Jahrgang 
1936
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eine Pfarrviſitation verbunden war, die ſich auch auf die Schulen er⸗ ſtreckte. Der Kurfürſt veranlaßte eine Neuausgabe des kleinen und großen Katechismus, wohl des catechismus biblicus von Weihbiſchof Voluſius(Adolph Gottfried Voluſius war 1642 Pfarrer in Heppenheim und iſt offenbar der Mitſtifter des Grabſteines des Pfarrers Peter Walter in der Bensheimer Pfarrkirche) und gab davon eine große An⸗ zahl den Miſſionaren zur Verteilung an die Kinder.

Anſelm Franz kümmerte ſich auch um den höheren Unterricht. In den Städten, in denen die Geſellſchaft Jeſu Niederlaſſungen hatte, war dadurch durchweg für die humaniſtiſche Bildung der Jugend geſorgt. An anderen Orten mußten Weltprieſter mit dieſer Aufgabe betraut werden. In günſtiger Lage war Bingen, wo die nach der Regel des ehrwürdigen Bartholomäus Holzhauſer gemeinſam lebenden Prieſter die Arbeit über⸗ nehmen konnten. In Bensheim konnte Anſelm Franz auf die an der Stadtkirche beſtehenden Benefizien zurückgreifen. Die Einleitung bildet die Uebertragung der Martinspfründe an den Pfarrer Gerhard Böſen. In dem Dekret des Generalvicars Anſelm Franz von Hoheneck vom 3. Oktober 1685 wird dabei ausdrücklich die Verpflichtung auferlegt: ut juventutem dicti oppidi Bensheim in litteris latinis eo usque, ut in gymnasii ad syntaxim saltem admitti possint, instruant, prout de facto inceptum et ulterius promovebitur. Die Einkünfte der Pfründe ſollen dem Pfarrer nur zufließen, wenn er die Leitung der Lateinſchule mit fleißiger Sorgfalt übernimmt. War demnach nur zunächſt an die Ein⸗ richtung von zwei vorbereitenden Klaſſen gedacht, ſo wurde der Plan als⸗ bald erweitert. Am 3. Auguſt 1686 folgte dann die Zuſammenlegung der Benefizien S. Spiritus, S. Joannis und S. Barbarae. Wohl am gleichen Tag, ſicher aber noch vor dem 30. Auguſt, erfolgte darauf die Zuſammen⸗ legung der anderen Benefizien S. Magdalenage, S. Catharinae, S. Lau⸗ rentii, S. Leonhardi und omnium Sanctorum. Wenn auch naturgemäß in der Urkunde über die Vereinigung der erſten Benefizien die andere Urkunde dürfte den gleichen Wortlaut gehabt haben in der Hauptſache von den geiſtlichen Obliegenheiten die Rede iſt, ſo wird doch unter Hin⸗ weis auf beſondere Anweiſung auch die Verpflichtung zur Erteilung des Unterrichtes auferlegt(juventutis instituendae curam injunximus).

Die mit peinlicher Sorgfalt ſelbſt die Einzelheiten regelnde Ver⸗ fügung des Kurfürſten über die Schulen in Bensheim iſt von dem Mainzer Offizial D. Dr. Quirin Kunckel am 30. Auguſt 1686 ausgeſtellt. Sie ordnet die geiſtlichen Verpflichtungen der beiden Benefiziaten, ihr

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