Jahrgang 
1911
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Im Dachgeschoß.

Den Zeichensaal für den geometrischen Zeichenunterricht, einen Raum für Reißbretter und die Empore für den Festsaal. Auf dem nördlichen Turm befindet sich das Observatorium.

In dem Gebäude sind demnach:

16 Klassenzimmer, 1 Reserveklasse, 3 Lehrmittel- bezw. Sammlungszimmer, 3 Räume für Physik, 1 Dunkelkammer, 1 Schuldieneramtszimmer, 1 Direktorzimmer, 1 Direktorvorzimmer, 1 Lehrer- und Konferenzzimmer, 1 Lesezimmer für Lehrer, 1 Bibliothekzimmer, 1 Elternsprechzimmer, 1 Sing- saal, 1 Zeichensaal für Freihandzeichnen. 1 Zeichensaal für Linearzeichnen, 1 Modellzimmer, 1 Zimmer zum Aufbewahren von Reißbrettern, 1 Festsaal, 1 Empore, 1 Turnhalle, 1 Geräteraum, 1 Ankleide- zimmer für die Lehrer, 1 Ankleidezimmer für die Schüler, 3 Zimmer für den Schuldiener, 1 Küche, 1 Waschküche, l Raum für die Milchausgabe, 1 Reserveraum für Chemie, zusammen 49 Räume, außerdem Aborte für Lehrer und Schüler und die vorerwähnten Nebenräume.

Die Gebäude wurden massiv auf einem tadellosen Baugrund aufgeführt. Der Grundwasser- stand befindet sich ca. 7 Meter unter der Erdoberfläche. Die Fundamente wurden in Zementbeton hergestellt, während die übrigen Mauern aus gut gebrannten Ringofensteinen in Schwarzkalkmörtel, teilweise mit Zementzusatz, aufgeführt wurden.

Hausteine wurden nur für den Sockel, die beiden Portale und die Fensterbänke verwendet, und zwar wurde für den Stellsockel Westerwälder Trachyt und für den übrigen Haustein Dürk- heimer Sandstein bestimmt. Die Außenflächen der Gebäude sind in schlichter Gestaltung mit Lithin verputzt.

Die Dachkonstruktion besteht aus Holz, die Binder über dem Festsaal sind aus Eisen armiert.

Die Dachflächen sind mit roten Ludovici-Bieberschwanz-Ziegeln als Doppeldach unter Schalung, ein Teil der Abortanlage mit Holzzement und die Türme mit verkupfertem Zink eingedeckt.

Die Decken, die Treppenanlagen einschließlich der notwendigen Stützen wurden in Eisen- beton zur Ausführung gebracht. Die Treppenstufen der beiden Haupttreppen bestehen aus Oden- wälder Granit. Die in den Fluren und Vorhallen ausgeführten Gewölbe sind in Rabitz mit Gips- überzug hergestellt. Alle Decken und Wände wurden mit Gips verputzt.

Die Fußböden der Vorhallen und der Treppenpodeste bestehen aus Terrazzo, während in den vor den Klassen liegenden Fluren und in den Unterrichtsräumen Linoleum verlegt wurde. Zwecks Schalldämpfung hat das Linoleum in den Klassenräumen und Fluren der beiden Ober- geschosse 8 mm starke Korkplattenunterlage erhalten. Für die physikalischen Lehrzimmer wurde indisches Rotholz, in Asphalt verlegt, verwendet.

Die Gebäude sind mit Niederdruck-Dampfheizung ausgestattet, für die Heizkörper sind glatte freistenende Radiatoren verwendet, für einen ausgiebigen Luftwechsel sorgen die in den Klassenzimmern hergestellten Schiebefenster. Die Fenster der Korridore sind mit Fensterstellvor- richtungen versehen. Außerdem befinden sich in den Klassen Luftabzugskanäle, durch welche die verbrauchte Luft in den gut gelüfteten Dachboden gelangt. Die Beleuchtung mit elektrischem Licht erstreckt sich auf sämtliche Räume. Um eine ausreichende und gute Beleuchtung der Klassen- zimmer zu erzielen, setzte sich Herr Direktor Stritter mit Herrn Professor Deguisne in Frank- furt a. M. in Verbindung, welcher auf Grund von Rechnungen und Versuchen die ausgeführte Anzahl der Lampen für notwendig erachtete. Eine tunlichst gleichförmige und ausreichende Be- leuchtung der Räume konnte nur dadurch erreicht werden, daß eine größere Anzahl von Be- leuchtungskörpern mit 25 32 Normalkerzen Lichtstärke angewandt wurde. Die Beleuchtung eines Klassenzimmers mit 20 Osramlampen zu 25 Normalkerzen kostet die Stunde 0,17 M.