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aus dem die Kosten solcher Wanderfahrten so weit wie möglich bestritten werden. Das war leichter gedacht, als getan. Es war sicherlich ein guter Gedanke, die edle Frau Musika als Vermittlerin hierzu in den Dienst zu stellen. Eine private, im Kreise von Freundes- und Nachbarkindern abgehaltene musikalische Festlichkeit gab die Anregung hierzu. Mit großer Geduld wurde geübt und zwar so geübt, daß die jungen, teilweise sogar sehr jungen Musikanten beiderlei Geschlechts ihre Feuerprobe prächtig bestanden haben. Inzwischen hatte man den Kartenabsatz betrieben und das Ergebnis war, daß die große Aula dicht besetzt war. Dieser Erfolg übte sicher eine anspornende Wirkung auf die jungen Konzertgeber. Gleichsam als symbolische Verkörperung des Zweckes der Veranstaltung traten als erste eine Schar Schülerinnen als Wandervögel auf; die Mehrzahl trug die buntbebänderte Laute, unter deren Begleitung es frisch und fröhlich erklang:„Ein Sträußchen am Hute, den Stab in der Hand, geht rastlos ein Wandrer von Lande zu Land!“« Noch ein zweites Lied folgte, und dann setzten die instrumentalen Vorträge ein. Es waren solche für Klavier zu zwei und vier Händen, für ein und mehrere Streichinstrumente. Wir können nicht jede Nummer hier einzeln würdigen, müssen aber anerkennen, daß alle Vortragenden ihr Bestes gaben. Es kamen dabei Darbietungen von großer technischer Exaktheit und schöner Empfindung zu Gehör. Die Hlauptnummern des Abends aber waren diejenigen, in denen die Schar der jugendlichen Musiker im Orchester auftrat. Es waren dies das„Ave Maria« von Bach-Gounod, dessen tiefer, inniger Gehalt würdig zum Ausdruck kam, und die reizende, heiter-fröhliche Kinder-Symphonie von Romberg für Violine, Cello, Klavier und Kinderinstrumente. Mit großer Sicherheit stimmten Pfeifen, Flöte, Trommel, Triangel, Rassel, Kuckuckstimme usw. in den Rythmus ein. Die prachtvolle Durchführung zeigte, welch liebevolles Verständnis und welche Ausdauer auf die Einübung verwandt worden waren.
Am 2. Februar wurde in der Turnhalle des Turnvereins zum Besten des Völker- schlachtdenkmals bei Leipzig ein Lichtbildervortrag gehalten. Als Beitrag zugunsten des Denkmals ging die Summe von 55,48 Mark ein.
„Die Zusammensetzung des Lehrerkollegiums erfuhr im Berichtsjahre insofern eine Anderung, als der wissenschaftliche Hilfslehrer Gerhard Sauer zu Ostern neu eintrat. Er wurde am 17. September zum Oberlehrer mit Rückdatierung seines Besoldungsdienstalters auf den 1. April 1913 gewählt. Er berichtet über seinen Lebens- lauf folgendes:
Gerhard Sauer wurde am 12. Januar 1888 zu Wertheim, Großherzogtum Baden, geboren. Er besuchte die Volksschule und das Kgl. Gymnasium zu Fulda. Am 23. Februar 1906 bestand er daselbst die Reifeprüfung. Er studierte darauf in München, Marburg und Münster klassische Philologie und Germanistik. Am 14. März 1908 legte er in Münster die Turnlehrerprüfung ab und bestand am 20. Juli 1910 die Staats- prüfung. Er erwarb sich die Lehrbefähigung im GOriechischen, Lateinischen und Deutschen. Zur- Ableistung seines Seminarjahres wurde er dem Kgl. Gymnasium zu Fulda, zur Ableistung des Probejahres dem Kgl. Friedrichs- gymnasium zu Cassel überwiesen. Nach erlangter Anstellungsfähigkeit war er als wissenschaftlicher Hilfslehrer beschäftigt am Lessinggymnasium und an dem Reform-Realgymnasium Wöhlerschule zu Frankfürt. Darauf wurde er am 1. April 1013 an die Riehlschule zu Biebrich berufen.
Herr Oberlehrer Dr. Klüpfel war zu einer achtwöchigen militärischen Ubung beurlaubt. Ein Teil der Ubung fiel in die Ferien; in der Zeit vom 19. August bis 18. September wurde er von Herrn Probekandidaten Dr. Protz in Frankfurt a. M. ver- treten. Am 1. Oktober trat Herr Probekandidat Bingel in das Fuß-Art.-Regt. Nr. 3 in Mainz ein. Mit Beginn des Wintersemesters wurde Herr Probekandidat Pius Lecher der Anstalt zur weiteren Ausbildung überwiesen. Der im verflossenen Schuljahre hierselbst beschäftigte Probekandidat Ed. Hofmann wurde zum Oberlehrer an dem Reform-Real- gymnasium in Essen(Ruhr) gewählt. Am 21. Juni erhielt Herr Oberlehrer Rose den Charakter als Professor. Am Schluß des Schuljahres verläßt uns Herr Pfarrer Stahl, nachdem er seit Ostern 1906 in dankenswerter Weise einen Teil des evangel. Religions- unterrichts übernommen hatte. Nur ungern sehen wir Herrn Pfarrer Stahl, der in reichem Segen an der Anstalt während so langer Zeit gewirkt hat, scheiden, und auch er gibt mit Bedauern die ihm liebgewordene Tätigkeit an der Riehlschule auf.
Kollegium.


