Jahrgang 
1884
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4. Emil Magnus, geboren zu Biedenkopf, 17 Jahre alt, evangelischer Konfession, Sohn des Restaurateurs

Karl Magnus hierselbst, besuchte 8 Jahre die Schule, davon 2 Jahre die Secunda und bestand die Ab- gangsprüfung. Er besucht zu seiner weiteren Ausbildung das Realgymnasium zu Wiesbaden. Leider verschied am Dienstag, den 6. März, an einer Gehirnentzündung nach kurzem,

aber schwerem Krankenlager der Abiturient Christian Balzer aus Wallau, ein hoffnungs-

voller

Schüler der Anstalt. Das Lehrerkollegium und die Schüler des Realprogymnasiums betei-

ligten sich bei seinem Begräbnis am Donnerstag, den 8. März. Auch wurde ihm von Seiten seiner Mitschüler ein Grabdenkmal errichtet.

2.

Mit Schluss des verflossenen Schuljahres traf auch die Anstalt ein schmerzlicher Verlust durch die in Folge anhaltenden Leidens eingetretene Pensionierung des Herrn Provinzial- Schulrats Dr. Rumpel zu Cassel, welcher sich durch seine Humanität, durch sein reges lebendiges JInteresse wie für die höheren Schulen der Provinz Hessen-Nassau über- haupt, so namentlich für unsere Anstalt, die er von ihrem ersten Anfang an in die liebe- vollste Obhut genommen, ein dauerndes, dankbares Andenken gegründet hat. Möge dem verehrten Herrn noch lange ein otium cum dignitate beschieden sein! An seine Stelle wurde mit Beginn des neuen Schuljahres von Seiten der höchsten Schulbehörde der Herr Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer zu Kiel berufen.

3. Durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 19. März wurde ge-

nehmigt, dass die durch Pensionierung des Oberlehrers Dr. Mertz vakant gewordene erste ordentliche Lehrerstelle durch Aufrücken der nachfolgenden ordentlichen Lehrer Esau, Harff, Kraatz und Dr. Wilken in je die nächst höhere etatsmässige Stelle vom 1. April 1883 ab wiederbesetzt werde. Zum 5. ordentlichen Lehrer wurde der wissen- schaftliche Hülfslehrer Hoffmann, bisher mit der Stellvertretung der 1. ordentlichen Lehrerstelle betraut, von der vorgesetzten Behörde ernannt.

Die Eröffnung des Schuljahres fand am Montag, den 2. April 1883, in üblicher Weise unter Bekanntmachung der Schulgesetze statt; auch wurden die neu eintretenden Schüler durch Handschlag verpflichtet. Die Ferien waren vom 18. März bis 1. April, 12. bis 16. Mai, 8. Juli bis 5. August, 30. September bis 14. October, 23. November 1883 bis 6. Januar 1884.

.Am Dienstag, den 5. Juni, unternahmen Lehrer und Schüler der Anstalt einen Ausflug

nach Amöneburg; ebenso fand am Mittwoch und Donnerstag, den 29. und 30. Aug., von einem Teil der Schüler unter Begleitung von 5 Lehrern der Anstalt eine Fahrt nach Qassel, resp. Wilhelmshöhe statt; ein auderer Teil der Schüler begab sich unter Be- gleitung von 2 Lehrern am Donnerstag, den 30. August, nach Laasphe und Forsthaus Hülshof.

Der 2. September wurde in üblicher Weise durch Gesang, Deklamation und eine von dem Rektor der Anstalt gehaltene Festrede gefeiert.

Durch Verfügung des Herrn Unterrichtsministers vom 21. Sept., mitgeteilt durch das Königl. Provinzial-Schulkollegium unter dem 26. Sept., wurde dem ordentlichen Lehrer Hoffmann der Eintritt in die Königliche Turnlehrerbildungsanstalt zu Berlin für den Wintercursus 1883/84 gestattet. Mit der Stellvertretung desselben wurde der wissenschaftliche Hülfs- lehrer Herr Arnold Reinhard aus Unterweisenborn bei Hersfeld von der vorge- setzten Behörde kommissarisch beauftragt.