Unſere beiden beſten Spieler, Hörr und Schulz, haben jetzt nach beſtandener Reifeprüfung die Schule verlaſſen. Hoffentlich finden wir gleichwertigen Erſatz.
Das Sportabzeichen des Reichsausſchuſſes für Leibesübungen konnten in dieſem Schuljahr er⸗ werben: 1. Karl Irion Ia 2, 2. Ernſt Kleinſchmidt Ia 2, 3. Wilhelm Schäfer Ib 1, 4. Hugo Schmunk IIb 4, 5. Fritz Wünſche IIIa 1..
Im Oktober und November 1927 nahmen 8 Unterprimaner an einem vom Roten Kreuz veran⸗ ſtalteten Lehrgang zur Ausbildung in der erſten Hilfeleiſtung bei Unglücksfällen teil. Alle erhielten die Beſcheinigung über den erfolgreichen Beſuch.
Unſere Schulgruppe des V. D. A., die Herr Studienrat Repp, unterſtützt von Herrn Studien⸗ aſſeſſor Dr. Kiſſel, leitete, zählte 150 Mitglieder. Während der Werbewoche des V. D. A. vom 7. bis 14. Mai 1927 beteiligte ſich eine größere Anzahl von ihnen an dem Fackelzuge, an der Hausſammlung und an der Straßenſammlung. Durch die Hausſammlung wurden 218,70 RM. zuſammengebracht und einige neue Mitglieder für die Ortsgruppe geworben. Drei Schüler erhielten für ihre Sammeltätigkeit vom Landesverbande eine Ehrenurkunde.— An der Pfingſtfahrt nach Goslar beteiligten ſich 8 Schüler unter Führung des Herrn Studienrates Axt.— Die Vorführung des Goslarfilms fand am 21. Januar 1928 vor mehr als 460 Schülern in der Turnhalle ſtatt. Dem Landesverband konnten nach Abzug der Unkoſten 86,80 RM. als Reinertrag dieſer Veranſtaltung zugeführt werden. Die Schrift„Deutſche Brüder im Ausland“ von Dr. W. Spohr wurde von 510 Schülern gekauft..
Am 9. Mai 1927 beſuchte die Schule einen von dem V. D. A. im Städtiſchen Saalbau veranſtalteten Vortrag von Dr. Fritzler, der wertvolle Belehrung über die deutſchen Siedlungen im Wolgagebiet gab, und am 27. Auguſt 1927 führte in unſerer Turnhalle Herr Direktor Treut einen für Amerika beſtimmten Werbefilm des V. D. A. vor und gab zugleich Aufſchluß über die Tätigkeit des V. D. A. in den Vereinigten Staaten von Nord⸗Amerika.
Gelegentlich der Tagung der Lehrer an Deutſchen Auslandsſchulen in Darmſtadt am 26. und 27. Auguſt hatte unſere Schule eine Ausſtellung der neueſten Literatur auf dem Gebiete der Pädagogik, der Deutſchkunde, der Neueren Sprachen, der Geſchichte und Staatsbürgerkunde, der Erdkunde, der philoſophiſchen Propädeutik, der Kunſtbetrachtung, der Muſik, der Reichskurzſchrift und des Lehrfilms veranſtaltet, die außerordentlich gut beſucht war..
Zur Vorführung ihrer Klaſſen im Unterricht hatten ſich außer dem Direktor die Herren Balſer, Dietrich, Hirſch, Pabſt, Dr. Münch, Dr. Seiler, Dr. Racke, Dr. Jochem, Dr. Rauſch, Dr. Scheuermann, Schmidt, Neeb, Dr. Krämer, Troß, Dr. Lampert, Dr. Türk, Dr. Mathes, Dr. Kaffenberger, Dr. Kiſſel, Dr. Bommersheim und Grund liebenswürdigerweiſe bereit erklärt.
Gemeinſam mit der„Vereinigung ehemaliger Real⸗ und Oberrealſchüler“ veranſtaltete die Schule einige Elternabende. Aus Anlaß des Stiftungsfeſtes der genannten Vereinigung fand am 10. Sep⸗ tember 1927 im Mathildenhöhſaale ein Feſtkonzert unter Leitung des Herrn Oberreallehrers Lambert mit nachſtehender Vortragsfolge ſtatt:
1. Orcheſter: Aus Symphonie Nr. 10(D-Dur) Satz I, Adagio-Allegro v. J. Haydn. 2. Chor: Motette„Herr, deine Güte reicht ſo weit“ mit Orcheſterbegleitung v. E. Grell. 3. Violinſolo: Sonatine op. 100 v. A. Dvorack(Herr stud. mus. Hannewald, Abit. d. Li. O. R. 1926; am Klavier Frau Tilde Klös). 4. Orcheſter: Aus Symphonie Nr. 10 (D-Dur) Satz III, Menuett v. J. Haydn. 5. Chor: a)„Auf deinen Höh'n“ bearb. v. A. Mendelsſohn; b)„Flamme empor!“ v. K. Glaſer. 6. Klavierſolo: Deutſche Tänze Nr. 3 v. L. v. Beethoven(Schäfer Ia 1). 7. Violinduett op. 59. v. Beriot(Herr stud. chem. Kadel, Abit. d. Li. O. R. 1925; Herr stud. mus. Hannewald, Abit. d. Li. O. R. 1926). 8. Orcheſter:„Wiener Blut“, Walzer v. J. Strauß. 9. Chor:„So ſei gegrüßt viel tauſendmal“ v. Rob. Schumann. 10. Orcheſter:„Alte Kameraden“, Marſch bearb. v. K. Noack.
Der 0⸗Kunſtkritiker des„Darmſtädter Tagblatts“ ſchreibt darüber am 12. September 1927: Aus Anlaß des Stiftungsfeſtes der Vereinigung ehemaliger Real⸗ und Oberrealſchüler fand am vergangenen Samstag im Mathildenhöhſaale ein muſikaliſcher Elternabend ſtatt. Die muſikaliſchen Elternabende, die man im Ver⸗ lauf des letzten Winters in den hieſigen Schulen hören konnte, waren nicht alle reſtlos befriedigend im Hinblick auf Auswahl und Ausführung der Muſikſtücke. Das, was aber am Samstag abend von dem jugendlichen Orcheſter der Liebigs⸗Oberrealſchule und des Reformrealgymnaſiums Darmſtadt geboten wurde, war ausgezeichnet. Da ſitzen mehr wie 50 Streichermuſikanten und geigen mit ſo anſteckender Begeiſterung, mit ſolch erſichtlichem Streben nach Tonreinheit, Tonſchönheit und Präziſion, daß man nur„Bravo“ ſagen kann. Unterſtützt wurden ſie durch Flöte, Horn, Trompete, Harmonium und Klavier, die dafür ſorgten, daß es einen richtigen Orcheſterklang gab. Es iſt durchaus nicht ſchwer, bei Schülerleiſtungen da und dort Mängel zu konſtatieren oder weniger Gelungenes im ein⸗ zelnen. Darauf kommt es hier gar nicht an. Jedenfalls zeigten zwei Sätze aus der Sinfonie Nr. 10 von Joſef Haydn und noch mehr der„Wiener⸗Blut“⸗Walzer und der Schlußmarſch„Alte Kameraden“ ſoviel jugendliches Feuer und Wuſierfeende daß das Echo bei den Zuhörern nicht ausblieb, die mit Recht ſämtliche Darbietungen des ſtrebſamen Schülerorcheſters durch aufmunternden Beifall belohnten. Dieſer Erfolg iſt das Verdienſt des muſikaliſchen Leiters der Veranſtaltung; Herr Oberreallehrer Lambert hat Dirigentenqualitäten und verſteht das Orcheſter zuſammen⸗ zuhalten und mitzureißen. Gleicher Erfolg war den von Schülern der Anſtalt unter gleicher Leitung gebrachten mehrſtimmigen Chören beſchieden: Motette„Herr, deine Güte reicht ſo weit“ von Grell,„Auf deinen Höhen“, bearbeitet von A. Mendelsſohn,„Flamme empor“ von Glaſer und„So ſei gegrüßt viel tauſendmal“ von Schumann,
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