— 8— 7. Naturkunde. a) Naturgeſchichte, wöchentlich 1 Stunde, nach Dr. Schödlers
Buch der Natur: Mineralogie und Erdbildungslehre.— Im Sommer einige Excurſionen.— Anleitung zur Herſtellung einer Mineralienſammluug.— Methodik des naturgeſchichtlichen Unterrichts in der Volksſchule. Bis 12. December Dr. Uloth, von da ab Burbaum.
b) Phyſik, wöchentlich 2 Stunden, nach Dr. Schödlers Buch der Natur, im Sommer 1 Stunde Experimentieren: Die Lehre von den mechaniſchen Erſcheinungen der feſten, flüſſigen und luftförmigen Körper, vom Schall und vom Licht. Methodik des phyſikaliſchen Unterrichts in der Volksſchule.. c) Chemie, wöchentlich 1 Stunde, nach Dr. Schödlers Buch der Natur: Die Lehre von den Metallen, durch Verſuche erläutert. Bis 12. December Dr. Alloth, von da ab Mühr. S. Franzöſiſche Sprache, wöchentlich 2 Stunden, nach Plötz, Schulgrammatik bis Lection 46. Wiederholung des in den früheren Jahrgängen behandelten Stoffes. Ausgewählte Stücke aus Plötz, Lectures choisies. Sprechübungen über Gegenſtände in der Umgebung der Schüler. Uebungen über die fürwörtliche Ergänzung. Bis 12. December Mühr, von da ab Kleinſchmidt. 9. Zeichnen, wöchentlich 2 Stunden: Abteilung VI. der Kumpaſchen Vorlagen; Umriſſe von Ornamenten und menſchlichen Figuren. Schattierte Ornamente und Studienköpfe; die Linear⸗ und Schattenperſpective im Zuſammenhang mit der darſtellenden Geometrie und Anwendung derſelben beim Zeichnen nach Gypsmodellen. Methodik des Zeichenunterrichts mit beſonderer Berückſichtigung der in den Volksſchulen eingeführten Kumpaſchen Jeichen mhude etzler. 10. Turnen, wöchentlich 2 Stunden, nach dem Leitfaden für den Turnunterricht von Marx: Wiederholung und fortgeſetzte Erweiterung der Ordnungs⸗, Frei⸗ und Geräteübungen, Turnſpiele und Turnfahrten. Methodik des Turnunterrichts und Uebungen im Kommehdire. etzler. 11. Muſik. a) Muſiktheorie, wöchentlich! Stunde, nach Richters Harmonielehre: Vorhalte, Durchgangs⸗, Wechſel⸗ und Hülfsnoten, Cadenzen und Modulationen. Vierſtimmige Harmoniſierung von bezifferten Bäſſen und Chorälen. Sailer. b) Geſang, wöchentlich 2 Stunden, eine Stunde für den Einzelgeſang, die andern für den vierſtimmigen Chorgeſang: Lieder und Choräle. Vierſtimmige Chöre und Motetten. In zwei weiteren Chorgeſangſtunden wöchentlich wurden einſtimmige Choräle und vierſtimmige Kirchengeſänge zur Verwendung beim ſonntäglichen Gottesdienſte eingeübt. Sailer, Burbaum und Metzler. c) Orgelſpiel, 6 Abteilungen mit je 2 Stunden vöchentlich: Choräle, Vor⸗ und Nachſpiele, größere Orgelſtücke, Fugen von verſchiedenen Meiſtern. Die Zöglinge ſpielten an Sonn⸗ und Feiertagen beim Gottesdienſte in der Seminarkirche und in der evangeliſchen Kirche die Orgel. Sailer. 12. Taubſtummenunterricht, wöchentlich 1 Stunde: Geſchichte des Taubſtummen⸗ bildungsweſens; Urſachen und Folgen der Taubſtummheit; die Eigentümlichkeiten des Taub⸗ ſtummen⸗Unterrichts.— Während des Winterhalbjahres wohnten die Zöglinge dem Unterrichte in der Taubſtummen⸗Anſtalt bei. Luchinger.


