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G. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Sommerhalbjahr begann am 19. April und endigte am 29. September 1909. Das Winterhalbjahr begann am 14. Oktober 1909 und wird am 19. März 1910 enden.
I. Personalnachrichten.
Prof. Dr. Berger bedurfte in der Zeit vom 20. April bis 29. Mai 1909 wegen eines Halsleidens der Schonung. Er wurde soweit nötig von Lehramtsreferendar Dr. Michel vertreten.
Prof. Dr. Ihne war während der ersten Wochen des Sommerhalbjahres tageweise zur Anstellung phänologischer Beobachtungen im ganzen Lande beurlaubt. Er wurde von Lehr- amtsreferendar Trautmann vertreten, der am 7. Mai 1909 zur Fortsetzung seines Vorbereitungs- dienstes an unserer Anstalt zugelassen worden war, uns aber nach den Pfngstferien bereits wieder verliess, um seine Tätigkeit an der Oberrealschule zu Offenbach a. M. fortzusetzen.
Am 7. Juni 1909 trat Lehramtsassessor Dr. Heinemann nach Ablauf einer Verwendung an dem Gymnasium zu Bensheim als Volontär wieder ein.
Prof. Dr. Hattemer wurde wegen Krankheit vom 16. August 1909 an bis zum Schluss des Kalenderjahres beurlaubt. Seine Vertretung übernahm Lehramtsreferendar Weinmann.
Auch Prof. Dr. Schlamp musste wegen Krankheit vom 9. September 1909 an bis zum Schluss des Kalenderjahres beurlaubt werden. Vom 7. Januar 1910 an übernahm er wieder die Hälfte seines Unterrichtes. Vertreter ist Lehramtsassessor Dr. Heinemann.
Am 14. Oktober 1909 trat Lehramtsreferendar Gengnagel zur Fortsetzung seines Vorbereitungsdienstes an unserer Anstalt ein.
Prof. Dr. Maurer war wegen Unwohlseins vom 7.— 27. Januar 1910 beurlaubt. Er wurde in seinem Unterricht von mehreren Amtsgenossen vertreten.
Den Oberlehrern Prof. Dr. Anthes und Prof. Dr. Fischer wurde am 25. November 1909 von Sr. Kgl. Hoheit dem Grossherzog das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen verliehen.
Am 5. Januar 1910 wurde Oberlehrer Prof. Th. Ritsert zum Direktor der Augustiner- schule(Gymnasium und Realschule) in Friedberg ernannt. Unsere Schule verliert in ihm einen Lehrer von hervorragender Tüchtigkeit und Pflichttreue; das Lehrerkollegium, dem er seit 19 Jahren angehört hat, ein von allen seinen Amtsgenossen hochgeachtetes Mitglied. Unser Dank und unsere herzlichsten Segenswünsche begleiten ihn in seine neue Stellung. Sein Nachfolger ist Oberlehrer August Kessler..
August Kessler, geb. am 21. September 1872 zu Bessungen, besuchte die Volksschule in Bessungen. dann das Ludwig-Georgs-Gymnasium zu Darmstadt und von Untersekunda an das Gymnasium zu Büdingen, wo er Ostern 1891 die Reifeprüfung bestand. In den Jahren 1891—1895 studierte er in Giessen klassische Philologie, Deutsch und Geschichte und trat im Herbst 1895 in das pädagogische Seminar zu Giessen ein. Sein zweites Akzessjahr erledigte er an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt. Im April 1898 wurde er an das
Gymnasium in Bensheim versetzt und im April 1901 zum Oberlehrer ernannt. Seine Versetzung an das Neue Gymnasium zu Darmstadt erfolgte im Januar 1910.
2. Gesundheitliches, Ferien etc.
Wie die Personalnachrichten ergeben, war der Gesundheitszustand im Lehrerkollegium sehr ungünstig.
An der Scharlachepidemie, die im Frühjahr 1909 in Darmstadt herrschte, erkrankten auch 11 Schüler unserer Anstalt; doch die Krankheit nahm bei allen einen guten Verlauf.
Am 26. November 1909 starb der Obersekundaner Walter Joost durch eigne Hand. Ueber die Gründe, die den nicht unbegabten, aber verschlossenen Schüler zu der Tat getrieben haben, sind wir im Ungewissen geblieben. Der Direktor legte bei der Einsegnung einen Kranz an dem Sarg des Verstorbenen nieder und gab ihm mit einer Lehrerdeputation und den Kameraden das letzte Geleite. Die Beerdigung fand ausserhalb statt.
Die Ferien in dem Schuljahr 1910/11 sind folgendermassen verteilt: Pfingstferien vom 15.— 22. Mai 1910; Sommerferien vom 14. Juli bis 10. August 1910; Herbstferien vom 29. September bis 12. Oktober 1910; Weihnachtsferien vom 22. Dezember 1910 bis 4. Januar 1911; Osterferien vom 9.— 23. April 1911.


