Jahrgang 
1883
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* 8 2 V. Chronik der Anſtalt.

Am 13. und 14. April 1882 nahm der Direktor als beauftragter Regierungskommiſſär die Abgangsprüfung an der Präparanden⸗Anſtalt zu Lindenfels vor.

Durch Höchſtes Dekret vom 19. April 1882 wurde dem ſeitherigen proviſoriſchen Seminar⸗Hilfslehrer Jakob Metzler eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Wöllſtein übertragen. An ſeine Stelle trat der durch Höchſtes Dekret vom 25. April 1882 zum pro⸗ viſoriſchen Hilfslehrer ernannte Schulamts⸗Aſpirant Franz Rötger, welcher am 4. Mai 1882 in ſeinen Dienſt eingewieſen wurde.

Bei der im Frühjahre 1882 ſtattgehabten Definitorialprüfung der Schulamts⸗Aſpiranten waren der Direktor, ſowie die Seminarlehrer Helm und Flegler, bei derſelben Prüfung im Herbſte 1882 der Direktor und Seminarlehrer Helm Mitglieder der Prüfungskommiſſion.

Am 16. Auguſt 1882 unternahmen die ſämtlichen Lehrer der Anſtalt mit 96 Schülern einen Ausflug nach dem am Neckar in reizender Gegend gelegenen Eberbach. Der Weg von Bensheim bis Michelſtadt wurde per Bahn zurückgelegt, von hier aus eine Fußtour nach Erbach gemacht, wo man das Gräfliche Schloß, den Ritterſaal und die intereſſanten Sammlungen be⸗ ſichtigte. Nach einer kurzen Raſt im Nieratzky'ſchen Garten ſetzte man die Reiſe auf der Bahn durch den Krähbergtunnel bis Eberbach ſort, woſelbſt im Gaſthauſe zumLeininger Hof Abſteigquartier genommen wurde. Da der Katzenbuckel noch beſtiegen werden ſollte, ſo brach man nach eingenommenem Mittagsmahl alsbald auf, und in zwei Stunden war der Berg erſtiegen. Die ſchöne Ausſicht von dem Turme daſelbſt auf die weite Gebirgslandſchaft lohnte den mühſamen Aufſtieg. Noch vor Einbruch der Dunkelheit langte die Reiſegeſellſchaft wieder in Eberbach an, wo nicht lange nach beendigter Abendmahlzeit das Nachtquartier aufgeſucht wurde. Leider trat in der Nacht Regen ein, der die für den folgenden Tag in Ausſicht genommene Fahrt auf dem Neckar nach Hirſchhorn vereitelte. Ein kurzer Sonnenblick ver⸗ leitete zu einer Fußtour dorthin, die zwar trotz des bald wieder eintretenden Regens ausgeführt wurde, bei welcher aber die landſchaftlichen Reize der dortigen Gegend(nicht zur Geltung kommen konnten. Nach kurzem Aufenthalte in Hirſchhorn wurde deshalb die Rückreiſe per Bahn nach Eberbach und am Nachmittage nach Bensheim angetreten. Die Eiſenbahnverwal⸗ tungen hatten die üblichen Fahrpreisermäßigungen gewährt.

Unter dem 23. Auguſt wurden den Seminarlehrern Sailer, Flegler, Schrod und Kleinſchmidt Gehaltszulagen bewilligt.

Der Sedantag und der Geburtstag Seiner Köuiglichen Hoheit des Groß⸗ herzogs wurden feſtlich begangen.

Nachdem Seine Königliche Hoheit der Großherzog geruht hatten, dem Direktor das Ritterkreuz erſter Klaſſe des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen zu verleihen, wurden ihm die Inſignien dieſes Ordens von Seiner Excellenz dem Herrn Staatsminiſter Freiherrn von Starck mit einem anerkennenden Begleitſchreiben am 11. September 1882 überſandt.

Durch Höchſtes Dekret vom 11. Oktober 1882 wurde dem proviſoriſch angeſtellten Pedellen Heinrich Werle, nachdem ihm eine entſprechende Wohnung hergeſtellt worden war, ſeine Stelle definitiv übertragen.

Am 17. Dezember 1882 fand in der Turnhalle des Seminars unter der Leitung des Seminarmuſiklehrers Sailer und unter Mitwirkung zweier Dilettanten ein Concert der Zöglinge der Anſtalt zum Beſten der Waſſerbeſchädigten ſeatt, deſſen Reinertrag mit 123,10 Mark an das Landescomité in Darmſtadt abgeliefert wurde.

An Geſchenken erhielt die Anſtalt im Laufe des Schuljahres:

Von Großh. Miniſterium des Innern und der Juſtiz, Abteilung für Schulangelegenheiten: Beiträge zur Statiſtik des Großherzogtums Heſſen, 22. Band 2. Heft und 23. Band 1. Heft.