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zu ſeiner weiteren Ausbildung nach Berlin, wo er von Februar bis Oktober deſſelben Jahres verweilte und vorzugsweiſe Vorleſungen geſchichtlichen und philoſophiſchen Inhaltes hörte. Seinem Wunſche gemäß, zunächſt im Schuldienſt beſchäftigt zu ſein, wurde ihm eine proviſoriſche Lehrerſtelle an der Realſchule zu Friedberg übertragen. Oſtern 1866 übernahm er die Verwaltung einer Pfarrei zu Obernburg im Königreich Preußen, welche Stelle er bekleidete, bis er durch Decret hoher Behörde vom 31. Auguſt vorigen Jahres zum proviſoriſchen und durch Allerhöchſte Entſchließung vom 13. Juli dieſes Jahres zum definitiven Lehrer an der hieſigen Realſchule ernannt wurde.
Johann Alexander Friedrich, geboren den 23. September 1843 zu Wert⸗ heim a. Main im Großherzogthum Baden, beſuchte das dortige Großherzogliche Lyceum und ging mit erhaltenem Abſolutorium im Herbſt 1861 auf die Univerſität Heidelberg, um ſich dem Studium der Theologie und Philologie zu widmen. Allein ſchon nach vier Semeſtern gab er die erſtere auf, in der Ueberzeugung, daß er den Forderungen dieſer Wiſſenſchaft, wie ſie Rhode, Hitzig, Schenkel und Holtzmann ſtellen, nicht zu gleicher Zeit in entſprechender Weiſe genügen könne. Nach 6 Semeſtern, in deuen er die Collegien von Bähr, Starck, Kayſer, Haußer u. a. und das philologiſche Seminar ununterbrochen beſuchte, beſtand er im December 1864 die Staatsprüfung der Lehramtskandidaten für höhere Lehranſtalten in Karlsrnhe. Februar 1865 übernahm derſelbe eine Hauslehrer⸗ ſtelle und unterrichtete gleichzeitig an mehreren Privatinſtituten dahier, bis er Neujahr 1868 nach Heidelberg als Lehrer am dortigen Lyceum überſiedelte. Beſonderer Verhältniſſe halber entſchloß er ſich(Herbſt 1868), um eine Großh. Heſſiſche Staatsanſtellung nach⸗ zuſuchen, die er auch durch Hohes Miſteriatreſcript vom 31. Auguſt proviſoriſch an hie⸗ ſiger Großh. Realſchule und durch Allerhöchſtes Decret vom 13. Juli definitiv erhielt.
Dem Auftrage Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direction vom 21. Auguſt d. J. ge⸗ mäß wurde Kaplan Helbig als katholiſcher Religionslehrer an der Realſchule den 23. Auguſt 1869 in ſeinen Dienſt eingewieſen, nachdem der bisherige Religionslehrer, Kaplan Sickinger, als Pfarrer nach Oppenheim verſetzt worden war.
Zur Chronik der Anſtalt von 1867⁄s iſt noch nachträglich zu bemerken, daß der proviſoriſche Geſanglehrer Geyer„auf Nachſuchen“ ſeines Dienſtes entbunden wor⸗ den iſt.
Zum Schluß iſt noch dankend zu erwähnen, daß Herr Reallehrer Hickler einen erfreulichen Anfang gemacht hat, die Realſchulbibliothek mit einem Geſchenk zu vervoll⸗ ſtändigen.


