Jahrgang 
1862
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Schulnachrichten.

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1. Chronik des Gymnaſiums.

Im letzten Quartal des Schuljahrs trat der Lehramts⸗Candidat Ludwig Textor bei dem hieſigen Gymnaſium ſeinen Acceß an. Es folgen hier ſeine Perſonalien:

Ludwig Textor wurde am 22. Juni 1837 zu Steinfurt in der Wetterau, wo ſein Vater Pfarrer iſt, geboren. Er beſuchte vom Herbſt 1851 an das Gymnaſium zu Darmſtadt. Nach beſtandener Maturi⸗ tätsprüfung bezog er zu Oſtern 1855 die Univerſität Gießen, wo er bis zum Herbſt 1858 Philologie ſtudirte. Sodann verließ er die Hochſchule um wegen Kränklichkeit ſeines Vaters einſtweilen ein Privatinſtitut in Steinfurt zu übernehmen. Im Winter des Jahres 1861 beſtand er das Facultätsexramen in Gießen und trat im erſten Quartal 1862 ſeinen Acceß am Gymnaſium zu Büdingen an.

Die Lehrmittel ſind auch während dieſes Jahres in entſprechender Weiſe vermehrt worden.

Wir erfreuten uns eines befriedigenden Geſundheitszuſtandes der Schüler, bis wir nahe dem Ende des Schuljahres durch einen plötzlichen Todesfall in Betrübniß verſetzt wurden. Rudolf Drehwald, älteſter Sohn des Fürſtlich Yſenburgiſchen Kammerſecretärs Herrn Drehwald dahier, erlag den 31. März einer kaum vier⸗ tägigen Entzündungs⸗Krankheit; ein ſehr gutgearteter und hoffnungsvoller Knabe, welchem Lehrer und Mit⸗ ſchüler mit Liebe zugethan waren, und dem troſtloſe Eltern nachweinen. Das ganze Gymnaſium begleitete ihn am 2. April zu ſeiner Ruheſtätte.

An Geſchenken kamen ein:

Von Gymnaſiaſt Heß, Blei und Silbererzſtufen von Uſingen; von Gymnaſiaſt Döll, ein trachytiſches Geſtein aus Wohnbach; von Gymnaſiaſt Kaufmann, ein Siebenſchläfer; von Gymnaſiaſt Fenchel, Berg⸗ kryſtalle aus Griedel; von Herrn Regierungsrath Follenius, eine Pfeifente; von Herrn Bürgermeiſter Koch in Lindheim, eine Tafelente; von Herrn Rechner Albrecht, ein Hermelin.