Jahrgang 
1905
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Zur Geſchichte der Anſtalt.

Oberlehrer Dr. Krämer war im Frühjahr auf vier Wochen zu einer militäriſchen Übung eingezogen, die zum größten Teil in die Oſterferien fiel. Eine Vertretung war nur vom 12. bis 16. April nötig. Vom 15. bis 22. Juli nahm er an dem archäologiſchen Kurſus in München teil. Oberlehrer Kraft war vom 26. April bis 9. Mai zu einer militäriſchen Übung eingezogen, Oberlehrer Dr. Volp zu einer ſechswöchigen Herbſtübung, die indes größtenteils mit den Herbſtferien zuſammenfiel. Nur vom 12. bis 24. September mußte er vertreten werden. Profeſſor Dr. Dingeldein nahm am 13. und 14. Dezember, ferner vom 14. bis 21. März an den Sitzungen der Landesſynode teil, Prof. Dr. Koſt an dem naturwiſſenſchaftlichen Kurſus in Darmſtadt vom 20. bis 29. März. Die Geſamtzahl der vollen Vertretungstage betrug in dem verfloſſenen Schuljahr 118 Tage, davon wegen Erkrankung von Lehrern 45 Tage. Der Zeichenunterricht fiel wegen einer Reiſe und ſpäteren Erkrankung des Zeichenlehrers, Architekten Trapp, 2 ½ Wochen aus.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 26. Oktober wurde der Lehramtsaſſeſſor Friedrich Schad aus Darmſtadt zum Oberlehrer an dem Realgymnaſium zu Mainz ernannt. Wir benutzen gern auch dieſe Gelegenheit, um ihm nicht nur für ſeine treue und erſprießliche Tätigkeit an unſrer Schule zu danken, ſondern vor allem auch für den raſtloſen Fleiß, den er während ſeiner hieſigen Wirkſamkeit auf die muſterhafte Ordnung der reichen Sammlungen der Anſtalt verwendet hat. An ſeine Stelle trat der Lehramtsakzeſſiſt Otto Schmidtgen, der bis dahin an dem Realgymnaſium zu Mainz verwendet worden war. Pfarrkurat Ihm, der ſeither den katholiſchen Religionsunterricht an dem hieſigen Gymnaſium erteilt hat, wurde am 1. Oktober nach Worms verſetzt. Für ihn trat Pfarrkurat Dory ein.

Anläßlich des Geburtstages Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde dem Oberlehrer Profeſſor Dr. Schädel das Ritterkreuz I. Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen, dem Pedellen Ortwein das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InſchriftFür langjährige treue Dienſte verliehen.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war mit Ausnahme einiger Wochen um Weihnachten, wo haupt⸗ ſächlich durch die Influenza zahlreiche Schulverſäumniſſe veranlaßt wurden, als gut zu bezeichnen. Die vor⸗ geſchriebenen Ausflüge wurden im Sommer durch die übergroße Hitze eingeſchränkt, im Winter dagegen regel⸗ mäßig unternommen. Die günſtige Gelegenheit, die den Schülern im Sommer zum Baden und Spielen geboten iſt, hätte eifriger benutzt werden können; um ſo reger war dafür im Winter der Beſuch der Eisbahn. An der vom Deutſchen Flottenverein veranſtalteten Fahrt nach Bremen, Bremerhaven und Wilhelmshaven nahmen unter Führung des Oberlehrers Dr. Volp ſieben Schüler der Ober⸗ und Unterſekunda teil.

Die Schulfeiern fanden in herkömmlicher Weiſe ſtatt. Die Feſtrede hielt am 25. November in öffent⸗ licher Feier Profeſſor Dr. Schädel, am 26. Januar vor Lehrern und Schülern Profeſſor Dr. Koſt. Für das Winterhalbjahr war auf Antrag der weit überwiegenden Mehrzahl der Eltern unſerer Schüler mit Genehmigung Großh. Miniſteriums der Vormittagsunterricht eingeführt, der ſich durchaus bewährt hat und auch weiterhin beibehalten werden wird.

Am 1. Dezember beſuchten die Herren Miniſterialrat Dr. Eiſenhuth und Geh. Oberſchulrat Nodnagel unſere Anſtalt und wohnten dem Unterricht in allen Klaſſen bei.

Die engliſchen Unterrichtsſtunden beſuchten in der unteren Abteilung 5 Schüler, in der oberen im Sommer 4, im Winter 3, die hebräiſchen in der unteren Abteilung 1 Schüler, der gegen Weihnachten austrat,