III. Zur Geschichte der Anstalt.
Die Aufnahmeprüfungen fanden am 1. Mai statt, der Unterricht begann am 2. Mai nach einer gemeinsamen Feier. Das Schuljahnr wird am 31. März 1917 schliessen.
Auch in diesem lahre nahm der Unterricht in den verschiedenen Lehrfächern immer wieder Bezug auf die gewaltigen Ereignisse unsrer Tage, und wir bemühten uns, unsre Schüler die Vorgänge dieser Heldenzeit verständnisvoll miterleben zu lassen. Wir suchten in unsren 2öglingen, die ihre Gedanken mit lebhafter Teilnahme den großen Begebenheiten zuwandten, die vaterländische Gesinnung und die Opfer- willigkeit wachzuerhalten, und wir förderten durch geeignete Belehrungen über die pflichten der Daheimgebliebenen die Erziehung zum Staatsbürger. Besonders boten die Schulfeiern Gelegenheit, deutsche Art zu pflegen und die Herzen der Schüler für deutsche Macht und Ehre zu begeistern.
Im Laufe des Schuljahres wurden durch Verleihung des Eisernen Kreuzes ausge— zeichnet die früheren Schüler Bruno Dickel, Wilhelm Fischer, Wilhelm Gan— denberger, Ludwig Geisel, Wilhelm Gunschmann, Heinrich Herget, Wil- helm Krautwurm, Bruno Quiel, PhilippSschuchmann, Augusthllrich, Hans Wenderoth und der Pedell IJohann Schellhaas. Die Hessische Tapferkeitsmedaille wurde verliehen Heinrich Engmann, Ludwig Geisel, Erich Luckey, Walter Rückert, Wilhelm Spatz, Karl Stauf und Alfred Sütterlin. Zum Eisernen Kreuz 2. Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille erhielt noch das Oesterreichische Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration Philipp Sang, Leutnant im Reserve-Infanterieregiment 222. Die Schule beglückwünscht diese Tapferen!
In den schweren Kämpfen am Toten Mann starb am 18. luni den kHeldentod Lehramtsassessor Wilhelm Gerard, Leutnant d. R. und Kompagnieführer im Infanterieregiment 118, Ritter des Eisernen Kreuzes und Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille. Bis Ostern 1914 war er an unsrer Anstalt tätig und hatte durch sein liebenswürdiges Entgegenkommen, seine gediegene wissenschaftliche Bildung und sein ausgezeidmnetes Lehrgeschick sich die Wertschätzung der Amtsgenossen und die Liebe der Schüler erworben. Er wird uns allen unvergesslich sein!
Von früheren Mitgliedern des pädagogischen Seminars gaben ihr Leben willig für das Vaterland dahin: lakob Kraft, Lehramtsassessor in Offenbach, Vizewachtmeister im Feldartillerie—
regiment 183, Inhaber der Rettungsmedaille und der Hess. Tapferkeitsmedaille, Ludwig Krickser, Lehramtsassessor in Darmstadt, Vizefeldwebel im Inf.-Regt. 88.
Ehre ihrem Andenken!
In treuer Ppllichterfüllung erlitten von früheren Schülern den Tod für das Vaterland:
Am 24. luli bei Verdun Otto Ermel, Gefreiter im Reserve-Infanterieregiment 80, am 5. September in Galizien Heinrich Köhres, Reifeprüfling Ostern 1913, Musketier
im Infanterieregiment 222, am 16. September an der Somme Hans Wenderoth, Gardist im Infanterie—
regiment 115, Ritter des Eisernen Kreuzes, am 2. Oktober an der Somme Walter Rückert, Vizewachtmeister im Feldartillerie—
regiment 111, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille und vorgeschlagen zum Eisernen Kreuz, am 9. Okfober im Reserve-Feldlazarett 68 Rudolf Nicklas, Unteroffizier im Infanterie—
regiment 221, am 13. Oktober an der Somme Theodor Stautner, Reifeprüfling. Ostern 1913,
Unteroffizier im Nassauischen Feldartillerieregiment 63.
Wir gedenken mit Trauer und Stolz dieser füchtigen lünglinge, die, densjetzigen Schülern ein leuchtendes Vorbild, ihr Heldentum mit ihrem Blute besiegelt und zum Schutze deutscher Kultur und Sitte ihr junges Leben dahingegeben haben.
Welche Vaterlandsliebe und opferbereite Begeisterung sie beseelte, mögen einige Sätze aus dem Abschiedsbrief unsres lieben 19 jährigen Walter Rücert an seine Eltern zeigen:


