Jahrgang 
1915
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IWV. Zur Geschichte der Anstalt.

Die Aulnahmeprüfungen fanden am 20. April statt, der Unterricht begann am 211 April nach einer gemeinsamen Feier. Das Schuljahr wird am 27. März 1915 schließen.

Herrn Lehramtsassessor Dr. Völker, der seither freiwillig an der Anstalt unter- richtet hatte, wurde vom 20. April 1914 ab die Verwaltung einer Lehrerstelle an der Oberrealschule zu Mainz übertragen. Mit Wirkung vom gleichen Tage wurde Herr Lehramtsassessor Dr. Streuber mit der Verwaltung der Lehrerstelle betraut, die seither Herr Lehramtsassessor Dr. Kreickemeier inne gehabt hatte. Dieser wurde am 9. Mai an das Seminar für Volksschullehrerinnen versetzt. Herr Lehramtsassessor Gérard, der mit Beginn des Sommerhalbjahrs eine Stelle an dem Institut der Englischen Fräulein in Bensheim annahm, wurde auf sein Nachsuchen beurlaubt. An die Stelle des französischen Assistenten Herrn Arnal trat Herr Meneau aus Paris, der bis zum 16. luli blieb.

Zur Fortsetzung des Vorbereitungsdienstes wurden der Anstalt überwiesen Herr Lehramtsreferendar Dr. Neumann und Herr Lehramtsreferendar Klingemeier.

Dem pädagogischen Seminar gehörten im Sommerhalbjahr an die Lehramts- relerendare August Adam, Ludwig Eck, Hermann Götz, Rudolf Grosch, Georg Nungesser, Dr. Hermann Poepperling, Karl Beysel, Hermann Haller, loseph Kuhn, Karl Sang.

Herr Lehramtsassessor Koch, der ohne Vergütung an der Schule tätig war, übernahm am 13. Mai eine Stelle am Privatlyceum zu Neustadt in Oberschlesien.

Vom 16.22. luli besuchte Herr Reallehrer Lambert den Fortbildungskursus für Gesanglehrer, der in Würzburg abgehalten wurde.

Noch waren die Sommerferien nicht verflossen, da mußte Deufsciland den Kampf aulnehmen gegen gallische Rachsucht, russische Barbarei und englischen Krämerneid. Zu dem Streite um unsere nationale Ehre, um unsere Unabhängigkeit und unser Dasein, ja um den Fortschritt und die Zukunft der Menschheit erhob sich das ganze Volk in geeinter Kraft voll freudigen Opfermutes, und auch die lugend der höheren Schulen eilte von der Schulbank weg begeistert zu den Waffen mit dem festen Willen, unter Gottes Beistand des Vaterlandes heiligste Güter zu schützen und unserer ge- rechten Sache zum Siege zu verhelfen.

Für die Schüler, die der Prima im dritten Halbjahr angehörten, und die zum Dienst im Heere oder in der Marine verpflichtet waren oder auf freiwillige Meldung hin herangezogen wurden, oder die anderweit für die Zwecke der Landesverteidigung verwandt wurden, fand am 8. August unter dem Vorsitz des Direktors eine Not- reifeprüfung statt. Sie erfolgte nur mündlich und erstredkte sich auf die fremden Sprachen, Mathematfik und Geschichte. Die ganze Oberprima legte sie ab.

Unter den gleichen Voraussetzungen wurde durch eine Prüfung am 10. August Unterprimanern die Reife für Oberprima, Obersekundanern die Reife für Unterprima zugesprochen und drei Untersekundanern, die seit Ostern 1913 diese Klasse besuchten, der Berechtigungsschein verliehen.

Sofort oder in der nächsten Zeit traten als Kriegsfreiwillige ein aus Oberprima Philipp Biri, Philipp Heilig, Georg krämer, Philipp Müller und Wilhelm Spatz; dem Sanitàtsdienst widmeten sich August Engel und lulius Zeuch.