überſchätzten die Organiſation und bedeuteten ſchließlich nur eine Um⸗ ſtellung oder Erweiterung des Wiſſens; ſie gaben wohl der Perſönlich⸗ keit ein beſtimmtes Blickfeld und eine beſtimmte Reife, ergriffen aber nicht den Charakter, und bis zuletzt erhielt ſich der Satz von der Neu⸗ tralität und dem unpolitiſchen Weſen der Schule. Sie aber galt es ja gerade mit einzuſetzen für das Werk der Erneuerung eines Volkes, das von Adolf Hitler von der politiſchen Seite her in Angriff genom⸗ men worden war„dergeſtalt, daß der politiſche Gedanke dabei unauf⸗ löslich verbunden iſt mit dem Erziehungsgedanken: Das Dritte Reich vollendet ſich im Innern des deutſchen Menſchen mit einer neuen Hal⸗ tung und Weltanſchauung, die das Volkstum zur wirklichen Ge⸗ meinſchaft, zur Einheit und lebendigen Ganzheit bindet.“ Was hätte man da durch das Hinzufügen oder Zurückdrängen einiger„Fä⸗ cher“ gewinnen können! Wenn der Führer auf dem letzten Parteitag in ſeiner Anſprache an die Arbeitsdienſtmänner den Willen, die Nation zu einem einheitlichen Körper zuſammenzuſchmelzen, einen der kühnſten Programmpunkte der Bewegung nannte, dann verſtehen wir, daß die Erziehung im nationalſozialiſtiſchen Staat den Blick auf die Volksge⸗ meinſchaft gerichtet hält. Wenn ferner die Partei während der Kampf⸗ zeit für ihre Mitglieder in der Bewegung und den ſie vorwärts trei⸗ benden Gliederungen viel ſtärkere Erzieher zur Volkwerdung geſchaffen hatte, als es auf reine Wiſſensvermittlung abgeſtellte Schulen ſein konnten, dann iſt es ſelbſtverſtändlich, daß jene bewährten Einrichtun⸗ gen vom Staat übernommen und für die neu ins Daſein gerufenen(man denke etwa an die Nationalpolitiſchen Erziehungsanſtalten und die Na⸗ tionalpolitiſchen Lehrgänge, wie ſie zuerſt im Rheinland für die höheren Schulen in Landheimen oder Jugendherbergen durchgeführt worden ſind) richtungweiſend werden mußten. So fällt auch der HJ. als einer der anerkannten Erziehungsmächte ihre beſondere gemeinſchaftbildende Aufgabe zul! Denn da bei aller Betonung fortan der körperlichen Ertüch⸗ tigung und der Charakterbildung die herkömmliche Schule nicht darauf verzichten wird, Wiſſen zu vermitteln, ſo läßt ſich dieſer Betrieb nicht mit einem voll zur Entfaltung kommenden Gemeinſchaftsleben vereini⸗ gen. Um ſo mehr hat ſie die Pflicht, darauf zu dringen, daß dann die Gelegenheit,„den letzten Gemeinſchaftsſinn zu erleben, der zum deut⸗ ſchen Sozialismus führt“, ergriffen werde: alſo in der Staatsjugend, alſo im Landheim(Nationalpolitiſche Lehrgänge!). Wir wollen auch im Bensheimer Gymnaſium bald den Tag ſehen, an dem wir die Fahne
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