Jahrgang 
1908
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G. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Sommerhalbjahr begann am 8. April und endigte am 25. September 1907. Das Winterhalbjahr begann am 10. Oktober 1907 und endigt am 11. April 1908.

I. Personalnachrichten.

Als Vertreter für den bis zu den Sommerferien 1907 beurlaubten Obl. Prof. Dr. Maurer wurde uns durch Verfügung vom 5. April 1907 Lehramtsreferendar Dr. Ernst Ofen- loch überwiesen, als Vertreter des für das ganze Schuljahr 1907/08 beurlaubten Obl. Prof. Berger Lehramtsreferendar Hans Hinrichs.

Obl. Prof. Ritsert nahm an dem vom 14. Oktober bis 16. November 1907 unter Leitung des Landesturninspektors abgehaltenen Turnlehrerkurs teil. Er wurde während dieser Zeit von verschiedenen Amtsgenossen vertreten.

Der Lehramtsassessor Dr. O. Münch aus Darmstadt war uns für kurze Zeit am Ende des Sommerhalbjahres und Anfang des Winterhalbjahres als Volontär überwiesen. Lehramts- referendar Ernst Heinemann aus Darmstadt setzte nach vollendetem Seminarjahr seine Vor- bereitungsdienstzeit während des Winterhalbjahres an unserer Anstalt fort.

Durch Allerhöchstes Dekret vom 1. Mai 1907 erhielten die Oberlehrer Richard Hölscher und Dr. Anton Schlamp den Charakter als Professoren.

Durch Allerchöchste Entschliessung vom 25. November 1907 wurde den Oberlehrern Prof. Dr. Egon Ihne und Prof. Arnold Mendelssohn das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienst- ordens Philipps des Grossmütigen allergnädigst verliehen.

Gelegentlich der 300 jährigen Stiftungsfeier der Landesuniversität wurde der Oberlehrer Prof. Karl Berger von der philosophischen Fakultät zum Doktor phil. ehrenhalber ernannt.

Am 24. Januar 1908 starb Obl. Prof. Dr. Gustav Lenz. Obwohl die Krankheit, der er so früh zum Opfer fiel, schon lange ihr zerstörendes Werk an seinem Körper begonnen hatte, so konnte sie doch den regen Geist, den starken Willen und die unermüdliche Schaffens- lust in ihm erst bezwingen, als der Tod schon nahe war. Unsere Anstalt hat in Prof. Dr. Lenz einen vortrefflichen Lehrer verloren, dessen segensreicher Tätigkeit sie sich seit ihrem Bestehen erfreute. Das Lehrerkollegium wird den aufrichtigen, zuverlässigen Freund, die Schüler werden den tüchtigen Lehrer und wohlwollenden Berater niemals vergessen. Lehrer und Schüler gaben dem Geschiedenen am 26. Januar das letzte Geleite. An seinem Grabe legten der Direktor im Namen des Lehrerkollegiums, der Abiturient 0. Wolf im Namen der Schülèer Kränze mit Worten dankbaren Gedenkens nieder.

Die durch den Tod des Obl. Prof. Dr. Lenz erledigte Lehrerstelle wird bis zum Schluss des laufenden Schuljahres durch Lehramtsreferendar Ludwig Schmandt aus Giessen versehen.

Am 14. August 1907 starb der Unterprimaner Wilhelm Petri nach jahrelangem, un- heilbarem Leiden. Der Klassenführer und einige seiner früheren Mitschüler wohnten dem Begräbnis in Gräfenhausen bei.

2. Gesundheitliches, Ferien u. s. W.

Der Gesundheitszustand der Lehrer war gut. Unter den Schülern namentlich der mittleren und höheren Klassen traten vereinzelt schwere Krankheiten auf, die aber alle einen guten Ausgang nahmen.

Durch Verfügung Grossh. Ministeriums des Innern, Abt. f. Schulangel. vom 20. April 1907 wurde die Dauer der Osterferien für die Folge auf 14 Tage herabgesetzt, die der Pfingst- ferien auf 1 Woche erhöht. Die vierwöchigen Sommerferien sollen in Zukunft an dem Donners- tag beginnen, der dem 15. Juli, die vierzehntägigen Herbstferien an dem Donnerstag, der dem 29. September zunächst liegt.

Demnach sind die Ferien in dem Schuljahre 1908/09 folgendermassen verteilt: Pfingst- ferien vom 7. bis 14. Juni 1908; Sommerferien vom 16. Juli bis 12. August 1908; Herbst- ferien vom 1. bis 14. Oktober 1908; Weihnachtsferien vom 24. Dezember 1908 bis 6. Januar 1909; Osterferien vom 4. bis 18. April 1909.