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Anſtalt abhalten durften, erfreute ſich des Beſuches zahlreicher Gäſte. Die Feſtrede bei dieſer Ver— anſtaltung hatte, wie üblich, der Direktor übernommen. Im Anſchluß an ein Gedicht Rückerts aus der Weisheit der Bramahnen ermahnte er die aus der Schule ſcheidenden Zöglinge zum richtigen Gebrauch der nun erlangten Freiheit.
In der Zuſammenſetzung des Lehrkörpers fand erfreulicherweiſe auch im abgelaufenen Schuljahr 1893/94 kein größerer Wechſel ſtatt. Schon bei Beginn desſelben wurde der proviſoriſche Reallehrer Georg Schilling an die Realſchule zu Alsfeld und der proviſoriſche Reallehrer Johannes Bumann an die Realſchule und das Progymnaſium zu Alzey verſetzt. An die Stelle des erſteren trat der proviſoriſche Reallehrer Dr. Fritz Dietz. Derſelbe iſt geböoren am 20. Dezember 1864 zu Uffhofen, Kreis Alzey, beſtand Oſtern 1884 das Maturitätsexamen an dem Gymnaſium zu Worms und ſtudierte in Gießen, wo er auch im Auguſt 1890 die facultas docendi für Deutſch, Geſchichte und moderne Sprachen erwarb. Hierauf widmete er ſich während eines halben Jahres dem Studium der franzöſiſchen Sprache in Paris und leiſtete dann ſeinen Vorbereitungsdienſt an dem Neuen Gymnaſium zu Darmſtadt, woſelbſt er auch Mitglied des mit dieſer Anſtalt verbundenen pädagogiſchen Seminars wurde. Von Oſtern 1892 bis Oſtern 1893 wirkte er als unbeſoldeter Lehrer an dem Realgymnaſium dahier.
Kollege Bumann fand Erſatz in dem Reallehrer Heinrich Kolb. Derſelbe iſt geboren den 23. April 1846 zu Pfaffen⸗Schwabenheim, Kreis Alzey. Nachdem er das Seminar zu Friedberg von 1863 bis 1865 beſucht hatte, beſtand er im Herbſt 1868 die Definitorialprüfung. Von Herbſt 1865 bis Herbſt 1868 war er an verſchiedenen Privatſchulen Frankfurts und Offenbachs thätig und wirkte von Januar 1868 bis Mai 1873 als Vikar an den Volksſchulen zu Worms und Alsheim. Seit dieſer Zeit wurde er ununterbrochen, und zwar vom Jahre 1874 an definitiv, als Lehrer an der Realſchule und dem Progymnaſium zu Alzey verwendet.
Im März 1893 wurde der katholiſche Religionslehrer Kaplan May nach Worms verſetzt. Seine Stelle übernahm am 27. April Kaplan Laufer.
Der proviſoriſche Reallehrer Getroſt war vom 19. September bis 26. Oktober 1893 zu einer militäriſchen Übung eingezogen und mußte während dieſer Zeit von ſeinen Kollegen vertreten werden.
Der Geſundheitszuſtand war im allgemeinen bei Lehrern und Schülern ein guter. Nur die Kollegen Dr. Unverzagt und Hönig konnten infolge Erkrankung an Influenza einige Zeit ihren Dienſt nicht verſehen.
Am 5. Juli 1893 wurde durch Allerhöchſtes Dekret dem Reallehrer Dr. Zimmermann der Charakter als„Profeſſor“ verliehen. Wir freuten uns außerordentlich über die dem beliebten und verdienten Kollegen zu teil gewordene Auszeichnung. Auf Grund der Allerhöchſten Verordnung vom 24. Juni 1893 wurden vom Großherzoglichen Miniſterium die proviſoriſchen Reallehrer Hönig, Haſſelbaum, Dr. Dietz und Dietrich zu Lehramtsaſſeſſoren ernannt.
Die regelmäßig wiederkehrenden Schulfeſte wurden in üblicher Weiſe gefeiert.
Zur Vorfeier des Sedanfeſtes unternahm die Schule einen gemeinſamen Spaziergang mit ihrem Trommler- und Pfeifer⸗Corps. An geeigneter Stelle des Waldes hielt der Direktor an die Schüler eine Anſprache, in der er ihnen die Bedeutung des Feſtes vor die Augen führte und ſie aufforderte durch Aneignung eigner Tüchtigkeit auch an ihrer Stelle beizutragen, daß das im großen Kriege 1870,71 Errungene in dauerndem Beſitz des deutſchen Volkes bleibe.
Der Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde durch eine


