— VII—
G. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Personalangelegenheiten.
Durch Allerhöchstes Dekret vom 23. März 1901 beziehungsweise vom 11. September 1901 wurde den Oberlehrern Dr. August Baur und Dr. Karl Maurer der Charakter als Professor verliehen.
Durch Allerhöchstes Dekret vom 2. April 1901 wurde die durch den Tod des Ober- lehrers W. Peters erledigte Lehrerstelle dem Oberlehrer an der Realschule zu Michelstadt Dr. Karl Hattemer übertragen.
Karl Hattemer, geboren 25. Februar 1869 zu Mainz, besuchte das Gymnasium zu Bensheim und bestand daselbst Ostern 1888 die Maturitätsprüfung. Dann widmete er sich auf den Universitäten Würzburg, München und(tiessen dem Studium der klassischen Philologie und Geschichte. Seinen Access absolvierte er am Neuen Gymnasium zu Darmstadt und am Gymnasium in Bensheim und fand an letztgenannter Anstalt, Ostern 1894 die erste provisorische Verwendung. Von Herbst 1894 bis Herbst 1897 war er in Osterreich als Hauslehrer thätig. Von dort zurückgekehrt fand er vorübergehend Verwendung an dem Gymnasium zu Mainz und an der Realschule zu Gernsheim. Im Herbste 1898 wurde ihm an der Realschule und dem Progymnasium zu Michelstadt die Verwaltung einer Lehrerstelle übertragen. Dort erfolgte im April 1899 seine definitive An- stellung; im April 1901 wurde er an das Neue Gymnasium zu Darmstadt versetzt.
Durch Allerhöchstes Dekret vom 5. April 1901 wurde der Lehramtsassessor Dr. Otto Glaser zum Oberlehrer an unsrer Anstalt ernannt, an der er bereits vorher als Lehramts- assessor verwendet war.
Otto Glaser wurde am 6. Mai 1872 zu Giessen geboren. Ostern 1890 bestand er die Maturitätsprüfung und studierte dann klassische Philologie in Greifswald und Giessen. Nach Ableistung seiner Militärdienstzeit und seines Accesses war er von Herbst 1896 bis Frühjahr 1899 in Buenos Aires als Hauslehrer thätig. Darauf wurde er am Neuen Gymnasium provisorisch verwandt und daselbst Ostern 1901 definitiv angestellt.
Oberlehrer Prof. Dr. Anthes und Oberlehrer Ritsert waren durch Ministerial- verfügung vom 3. Mai bezw. vom 8. Mai 1901 für die Zeit vom 30. Mai bis 5. Juni v. J. beurlaubt, der erstere um an der Führung eines archäologischen Anschauungskursus für Ober- lehrer mitzuwirken, der zweite um an diesem Kurse teilzunehmen.
Durch Ministerialverfügung vom 25. Juni 1901 wurde dem Oberlehrer R. Hölscher die Leitung eines Fortbildungslehrganges für Zeichenlehrer übertragen, der an dem Neuen Gymnasium stattfand und vom 5. August bis zum 14. September v. J. dauerte; seinen Unter- richt gab Kollege Hölscher bis auf die Zeichenstunden während dieser Zeit an Lehramts- accessisten Konrad ab. 4
Oberlehrer Dr. Glaser war zur Ableistung einer militärischen UÜbung vom 6. Juni bis zum Beginn der Sommerferien beurlaubt; sein Unterricht wurde teilweise von dem Lehr- amtsaccessisten W. Friedrich versehen, teilweise unter einige Kollegen verteilt.
Am 25. November 1901 wurde dem Unterzeichneten das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grossmütigen allergnädigst verliehen.
2. Gesundheitliches.
Der Gesundheitszustand der Schüler liess nichts zu wünschen übrig: Von dem Lehrer- kollegium waren Oberlehrer Prof. Dr. Lenz und Oberlehrer Dr. Büchner im Wintersemester je 14 Tage durch Krankheit genötigt, ihren Unterricht auszusetzen; die Vertretung einiger anderer wegen Unwohlseins beurlaubter Kollegen beschränkte sich auf wenige Tage.
Der dem pädagog. Seminar angehörige Lehramtsaccessist W. Friedrich musste wegen eines schweren Nervenleidens von November 1901 bis zum Schluss des Schuljahres beur- laubt werden.
Die monatlichen Klassenausflüge wurden wie in den früheren Jahren ausgeführt.
3. Prüfungen.
Am 19. September 1901 bestanden die Oberprimaner Eugen Freytag, Max Frey- tag, Ludwig Rhumbler(s. o.) die Reifeprüfung. Als Regierungskommissar war der Di- rektor bestellt.


