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10. Programm
der zum Gedächtnis Kaiſer Wilhelm I. am 22. März 1897 veranſtalteten Schulfeier.
I. Feſtrede des Direktors. II. Reihenfolge der in die Feſtrede eingeflochtenen Deklamationen und Geſänge. 1) Prolog, J. Kalefeld, Kl. 3. 2) Geſang: Herr Gott, dich loben wir. 3) Was iſt des Deut⸗ ſchen Vaterland?(Arndt), P. Sander, Kl. 6. 4) Aus der Jugend Kaiſer Wilhelms, K. Winckler, Kl. 75. 5) Der Treue Zeichen, W. Wolf, Kl. 1. 6) Erzählung von der Kornhlume, Ph. Schmitt, Kl. 74a. 7) Magde⸗ burg(Rückert), C. Huff, Kl. 2. 8) Auf den Tod der Königin Luiſe(Schenkendorf), Ph. Külzer, Kl. 5. 9) Geſang: Sie ſollen ihn nicht haben. 10) Alldeutſchland in Frankreich hinein(Arndt), H. Dory, Kl. 6. 11) Szene: Im Lager bei Bar⸗ſur⸗Aube, A. Lunkenheimer, C. Heymann, M. Michel, Kl. 4. 12) Wilhelm des Großen eigenſtes Werk, C. Rinker, Kl. 5. 13) Das Lied von Düppel(Geibel), W. Augſtein, Kl. 3. 14) Ein Ruf über den Main(Geibel), E. Bidinger, Kl. 4. 15) König Wilhelm ſaß ganz heiter, A. Kale⸗ feld, Kl. 7a. 16) Geſang: Die Wacht am Rhein. 17) Wie der König in den Krieg zog(Curtius), G. Seyler, Kl. 7b. 18) Kriegslied(Geibel), P. Renner, Kl. 2. 19) Geſang: Durch tiefe Nacht ein Brauſen zieht. 20) Am 3. September 1870(Geibel), J. Schmitt, Kl. 3. 21) Des deutſchen Knaben Tiſchgebet (Gerok), J. Augſtein, Kl. 6. 22) Nun wirf hinweg den Witwenſchleier(Geibel), A. Bergmann, Kl. 1. 23) Geſang: Triumph! Das Schwert in tapferer Hand. 24) Friedensgruß unſern heimkehrenden Kriegern (Gerok), F. Hilsdorf, Kl. 2. 25) Geſang: Deutſche Worte hör ich wieder. 26) Des Königs Heimkehr (Curtius), H. Becker, Kl. 5. 27) Geſang: Heil Dir im Siegerkranz. 28) Der Kaiſer und das Häslein, J. May, Kl. 7a. 29) Preisgedicht, J. Erdmann, Kl. 3. 30) Wilhelm dem Siegreichen(Wildenbruch), J. Weyl, Kl. 1. 31) Geſang: Deutſchland, Deutſchland über Alles.
11. Bekanntmachung betreffend das neue Schuljahr und die Aufnahme neuer Schüler.
Anmeldungen zur Aufnahme in die Vorſchule, die Realſchule und in das Progymnaſium werden Montag den 26. April, morgens von 8 Uhr an, im Amtszimmer des Direktors entgegengenommen. Außer dem Geburtsſchein und dem Abgangszeugnis der zuletzt beſuchten Schule iſt auch der Impf⸗ ſchein über die erſte beziehungsweiſe zweite Impfung vorzulegen. Die Aufnahmeprüfungen finden Dienstag den 27. April, von morgens 8 Uhr an, ſtatt. Das neue Schuljahr beginnt Mittwoch den 28. April.
Die Vorſchule, welche vier Jahre umfaßt und für die Realſchule und das Progymnaſium vorbereitet, nimmt in ihre unterſte Klaſſe Knaben auf, die bis zum 30. September 1897 das ſechſte Lebensjahr zurückgelegt haben. Den verehrlichen Eltern wird empfohlen, ihre Kinder, welche ſpäter die Realſchule oder das Progymnaſium beſuchen ſollen, möglichſt zeitig der Vorſchule anzuvertrauen.
Die Realſchule nimmt in die ſechſte Klaſſe Knaben auf, welche das zehnte Lebensjahr zurückgelegt haben. Bei genügender leiblicher und geiſtiger Reife können auch ſolche Knaben aufgenommen werden, welche bis zum 30. September 1897 das zehnte Lebensjahr vollenden. Bei der Eintrittsprüfung ſind folgende Kenntniſſe nachzuweiſen:
1) Fähigkeit, deutſche und lateiniſche Schrift ſchreiben und mit richtiger Betonung leſen zu können;
2) ziemliche Sicherheit in der Rechtſchreibung der in der gewöhnlichen Sprache des täglichen Lebens vor⸗ kommenden deutſchen Wörter;
3) Kenntnis der Begriffswörter, ihre Einteilung und Beugung, ſowie des einfachen Satzes:
4) Kenntnis der vier Grundrechnungsarten in uͤnbenannten und benannten ganzen Zahlen.
Das YProgymnaſium nimmt in die Septa(AVlla der Realſchule)„nach drei Schuljahren“, d. h. Knaben auf, welche das neunte Lebensjahr entweder ſchon zurückgelegt haben, oder bis zum 30. Sep⸗ tember 1897 zurücklegen. Die Schüler, welche in die Sexta des Progymnaſiums aufge⸗ nommen ſein wollen, müſſen vor allem gute Sicherheit im Schreiben und Leſen der lateiniſchen Schrift und Kenntnis der deutſchen Deklination und Konjugation mit lateiniſcher Terminologie nachweiſen. Die Realſchule ninmt alſo in ihre unterſte Klaſſe nach vier Schuljahren, das Progymnaſium in ſeine unterſte Klaſſe ſchon nach drei Schul⸗ jahren auf. Das Progymnaſium führt in 7 Jahren ſeine Schüler bis zur Unterprima eines humaniſtiſchen Gymnaſiums.
Großherzogl. Direktion der Realſchule und des Progymnaſtums zu Bingen am Rhein. Dr. Theodor Walter.


