Wirken und Tun gilt den Brüdern. Tracht und Sitte der Väter verehret. Die Freunde, die grauſam des Alltags Geſchick Steigt mit auf die Berge, dem Lärme entrückt, Hat gebannt in die Enge der Gaſſen, Der die Arbeit des Städters begleitet, Sie rufen wir zu uns, das lauterſte Glück Und ſchaut von der ragenden Warte beglückt, Drauß in Gottes Natur zu erfaſſen, Wie der Segen im Tale ſich breitet. Mit leichtem Gepäck und der Feder am Hut Wo Epheu geranket und purpurner Wein, Unſern Odenwald froh zu durchſtreifen, Wo Ruinen und Burgen uns ragen, Durch Felder und Auen mit heiterem Mut Da träumet mit uns in dem morſchen Geſtein Und mit fröhlichem Liede zu ſchweifen, Von des Rodenſteins fröhlichen Tagen. Zu lauſchen des rieſelnden Wäſſerleins Klang Und kehret jetzt wieder der Vögelein Schwarm, Und dem Raunen der kernigen Eichen, Wenn im Lenz uns die Veilchen erſcheinen, Zu hören, was leiſe das Vögelein ſang Da wollen wir alle, ob reich wir, ob arm, In der Frühe auf wiegenden Zweigen. In der Wanderſchaft froh uns vereinen.

Daß Ihr unſer Sehnen erfüllet ſo bald,

Gießet Dank in die Herzen uns allen.

Drum freut Euch der Tat, wenn in Feld und in Wald Ihr ein dankbarFriſch auf! hört erſchallen.

Die Spielſtunden an Mittwoch⸗ und Samstag⸗Nachmittagen wurden von den Herren Prof. Völſing und Reallehrer Luley geleitet. Sie begannen am 9. Mai und endeten am 7. November. Die Zahl der Beſucher ſchwankte zwiſchen 20 und 60.

An der Flottenvereinsfahrt zu Pfingſten nach Hamburg-Kiel beteiligten ſich 6 Schüler der Anſtalt unter der Führung des Herrn Oberlehrers Kabel.

6. Die Schüler. Herbſt 1908 fand vom 31. Auguſt bis 8. September eine außerordent⸗ liche Reifeprüfung ſtatt.

Die ſchriftliche Reifeprüfung der beiden Ober⸗Primen zu Oſtern 1909 wurde vom 13. bis 20. Februar abgehalten. Die mündliche Prüfung fand am 1. März unter dem Vorſitz des Herrn Geheimen Oberſchulrats Nodnagel und am 2. März unter der Leitung des zum Regierungs⸗ kommiſſar beſtellten Direktors ſtatt.

Die folgende Zuſammenſtellung enthält die Namen der mit dem Reifezeugnis entlaſſenen Schüler:

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