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Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen gut. Leider wurden uns zwei brave Schüler durch den Tod entrissen: Erik Eidemüller VII aus Darmstadt, der am 17. Juni 1926 einem langen, schweren Leiden erlag und Johann Dörr IIa 1 aus Leeheim, der am 7. Ja- nuar 1927 einer Bauchfellentzündung zum Opfer fiel. Vertreter des Lehrerkollegiums und die Klassenkameraden gaben den beiden so früh Verblichenen das letzte Geleite.
Unter dem Vorsitz des Herrn Staatsrats Block fand am 8. September 1926 die Staats- prüfung der Studienreferendare Paul und Dr. Wolf statt.
Ein Nichtschüler erhielt am 15. September 1926 die Reife für Obersekunda, einer am 14. September 1926 die Reife für Unterprima.
Unter dem Vorsitz des Herrn Staatsrats Block bestanden am 2. März 1927 sämtliche 23 Schüler der Ia l die Reifeprüfung. Die Prüfung der 18 Schüler der Ia 2, die ebenfalls alle be- standen, leitete der Direktor.
Am 21. März 1927 fand unter dem Vorsitz des Herrn Staatsrats Block eine Reifeprüfung für Schulfremde statt. Von 31 Prüflingen bestanden 12. Außerdem legte gleichzeitig ein Nicht- schüler eine Ergänzungsreifeprüfung ab.
Am 11. Februar 1927 besuchte Herr Superintendent Flöring den evangelischen Religions- unterricht in mehreren Klassen.
Der Städtische Schulausschuß besichtigte am 10. September 1926 das Schulgebäude. Es war schon immer das Bestreben der Direktion, die im Kellergeschoß untergebrachten Klassen in einwandfreie Räume zu verbringen. Sie hat bereits im vorigen Schuljahr der Stadtverwaltung Vorschläge unterbreitet, auf welche Weise dies mit verhältnismäßig geringen Kosten zu ermöglichen wäre. Erfreulicherweise besteht nunmehr begründete Hoffnung, daß dem Wunsche der Schule Rechnung getragen wird, da nach Mitteilung des Herrn Oberbürgermeisters vom 18. März 1927 die städtische Verwaltungskonferenz den Vorschlag der Direktion genehmigt hat.
Am 18. Dezember 1926 besichtigten Vertreter der Stadt Forst in der Lausitz das Schul- gebäude.
Bei dem 25-jährigen Dienstjubiläum des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Darmstadt war die Schule durch den Direktor vertreten, ebenso bei der feierlichen Rektoratsübergabe in der Techn. Hochschule. Bei der 300-Jahrfeier des Instituts der Engl. Fräulein vertrat Herr Studien- rat Dr. Lücken, bei dem Jubiläum der Städtischen Akademie für Tonkunst Herr Oberstudienrat Balser, bei der Gedenkfeier zur Erinnerung an die Volksabstimmung in Oberschlesien Herr Studienrat Repp unsere Anstalt.
Den wahlfreien Lateinunterricht besuchten 27 Schüler der Klassen IIb bis Ia, den wahl- freien Unterricht in Philosophie 39 Primaner. An den phys., chem. und biologischen Schüler- übungen beteiligten sich insgesamt 47 Schüler der Oberklassen, am Werkunterricht 16 Schüler der Mittelklassen. Dem Orchester gehörten 50, dem Vororchester 30 Schüler an.
Von dem von der Stadt eingerichteten Milchfrühstück machen seit 19. August 1926 68 Schüler Gebrauch.
Am Schwimmunterricht im Woog und im Hallenbad nahmen unter Leitung des Herrn Ober- reallehrers Roth 71 Quartaner teil. 65 konnten sich frei schwimmen.
An den Reichsjugendwettkämpfen beteiligten sich 444 Schüler, und zwar: 241 in der I. Stufe, 125 in der II. Stufe, 78 in der III. Stufe. 285 von ihnen wurden Sieger, und zwar: 139 in der I., 98 in der II. und 48 in der III. Stufe. Die Ehrenurkunden des Reichspräsidenten erhielten in der I. Stufe 14, in der II. 10 und in der III. 5 Schüler. Den 1. Preis erhielten in der Ober- stufe Ludwig Fontius Ia 2, in der Mittelstufe Wilfried Heger IIIa 2 und in der Unterstufe Heinrich Schüler IIIa 4. Fünf unserer Schüler konnten das Reichsjugendabzeichen bekommen: Jakob Seib Ia 2, Karl Irion, Ernst Kleinschmidt Ib 2, Heinrich Repp und Georg Repp IIa 3.
Bei dem Schlagballwettspiel höherer Schulen Darmstadts trat unsere Schule am 25. Juni 1926 dem Realgymnasium gegenüber. Das Spiel endete mit 166 Punkten für unsere Mann- schaft gegen 13 Punkte für das Realgymnasium. Doch unterlagen wir am 30. Juni dem Gym- nasium bei dem Entscheidungsspiel für den Darmstädter Schlagballmeister höherer Schulen mit 35 Punkten gegen 74.
In der Reichskurzschrift wurden 133 Tertianer und Sekundaner durch Herrn Dr. Löw unter- richtet. Unser Schülerstenographenverein übt in mehreren Kursen. Bei einem Wettschreiben des Gautages des Verbandes Hessen-Nassau der Gabelsbergerschen Stenographen am 11. Juli 1926 wurden 5 Mitglieder in den Abteilungen 80— 120 Silben durch 4 erste und 1 zweiten Preis aus-


