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5, in der Mathematik: a, Eine nſeitige reguläre Pyramide, in welcher die Seite der Grundfläche= a und die Höhe gleich dem doppelten Radius des um die Grundfläche beſchriebenen Kreiſes iſt, ſoll in einen Kegel verwandelt werden, deſſen Grundfläche denſelben Radius hat; wie groß iſt die Höhe des Kegels?
6, Wie groß muß die Jahresrente ſein, die n(10) Jahre hindurch am Ende eines jeden Jahres zu zahlen iſt, wenn ſie gleichen baaren Werth haben ſoll mit einer Jahresrente voner(4000) Mark, die n(15) Jahre lang gezahlt wird, wenn das Geld zu 1'(4) Prozent benutzt werden kann? c, Aus zwei Winkeln eines Dreiecks und der Differenz ihrer Gegenſeiten die 3 Seiten zu berechnen. a—b= 4,m 18; alpha 735 58 13; beta— 410⁰ 24 35. c, A erhielt Kaffee, wiegeud 275 K. Die Tara betrug 3 ½%; 100 K. Netto koſten in Amſſterdam 96 holl. Florin, die Unkoſten belaufen ſich auf 12 ½% vom Werthe der Waare. Wenn nun A. dir ganze ⸗Waare mit 15% Gewinn verkauft; wie⸗ viel Franes löſt er aus der ganzen Waare?(125 holl. Fl.— 213 Mk., 10 Fcs.= 8 Mk.)
Die mündliche Prüfung fand am 14. September unter Vorſitz des mit der Stellvertretung des Königlichen Commiſſarius beauftragten Rektors ſtatt. Der Abiturient Auguſt Peppler, geb. zu Biedenkopf, Sohn des hieſigen Maurermeiſters Ludwig Peppler, 16 ½ Jahr
alt, 7 ½ Jahr auf der hieſigen Schule, 1 ½ Jahr in Secunda, erhielt das Zeugniß der Reife mit dem Prädikat: vollkommen„genügend“ beſtanden. Derſelbe hat ſich dem Kaufmannsſtand gewidniet.
Mit dem Ende des Sommerſemeſters ſchied der Hülfslehrer Schenkheld aus ſeiner einjährigen Wirkſamkeit an der hieſigen Anſtalt; mit Beginn des Winterſemeſters, am 9. Oktober, trat bei derſelben der bisherige Hülfslehrer am Realgymnaſium zu Wiesbaden Friedrich Harff als ordentlicher Lehrer ein.
Friedrich Joſ. Harff, den 9. Februar 1845 zu Köppern bei Homburg v. d. H. geboren, wurde nach Abſolvierung der Realſchule zu Homburg und des Seminars zu Friedberg an der Realſchule zu Homburg im Jahre 1866 angeſtellt. Zwei Jahre an dieſer Anſtalt proviſoriſch beſchäftigt, nahm er einen mehrjährigen Urlaub und brachte 2 Jahre in England und 1 Jahr in Frankreich zu. Nachdem er ſich auf den Univerſitäten Straßburg und Göttingen vorzugsweiſe dem Studium der neueren Philologie gewidmet und vor der viſſenſchaftlichen Prüfungskommiſſion zu Bonn das examen pro fac. doc. im Juli 1875 beſtanden, ſowie eine wiſſenſchaftliche Hülfslehrerſtelle an der Realſchule zu Eſſen verwaltet, abſolvierte er ſein Pro⸗ bejahr am Königl. Realgymnaſium zu Wiesbaden. Am Schluß deſſelben wurde er zum ordentlichen Lehrer der hieſigen höheren Bürgerſchule ernannt.
An demſelben Tage wurde der bisherige Hülfslehrer an der hieſigen Schule Wiskemann als ordentlicher Lehrer an derſelben verpflichtet.
Wilhelm Wiskemann, geb. zu Berge, Kreis Witzenhauſen, am 20. April 1851, erhielt ſeine Vorbildung zu den akademiſchen Studien auf dem Gymnaſium zu Herofeld, ſtudierte von Oſtern 1870— 74 klaſſiſche und deutſche Philologie und Geſchichte auf den Univerſitäten Marburg und Leipzig und beſtand am 5. März 1875 vor der Königl. wiſſenſch. Prüfungs⸗Kom⸗ miſſion zu Marburg die Prüfung pro fac. doc. Durch Reſkript Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 2. April 1875 mit Verſehung einer Lehrerſtelle an der hieſigen Schule beauſtragt, wurde er durch Reſkript vom 18. September 1876 zum ordent⸗ lichen Lehrer an derſelben ernannt.
Während des Winters wurden von dem Rektor und ſämmtlichen ordentlichen Lehrern eine Reihe wiſſenſchaftlicher Vorleſungen vor einem größeren Publikum gehalten, deren Ertrag zur Begründung einer Schüler⸗Leſebibliothek beſtimmt war, indem das Fehlen einer ſolchen als eine der Urſachen empfunden wurde, aus welchen der allgemeine Bildungsſtand unſerer Schüler, wenn ſie gleich den Anforderungen in den ein⸗ zelnen Unterrichtsfächern entſprechen, ein im Verhältniß zu ihrer Altersſtufe und den erworbenen Kenntniſſen ſehr niedriger iſt und als ſolcher in der Unbeholfenheit des mündlichen und ſchriftlichen deutſchen Ausdrucks zu Tage tritt. Von der dem Unternehmen der Lehrer entgegengebrachten erfreulichen Theilnahme und Unterſtützung, zu welcher auch die von der Heinzerling'ſchen Buchdruckerei gewährte unentgeltliche Veröffent⸗ lichung der bezüglichen Ankündigungen gehört, gibt der erzielte Reinertrag von 189 Mark einen thatſäch⸗ lichen Beweis.—
Für den ſeit dem Beſtehen der höheren Vürgerſchule empfundenen und auf die Dauer unerträg⸗


