III. Zur Geſchichte der Anſtalt(1917—- 1925).
Am 16. April 1917 ward das Schuljahr 1917/18 mit einer Feier im Turnſaal eröffnet. Herr Reallehrer Haſter, der nach ſeiner Rückkehr aus dem Heeresdienſt an der Viktoriaſchule Verwendung gefunden hatte, trat in unſeren Lehrkörper zurück. Ebenſo konnten wir Frl. Waldner wieder begrüßen, die ſeit den Weihnachtsferien infolge ſchwerer Erkrankung unſerer Anſtalt fern bleiben mußte. Frl. Emmi Frenzel trat als Jugendleiterin des neugegründeten Volkskindergartens bei uns ein. Ferner übernahm Herr Lehrer Preſſer von der Stadtmädchenſchule I den Unterricht unſerer Frauenſchülerinnen im neu eingeführten Lehrfach der Gartenbaukunde. Ein Teil der Turnſtunden ward der ſtaatlich geprüften Turnlehrerin Frl. Clara Schmuck übertragen. Als Hoſpitantin im hauswirtſchaftlichen Unterricht trat mit Genehmigung der oberſten Schulbehörde Frl. Hilde Koch bis zu den Sommerferien bei uns ein. Am 5. Mai ſchied Frl. Duthel, Praktikantin für Handarbeitsunterricht, aus, um eine Stelle an der Volksſchule zu Lauterbach zu übernehmen. Am 4. Juni kam die Lehramtsaſpirantin Frl. Kullmann an unſere Anſtalt zur Weiterführung ihres zweiten Vorbereitungsjahres, doch ward ſie bereits am 16. Juni an der Auguſtinerſchule in Friedberg verwendet. Vom 13. Juni bis 2. Juli genoß Frl. Fertſch einen Erholungsurlanb; ihren Unterricht verſah in dieſer Zeit in freundlicher Weiſe Frl. Luiſe Weimar. Im Anſchluß an die Sommerferien war Herr Aſſeſſor Dr. Widmann wegen nervöſer Reizung und Herzſchwäche 14 Tage beurlaubt. Am 14. Auguſt ſchied Frl. Waldner infolge ihrer Kriegstrauung mit Herrn Leutnant Altendorf ganz aus dem Schuldienſt aus. Am 27. Auguſt trat Frl. Weimar eine halbe Stelle an. Am 11. Oktober kam die Lehramtsaſpirantin Frl. Zimmermann als Nachfolgerin von Frl. Waldner zu uns. Frl. Julie Lämmlein und Frl. Haug wirkten ein Vierteljahr als Prak⸗ tikantinnen des hauswirtſchaftlichen Unterrichts bei uns. Am 21. Dezember verabſchiedete ſich Frl. Morell, die zunächſt bis Oſtern 1919 beurlaubt war, zur Ubernahme der Leitung der Eliſabethenſchule. Ihr zu Ehren fand eine kleine Schulfeier ſtatt. Mit der Verwaltung der freigewordenen Stelle ward Frl. Eliſabeth Schweisgut betraut. Frl. Weimar ſchied mit Schluß des Schuljahres aus dem öffentlichen Schuldienſt aus und ging an die Eliſabethenſchule.
Das Reformationsfeſt ward von den evangeliſchen Lehrkräften und Schülerinnen gemeinſam begangen. Gelegentlich der öffentlichen Entlaſſungsfeier am 22. März 1918 ſprach die Frauenſchülerin Frl. Marie Becker über:„Ein Tag im Kindergarten“ und Frl. Marie Michelſtädter über:„Der Ein⸗ heitsſtoff und ſeine Bedeutung für den Kindergarten“. Mit der Abſchiedsrede ward Frl. Auguſte Bruch⸗ häuſer von ihren Mitſchülerinnen betraut. Wie in den erſten Kriegsjahren, ſo haben ſich auch in dieſem Jahr die Schülerinnen wieder eifrig in den Dienſt der Kriegsfürſorge geſtellt. Sie betätigten ſich in Kinderhorten und Krippen, bei der Frauenhilfe und der Ausgabe von Lebensmittelkarten. Sie arbeiteten für Lazarette, Fürſorgeamt und das Säuglingsheim. Sie waren beſtrebt, Gegenſtände für die Weihnachts⸗ beſcherungen entweder unter Leitung der Handarbeitslehrerinnen ſelbſt herzuſtellen oder aus den hier⸗ für in den einzelnen Klaſſen veranſtalteten Sammlungen zu beſchaffen. Sie erfreuten an Feſttagen unter Führung des Herrn Reallehrers Schäfer die Inſaſſen der Lazarette durch Gedichte und Lieder. Wieder⸗ holt halfen Schülerinnen unter Leitung von Frl. Bauſch auch bei landwirtſchaftlichen Arbeiten gerne mit. An ſämtlichen Sammlungen für Kriegsanleihen, von Goldmünzen und Goldſachen, Altmetall und Gummi, für Rotes Kreuz und Säuglingfürſorge nahmen ſie eifrig teil. Herr Oberſchulrat Ritſert beſuchte den Unterricht an vier Tagen. Herr Geheimrat D. Dr. Flöring hielt am 12. und 15. November eine Religionsprüfung der evangeliſchen Schülerinnen ab.
Am 8. Oktober 1917 trat der neue Heizer Schwab ſeinen Dienſt an. Pedell Sperling wurde am 1. Februar 1918 zum Heeresdienſt eingezogen.


