Jahrgang 
1925
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Volkskindergarten ein. Da unſere Anſtalt nicht geheizt werden konnte, begann der Unterricht erſt am 12. Mai. Die Frauenſchulklaſſe I!I zählte 50 Schülerinnen. Daher mußte der Unterricht in den Fremdſprachen geteilt werden. Frl. Nau übernahm den Unterricht in Kurzſchrift für Frauenſchule und Klaſſe JI. Reallehrer Haſter konnte infolge Erkrankung ſeinen Unterricht erſt am 7. Juni antreten. Vom 3. bis 5. Juni blieben die auswärtigen Schülerinnen infolge des Eiſenbahnerſtreiks der Schule fern. An Stelle des zum Dienſt am Heſſ. Archiv beurlaubten Lehramtsaſſeſſors Herrn Dr. Widmann trat Herr Dr. Avemarie ein. Leider war Frl. Dittmar am Schluß der Sommerferien erkrankt. Sie wurde bis zum Herbſt von Frl. Theſing vertreten. Ende Auguſt mußte Frl. Hiemenz ſich einer Operation unterwerfen; ihre Arbeit übernahm Frl. Klara Schneider. Ebenſo mußte Frl. Fertſch einige Wochen von Frl. Eliſabeth Darmſtädter vertreten werden. Mit Schluß des Sommerhalbjahrs verließ uns die Kindergärtnerin Frl. Erica Schmidt, um das Jugendleiterinnenſeminar in Frankfurt zu beziehen. An ihre Stelle trat am 1. Oktober die Jugendleiterin Frl. Adelheid Schäfer. Als Hoſpitantin in Kochen und Handarbeit trat Frl. Schumacher ein, in den Kindergarten Frl. Michelſtädter und Frl. Süffert. Am 27. Oktober begann das Winterhalbjahr. Wegen Kohlenmangels ward die Turnhalle geſchloſſen, der Nachmittagsunterricht, ſoweit möglich, im Vormittag untergebracht. Am 10. November ward die Liebigs⸗Oberealſchule in unſer Haus gelegt. Die beiden Anſtalten wechſelten wochenweiſe mit Vormittags⸗ und Nachmittagsunterricht ab. Vom 3. Dezember kamen noch 5 höhere Lehranſtalten in das Ludwigs⸗Georgs⸗Gymnaſium. Wir hatten am Mittwoch vorm. von 8²5 bis 12 ¹⁰, und am Samstag nachm. von 12³⁰ bis 5 5 Unterricht. Der Kindergarten war im Dezember im Jagd⸗ amt untergebracht; dann ward er ganz geſchloſſen. Den Reſt des Schuljahres verbrachten wir mit 4 Halbtagen im Jägertorſchulhaus. Die Frauenſchulklaſſen wurden in der Schulküche, wie im Amtszimmer des Direktors in der Eleonorenſchule unterwieſen. Da das hauswirtſchaftliche Seminar bereits am 11. Februar Prüfung hatte, konnten unſere Schülerinnen leider die letzten ſechs Wochen bis zum Schul⸗ ſchluß(27. März) infolge Kohlenmangels überhaupt nicht mehr kochen. In dieſem Schuljahr war der Kochunterricht zum erſten Mal auch auf die oberſte Frauenſchulklaſſe ausgedehnt worden.

Mit Genehmigung der Behörde verheiratete ſich Frl. Emma Bauſch mit dem Kaufmann Herrn Rudolf Nick. Am 5. Mai 1919 ward anſchließend an die öffentlichen Proteſtkundgebungen gegen den Gewaltfrieden von Verſailles eine Verſammlung der Oberklaſſen abgehalten. Am 17. September ver⸗ anſtalteten die Schülerinnen aus eigenem Antrieb einen bunten Abend, deſſen Erlös in der Höhe von 400 Mark dem Zweigausſchuß für Jugendherbergen im Odenwald überwieſen wurde. Am 9. Oktober wurde zur Erinnerung an die Eröffnung unſerer Anſtalt ein öffentliches Schulfeſt gehalten, das außer⸗ ordentlich gut beſucht war. Die erſte Abteilung brachte SchillersGlocke in Neubearbeitung von Brade. Hierauf folgten turneriſche Vorführungen von 9 Klaſſen. Den Schluß bildeten vier Bilder aus demDatterich. Am 5. November ward zum ehrenden Gedächtnis der im Kriege Gefallenen eine Gedenkfeier veranſtaltet. Bei der Entlaſſungsfeier ſprachen die Frauenſchülerinnen Frl. Marie Biſch überHauswirtſchaftlichen Unterricht und Frl. Erna Volz überEin Vormittag in der Schulküche. Die Abſchiedsrede hielt Frl. Grete Vonderſchmitt. Für die aus der Kriegsgefangenſchaft zurückkehrenden Soldaten ſammelten die Schülerinnen 406 Mark, der Epileptiſchenanſtalt ſpendete die Frauenſchulklaſſe II bei ihrem Beſuch 57 Mark.

Schuljahr 1921/22.

Am 4. April begann das Schuljahr mit einer ſchlichten Eröffnungsfeier. Hierbei wurde Herr Profeſſor Axt verabſchiedet, der nunmehr eine ganze Stelle an der Liebigs⸗Oberrrealſchule behkleidet. Als neu eingetreten wurden begrüßt die Herren Studienaſſeſſor Dr. Imgram, der für den an die Viktoriaſchule verſetzten Herrn Studienaſſeſſor Dr. Widmann kommiſſariſch an unſere Anſtalt verſetzt wurde, und Studienaſſeſſor Fink, der eine halbe Stelle verſah. Ebenſo mußte Herr Dr. Avemarie ſich mit einer halben Stelle begnügen. Beide wurden mit Beginn des Winterhalbjahres abberufen, als Herr Studienrat Dr. Heußel vom Ludwigs⸗Georgs⸗Gymnaſium kommiſſariſch mit der Verwaltung einer Lehrſtelle beauftragt wurde. Die Verſetzung des Studienrats Herrn Dr. Heußel bedeutete inſofern einen Fortſchritt in der Entwicklung unſerer Anſtalt, als nun nach zehn Jahren ihres