Jahrgang 
1906
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G. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Sommerhalbjahr begann am 1. Mai und endigte am 23. September 1905; das Winterhalbjahr begann am 11. Oktober 1905 und endigt am 4 April 1906.

I. Personalnachrichten.

Oberlehrer Dr. Hattemer war zur Teilnahme an dem vom 13. bis 21. Juni 1905 in Bonn und Trier abgehaltenen archäologischen Pfingstferienkurs beurlaubt; die Kollegen über- nahmen seine Vertretung. Vom 8. August bis zum Schluss des Sommersemesters hielt ihn die Ableistung einer achtwöchigen militärischen Uebung vom Dienste fern, er wurde von Lehramtsreferendar J. Adler vertreten.

Durch allerhöchstes Dekret vom 11. November 1905 wurde Obl. Prof. Dr. A. Baur zum Direktor am Gymnasium Fridericianum zu Laubach ernannt; unsre Anstalt hat in ihm einen vortrefflichen Lehrer und liebenswürdigen Kollegen verloren, den unsere besten Wünsche in seinen neuen Wirkungskreis begleiten. An seine Stelle wurde durch allerhöchstes Dekret vom 22. November 1905 Oberlehrer Karl Berger vom Gymnasium zu Worms zum Lehrer am Neuen Gymnasium ernannt. Da er zur Vollendung eines wissenschaftlichen Werkes noch bis zum Schlusse des Schuljahres 1906/07 beurlaubt ist, so vertritt ihn, zunächst bis zum Schluss des Schuljahres 1905/06, Lehramtsreferendar Dr. G. Blecher.(Ueber die Verteilung des Unterrichts nach der Abberufung des Prof. Dr. Baur s. die Uebersicht Seite VI).

Oberlehrer Hölscher ist für die Zeit vom 12. März bis 7. April 1906 zur Abhaltung eines vierwöchigen Fortbildungskurses für Zeichenlehrer beurlaubt; er wird von Dr. Wittich, Lehramtsreferendar Bartschat und mehreren anderen Kollegen vertreten.

Apnlässlich der landwirtschaftlichen Landes- und Jubiläumsausstellung in Mainz wurde dem Oberlehrer Prof. Dr. Ihne für phänologische Karten des Frühlingseinzugs in Mitteleuropa und im Grossherzogtum Hessen die silberne Staatsmedaillein Anerkennung hervorragender Verdienste verliehen.

Obl. Prof. Dr. Anthes wurde am 25. April zum korrespondierenden Mitglied des Kaiserl. Archäolog. Instituts in Berlin ernannt, am 30. Mai 1905 vom Grossh. Ministerium des Innern in den Denkmalsrat für das Grossherzogtum Hessen berufen und von der gleichen Behörde am 29. Dezember 1905 zum Mitglied der römisch-germanischen Kommission des Kaiserl. Archäolog. Instituts bestellt.

Obl. Th. Ritsert erhielt durch allerhöchste Entschliessung vom 18. Oktober 1905 den Charakter als Professor.

2. Gesundheitliches.

Der Gesundheitszustand der Schüler war gut. Auch im Lehrerkollegium erstreckten sich die Beurlaubungen wegen Krankheit meist nur auf wenige Tage; nur der Direktor konnte wegen Unwohlseins vom 19. Dezember 1905 bis 15. Januar 1906 seinen Dienst nicht ver- sehen; nach seiner Genesung gab er zur Entlastung den lateinischen Unterricht in Ib. an Obl. Prof. Dr. Maurer ab.(Die dadurch bedingte Verschiebung in der Unterrichtsverteilung s. Uebersicht Seite VI). Die üblichen Klassenspaziergänge, darunter ein Tagesausflug im August, wurden wie in den früheren Jahren ausgeführt. An 7 Tagen fiel der Unterricht wegen der Hitze von 11 Uhr an aus; an einem Tage wurden die Nachmittagsstunden zum Besuche des Eises freigegeben.

Die Ferien im kommenden Schuljahr 1906/07 sind folgendermassen verteilt: Pfingstferien vom 3. bis 6. Juni 1906; Sommerferien vom 1. bis 29. Juli 1906; Herbstferien vom 23. Sep- tember bis 7. Oktober 1906; Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1906 bis 6. Januar 1907; Osterferien vom 21. März bis 7. April 1907.

3. Besichtigungen, Prüfungen etc.

Vom 8. bis 21. Juni 1905 wohnte der russische Kollegialrat Herr S. von Prutschenko, der im Auftrag seiner Regierung Deutschland bereist, um dessen Schulwesen kennen zu lernen, zahlreichen Lehrstunden und den Uebungen des pädagogischen Seminars bei.

Am 19. März 1906 besichtigte Herr Oberkonsistorialrat D. Dr. Flöring den evangelischen Religonsunterricht in 5 Klassen der Anstalt.