Zur Geſchichte der Anſtalt.
Am 25. April, dem Beginn des Schuljahres, wurde Studienrat Fritz Koch an die Realſchule Lauterbach verſetzt, an ſeine Stelle trat Studienaſſeſſor Kurt Freidank, der vorher an der Privat⸗ ſchule in Crainfeld tätig geweſen war. Am 23. Juni wurden die Studienaſſeſſoren Aug. Rau und Dr. Karl Kraft zu überplanmäßigen Studienräten ernannt. Für Studienrat Schwarz, der ſich einer Ohrenoperation unterziehen mußte, übernahm für die Zeit von Oſtern bis zu den Sommerferien(16. Juli) Studienaſſeſſor Dr. Fritz Heichelheim aus Gießen die Vertretung. Kürzere Erkrankungen verſchiedener Lehrer erforderten keine Aushilfe, wohl aber die des Hausmeiſters Weiß in den letzten Wochen des Schuljahres, das am 31. März ſein Ende fand. Für den durch ſeine Landtagstätigkeit häufig in Anſpruch genommenen Direktor, der in den Verwaltungsgeſchäften von Prof. Dr. Wittekind unterſtützt wurde, beſtand wie im Jahre 1926 eine halbe Vertretung; ſie lag in der Hand des Studienaſſeſſors Dr. Paul Culmann, der zur anderen Hälfte ältere Amtsgenoſſen entlaſtete.
Unſer Jugendfeſt begingen wir am Johannistag durch Ausflüge. Bei der Verfaſſungsfeier ſprach Studienrat Rau, am 80. Geburtstag des Reichspräſidenten Hindenburg Studienrat Schwarz, zur Totenfeier Aſſeſſor Dr. Kämmerer und am 75. Geburtstag des Staatspräſidenten Ulrich Aſſeſſor Dr. Roeschen. Wiederholt wirkten dabei unſer Schülerchor und unſer kleines Orcheſter unter der Leitung von Aſſeſſor Dr. Pfaff mit, ebenſo geſchah dies gelegentlich eines ſtark beſuchten Elternnachmittags, bei dem der Abiturient Winkel und die Primanerin Gaßner über die Ent⸗ wicklung der griechiſchen Tragödie und über Romaniſche Kirchenbauten Vorträge hielten.
Der Jahresausflug fand am 23. Juni ſtatt; mehrere Klaſſen machten dabei von dem einge⸗ räumten Rechte Gebrauch, eine mehrtägige Wanderung zu unternehmen. Ferner wurden im Laufe des Jahres 7 mindeſtens dreiſtündige Spaziergänge gemacht. Zahlreich wie immer beteiligten ſich unſere Schüler am V. d. A.⸗Tag in Goslar. Wie für die Unterſtützung des Auslandsdeutſchtums warben ſie auch eifrig für die Hindenburgſpende und die Künſtlerhilfe, für die wieder mehr als 900 Loſe abgeſetzt wurden. Die Oberklaſſen beſuchten am 2. September die Ausſtellung kirchlicher Kunſt in Darmſtadt unter Führung von Aſſeſſor Dr. Lade; am 10. März hörten ſie die Vorträge der Zentrale für Heimatdienſt. Beim Schlagballwettſpiel um den heſſiſchen Wanderpreis unterlag unſere Mannſchaft beim erſten Kampf gegen die beſſer eingeſpielten Gegner von der Aufbauſchule Friedberg, die wir im vorigen Jahre geſchlagen hatten; mehr Glück hatten wir bei den Reichsjugend⸗ wettkämpfen, die unſern Schülern— die Schülerinnen konnten ſich leider nicht beteiligen— nicht weniger als 53 Ehrenurkunden brachten.
Die Direktion des Wolfgang⸗Ernſt⸗Gymnaſiums: Dr. Keller.


