Jahrgang 
1927
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1. Die Räume für den physikalischen Unterricht:

Für den Physikunterricht stehen drei Räume zur Verfügung: 1. der Hörsaal mit 27 Sitzplätzen, 2. das Sammlungszimmer, 3. der Raum für die praktischen physikalischen Uebungen, in dem auch die biologischen Uebungen abgehalten werden sollen. Es war die Aufgabe in den verflossenen Monaten, diese Riume für die Zwecke des physikalischen Unterrichts herzurichten, während sich bei der physikalischen Apparatur Stadt und Staat in die erheblichen Kosten teilten.

2. Die technische Einrichtung.

Von besonderer Wichtigkeit für den Physikunterricht ist die elektrische Anlage, die sowohl Wechsel- strom wie Gleichstrom liefern muß. Da das Ortsnetz 220 V, bezw. 380 V Wechselstrom liefert, so war zunächst die Gleichstromfrage zu lösen, die ihrerseits mit der Stromart des Projektionsapparates in engster Beziehung. stand. Die Stadt lieferte ein Umformeraggregat bestehend aus einem mit Wechselstrom gespeisten Antriebs- motor, mit dem seinerseits eine Dynamomaschine unmittelbar gekuppelt ist. Sie liefert normal 65 Volt. 50 Ampere. Der Gleichstrom dient zum Betriebe des Projektionsapparates, der aus staatlichen Mitteln beschafft ist. Ueber die Gleichstromtafel geleitet, kann er auch zu physikalischen Versuchen benutzt werden. Kleinere und kleinste Spannungen werden von einer Akkumulatorenbatterie von 8 Zellen= 16 Volt geliefert.(Maximale Entlade- stromstärke 45 Amp., Amp.-Stundenzahl 120). Durch Unterteilung können 216 Volt, von 2 zu 2 Volt fort- schreitend, entnommen werden. Der Projektionsapparat genügt allen optischen Anforderungen. Er hat Zentral- projektion, Horizontalprojektion, epidiaskopische Projektion, Diapositivprojektion und ist außerdem mit Kino- vorsatz ausgerüstet, sodaß auch Filme vorgeführt werden können. Wie teuer eine physikalische Apparatur ist, erhellt wohl daraus, daß dieser Apparat allein schon 2000,00 RM. kostet.

Neben diesen Ausrüstungegenständen wurde die bewegliche Apparatur bedeutend vermehrt. An größeren Anschaffungen sind zu erwähnen: 1 optische Bank, 1 Spektralapparat, 1 Zinksulfidschirm, für Ultrarot, 1 Aragos Rotationsmagnet, 1 Instrumentarium für Teslaversuche und elektr. Wellen, 1 Thermograph, 1 Barograph, 1 Hygrograph, 1 Psychrometer, 1 Braunsche Röhre für Wechselstromanalysen, 1 Radioexperimentiergerät, 1 Präzisionsvoltmeter, 1 Präzisionsamperemeter für Gleichstrom, 1 Meßinstrument für Wechselstrom, 1 Gleich- richter, Schieberwiderstände u. a. m.

7. Chemie.

Auch die Chemie konnte in diesem Jahre ihre neuen Unterrichtsräume beziehen. Es sind: 1 Arbeits- raum mit 6 einfachen Arbeitstischen zu je zwei Plätzen; 10 Plätze waren bereits vorhanden, der sechste Tisch wurde in diesem Jahre geliefert. Die alten Schränke für Apparate und Chemikalien, die für den Bedarf der Vollanstalt zu klein waren, wurden durch neue ersetzt, ebenso ein Schranktisch mit Schubladen und Schränkchen für Geräte und mit Aufsatz für Chemikalien zum Gebrauch des Lehrers. Wie seither wurde der gesamte chemische Unterricht in diesem Raum erteilt; die Kleinheit unserer Oberklassen erlaubt, daß Lehrer und Schüler an einem gewöhnlichen Tische Platz nehmen, in nächster Nähe sämtlicher Gebrauchsgegenstände, sodaß deren umständlicher, zeitraubender Transport nach dem physikalisch-chemischen Lehrzimmer entfällt.

Ein neben dem chemischen Arbeitszimmer gelegener kleiner Raum wurde zur Aufstellung der Wagen, der mineralogischen Sammlung und als biologischer Bilder- und Bücherraum eingerichtet, wofür er bei der nahen Verwandtschaft zwischen Chemie und Biologie berufen erscheint. Ein Wagentischchen und ein Büchergestell wurden von der Stadt geliefert, ein Bildergestell aus Anstaltsmitteln beschafft.

Für den chemischen Unterricht konnten in diesem Jahre nur einige wenige Chemikalien angeschafft werden.

Ein entschiedener Mangel der Einrichtung für Chemie ist das Fehlen einer Gasheizung, für die die vorhandene Spiritusheizung einen nur ganz ungenügenden, umständlichen und nicht einmal ungefährlichen Ersatz bietet. Die Rohrleitung für Gas ist zwar gelegt, von der Beschaffung eines Apparates aber für verdichtetes Leuchtgas(Blaugas), das an vielen Schulen ohne städtische Gasanstalt sich Eingang verschafft hat, hat die Stadtverwaltung aus Sparsamkeitsgründen bis jetzt abgesehen. Ein den Anforderungen voll entsprechender chemischer Unterricht wird erst möglich sein, wenn diese Frage gelöst ist.

8. Biologie.

Für den biologischen Unterricht ist außer dem schon lange bestehenden in den letzten Jahren neu ein- gerichteten Schulgarten im Neubau, gegenüber dem chemischen Unterrichtszimmer, ein heller Raum verfügbar geworden, der dazu dienen kann, im Winter eine Anzahl Zimmerpflanzen aufzunehmen, ferner Aquarien und Terrarien zu beherbergen. Einen einfachen Arbeitstisch hat die Stadt für diesen Raum geliefert; für die Er- füllung genannter weiterer Wünsche haben bis jetzt die Geldmittel gefehlt. Dagegen konnte ein großes Mikroskop und zwei Schülermikroskope, sowie zwei Stativlupen beschafft werden.