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Zur Geſchichte der Unſtalt
Prof. Dr. Kraemer war vom 1. April an auf 6 Wochen zu einer militäriſchen Uebung ein⸗ berufen. Seine Vertretung übernahm von der zweiten Woche an Lehramtsaſſeſſor Schonebohm. Prof. Haacke wurde vom 13. Oktober an wegen Krankheit beurlaubt. Im Religionsunterricht ver⸗ traten ihn Pfarrer Schäfer von hier und Pfarrer Lenz von Rohrbach, im hebräiſchen Unterricht Pfarrer Göbel von hier. Oberlehrer Dr. Schmidtgen wurde am 13. Auguſt zum Oberlehrer am Realgymnaſium zu Mainz ernannt. Lehramtsaſſeſſor Dr. Hinrichs nahm zu Pfingſten an einem archäologiſchen Kurſus zu Würzburg uſw. teil. Am 1. April geht er an das Ludwig⸗Georgs⸗ Gymnaſium zu Darmſtadt über. An ſeine Stelle tritt Lehramtsaſſeſſor Appelmann.
Am 17. November beſuchten die Herren Geheimrat Süffert und Geh. Oberſchulrat Nod⸗ nagel die Anſtalt und wohnten dem Unterricht in mehreren Klaſſen bei.
Bei der Schulfeier am 24. November hielt der Direktor die Feſtrede, am 26. Januar in öffentlicher Feier Lehramtsaſſeſſor Dr. Hinrichs.
Die Reifeprüfung fand am 9. Februar ſtatt; den Vorſitz führte Herr Geh. Oberſchulrat Nodnagel. Einige Tage zuvor hatte Herr Medizinalrat Dr. Wießner in längerem Vortrag die Abi⸗ turienten über die ſittlichen und geſundheitlichen Gefahren aufgeklärt, die ihnen nach dem Verlaſſen der Schule drohen. Wir ſagen ihm auch an dieſer Stelle beſten Dank für ſeine Bemühung.
Die engliſchen Unterrichtsſtunden beſuchten in der unteren Abteilung 2, in der oberen 5 Schüler, die hebräiſchen in beiden Abteilungen je 1 Schüler. An dem wahlfreien Unterricht im Zeichnen be⸗ teiligten ſich 24 Schüler, am Unterricht in Stenographie 46 Schüler in verſchiedenen Abteilungen.
Für Geſchenke ſind wir zu Dank verpflichtet den Herren A. Damaſchke in Berlin, Kammer⸗ direktor Müller hier, W. Werner in Gleiwitz, dem Großh. Kreisamt hier, dem Abiturienten K. Koeniger und dem Verlag B. G. Teubner in Leipzig.
ʒitteilungen an die Gliern, um deren Beachtung wir dringend erſuchen. Geſuche um Befreiung von der Zahlung des Schulgeldes ſind bis zum 1. Mai ſchriftlich bei der Direktion einzureichen. Es dürfen nur erweislich bedürftige, geiſtig beſonders begabte und ſtrebſame Schüler berückſichtigt werden; zu bevorzugen ſind Schüler der oberen
Klaſſen. Die Verleihung kann immer nur auf ein Jahr erfolgen.— Eltern, die Auskunft über die Leiſtungen ihrer Söhne zu erhalten wünſchen, bitten wir, ihren Beſuch einen Tag vorher anzu⸗ melden.— Alle Schreiben amtlicher Art ſind nicht an den Direktor, ſondern an die Direktion zu
richten.— Die auswärtigen Schüler haben vor der Wahl oder dem Wechſel der Wohnung dem Direktor hiervon Mitteilung zu machen.— Den Eltern wird im Anfang jeden Halbjahres bekannt gegeben werden, an welchen Wochentagen ſich die Hefte mit den verbeſſerten und beurteilten ſchriftlichen Arbeiten in den Händen der Schüler befinden.— Bei Geſuchen um Befreiung vom Turnunterricht, die jährlich zu erneuern ſind, iſt ein ärztliches Zeugnis vorzulegen, in dem der Grund der Befreiung genau angegeben iſt, ebenſo, ob dieſe Befreiung für Geräteturnen allein oder für alle Turnübungen verlangt wird.— Wir bitten die Eltern unſrer Schüler, auf die Lektüre ihrer Söhne ein wachſames Auge zu haben und die Schule in dem Kampf gegen jegliche verderbliche Lektüre zu unterſtützen.— Erneut weiſen wir auf die im Staatsverlag erſchienene„Amtliche Handausgabe der Prüfungsordnungen und Lehrpläne für die höheren Lehranſtalten des Großherzogtums Heſſen“(Preis Mk. 1,20) hin.


