Jahrgang 
1903
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Verfügung vom 19. December 1902 S. 10600. Um das Zusammenwirken von Eltern und Lehrern zu erleichtern, ordnet das Königl. Prov.-Schulk. an, dass nicht nur der Director, sondern auch die sämtlichen Lehrer Ort, Tag und Stunde anzugeben haben, an denen sie wöchent- lich für die Eltern oder Pfleger der Schüler zu sprechen sind. Die Sprechstunden sind durch eine im Flur des Schulgebäudes aufzuhängende Tabelle zur Kenntnis der Interessenten zu bringen. Die Tabelle ist auch im Jahresberichte abzudrucken. S. Abschn. VII.

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Durch Verfügung vom 23. Januar 1903 S. 441 wird für den 12. Februar eine allgemeine Zählung der Schüler mittelst Zählkarten angeordnet.

Die Schlussprüfung an den éstufigen Anstalten ist in den letzten 5 Wochen vor Schluss des Schul- jahres derart vorzunehmen, dass die letzten 3 Wochen für die mündliche Prüfung freizu- halten sind. Verf. 14. Februar 1903 S. 1420.

III. Chronik der Anstalt.

Mittwoch, den 9. April 1902 begann das neue Schuljahr mit der Aufnahmeprüfung.

13 Schüler wurden neu aufgenommen und zwar 1 in Sekunda, 1 in Quarta, 1 in Quinta und 10 in Sexta.

Die Pfingstferien dauerten vom 18. bis 26. Mai, die Sommerferien vom 15. August bis 18. September und die Weihnachtsferien vom 24. Dezember bis 7. Januar 1903.

Mittwoch, den 7. Mai fiel der Unterricht aus, weil die Mehrzahl der Lehrer die Versammlung zu Geisenheim besuchte.

Wegen Hitze wurde der Unterricht ausgesetzt je drei Stunden am 31. Juni und 21. Juli, je zwei Stunden am 2. und 4. Juni und 15. Juli, und je eine Stunde am 3. Juni, am 7. und 16. Juli.

Der übliche Schulausflug hatte diesmal Dillenburg zum Ziele. Leider war die in Dillenburg zur Verfügung stehende Zeit so knapp, dass ausser dem Besuch des Wilhelmsturmes nur ein Gang durch die Stadt gemacht werden konnte.

Der Geburtstag des Kaisers wurde auf die übliche Weise gefeiert. Die Festrede hielt, Herr Oberlehrer Schmelz.

Die schriftliche Abschlussprüfung fand vom 9. bis 13. März statt. Die mündliche Prüfung wurde unter dem Vorsitze des Herrn Oberregierungsrats D. Dr. Lahmeyer am 19. März abgehalten. Sechs Schüler erhielten das Zeugnis der Reife für Obersekunda.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war im allgemeinen gut. Von den ersteren waren nur zwei durch Krankheit einige Tage dienstunfähig.

Zum erstenmale seit längerer Zeit hat während des Schuljahres kein Wechsel im Lehrer- kollegium stattgefunden; und da auch keiner der Lehrer zu militärischen Dienstleistungen oder zu einem Fortbildungskursus beurlaubt werden musste, verlief der Betrieb des Unterrichts in dem ganzen Jahre ohne Störung.

Für den Beginn des nächsten Jahres steht ein Wechsel leider wieder in Aussicht, da Herr Oberlehrer Schmelz an das Gymnasium zu Wiesbaden versetzt ist. Wer an seine Stelle treten wird, ist noch nicht bestimmt.