uns hohes Ministerium noch drei weitere Lehrstellen bewilligt. Dieselben wurden den Herren DR. GREIM, DR. STAHIL und WaALGER provisorisch übertragen. Reallehrer DR. GEkoRe GREIM, geb. den 15. Juli 1866 zu Offenbach, bestand 1887 in Giessen das Staatsexamen für be- schreibende Naturwissenschaften, Chemie und Physik, war seither provisorisch an der Real- schule verwandt und hat sich seit diesem Jahre als Privatdocent an der techn. Hochschule dahier habilitiert.
DR. JoLIUS STAHIL, geb. den 13. Februar 1855 zu Giessen, erlangte 1877 in Giessen die venia docendi für Chemie, Physik und beschreibende Naturwissenschaften, die er 1883 für Mathematik erweiterte. Er wirkte früher an verschiedenen höheren Schulen Westfalens, dann aushülfsweise an den Realschulen zu Alsfeld und Friedberg.
Reallehrer WiHELM WALOCER, geb. den 11. Juni 1858 zu Pfungstadt, absolvierte 1884 die Universität Giessen mit dem Fakultätsexamen für Mathematik, Physik, Mineralogie und Eng- lisch und hat bisher an verschiedenen Anstalten des Landes vertretungsweise und als Volontär gelehrt.
Da uns Ende des Sommersemesters Reallehrer DR. WILHELM FiscHER leider schon wieder verliess, um eine Stelle an dem hiesigen Neuen Gymnasium anzunehmen, wurde seine Stelle provisorisch dem Reallehrer DRa. Orro DiEPFFENBACH übertragen. Derselbe ist geboren zu Schlitz am 18. Februar 1862, erlangte in Giessen 1884 die venia docendi für Chemie, Physik und beschreibende Naturwissenschaften und 1888 nachträglich noch für Mathematik.. Bisher hatte er Verwendung gefunden an der Realschule zu Oppenheim und dem Gymnasium zu Darmstadt. Er ist zugleich Privatdocent an der techn. Hochschule. Durch Dekret Sr. Kgl. Hoheit des Grossherogs und Verfügung Grossh. Ministeriums vom 4. Dez. 1890 wurden die provisorischen. Reallehrer DR. DiTTMAR, SCHMID, DR. STAIHL und WALGER zu definitiven Lehrern an unserer Schule ernannt.
Grosse Störungen des Unterrichtes rief vor allem das fast fortwährende Unwohlsein des Reallehrers TüRck hervor. Mit nur kurzen Unterbrechungen musste er während des ganzen Sommerhalbjahrs wegen eines Augenleidens von seinen Kollegen vertreten werden. Auch im Vorwinter fehlte er wieder krankheitshalber längere Zeit, so dass ihm zuletzt ein Vertreter in dem Lehramtsaccessisten Abusr KöHtEh von Darmstadt bewilligt wurde. Nur einige Wochen danach nahm er zur völligen Herstellung seiner Gesundheit von neuem Urlaub. Es wurde für ihn bis zum Schlusse des Schuljahrs ein Vertreter in dem Lehramtsaccessisten LupwIG HaAssEI.BAUM aus Eberstadt in Oberhessen ernannt.
Reallehrer DR. Fiscunk machte vom 10. Juni bis 5. August als Lieutenant der Reserve eine militärische Uebung mit und wurden während dieser Zeit seine Stunden von Herrn Acces- sisten ScürEUssxER bereitwillig gegeben. Ausserdem mussten noch die Kollegen DR. ScHMEHI. und HaLLER mehr oder minder lang wegen Unwohlseins vertreten werden.
Dagegen brauchte während des ausserordentlich kühlen Sommers der Unterricht nur an drei Nachmittagen der Hitze wegen ausgesetzt zu werden.
Das sehr bewegte vorhergehende Schuljahr 89/0 war durch einen ganz internen Schul- aktus am 26. März 90 mit einer ſeierlichen Ansprache des Referenten an die Abiturenten geschlossen worden.
Reich war auch das verflossene Schuljahr an besonderen Festtagen. Zur Feier der An-


