Jahrgang 
1936
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günſtigere Verwendungsmöglichkeiten eröffneten. Im folgenden Jahre bekundeten in gleicher Selbſtloſigkeit ihre nationale und ſoziale Geſin⸗ nung die Studienräte Dr. Kilian und Wolf( 1935); Dr. Kilian wurde bei dieſer Gelegenheit durch Verleihung der Amtsbezeichnung Oberſtudienrat ausgezeichnet. Vom Reichsſtatthalter ernannt, über⸗ nahm am 16. Auguſt 1933 Oberſtudiendirektor Dr. Breidenbach (vorher Oberſtudienrat am Ludwig⸗Georgs⸗Gymnaſium zu Darmſtadt) die Leitung der Schule.

Ein beſonders ausgeſtalteter und für alle Klaſſen gleichmäßig ange⸗ ordneter Geſchichtsunterricht ſollte im Sommerſemeſter 1933 die Jugend in die großen Zuſammenhänge der Ereigniſſe einführen und ihr Ver⸗ ſtändnis erleichtern. Aber am 1. Mai zeigte ſchon einmal der Tag der nationalen Arbeit wir begingen ihn feſtlich in der Form einer Vor⸗ feier vor Beginn der allgemeinen Kundgebung der Bensheimer Bevöl⸗ kerung den Schülern, welcher tiefe Wandel ſich in der Bewertung der ſozialen Schichten von ehedem und ihrer Leiſtungen inzwiſchen angebahnt hatte. Wie dieſe Veranſtaltung, ſo boten in der Folge vaterländiſche Gedenktage, wichtige Ereigniſſe aus dem Werdegang der NSDAP., Filmvorführungen und Rundfunkübertragungen reichſte und wertvollſte Anregung für eine Schulung der jugendlichen Geiſter im Sinne der Bewegung. Dank den Wundern moderner Technik iſt man ja heute über⸗ all imſtande, das heranwachſende Geſchlecht bei paſſender Gelegenheit den Pulsſchlag der Zeit wirklich fühlen, Geſchichte miterleben zu laſſen.

Mit der Frage, welche Rolle denn dann gegenüber ſolchen Mög⸗ lichkeiten dem eigentlichen Unterricht vorbehalten bleibe, kommen wir zu einigen grundſätzlichen Ausführungen über das Weſen der neuen Erziehung und über die Stellung der höheren Schule und damit des Gymnaſiums innerhalb der Erziehungsmächte des Dritten Reiches. Ge⸗ rade diejenigen, die nicht ſelbſt in der Lage ſind, die Entwicklung der völkiſchen Reform der Bildung und der Schule fortlaufend zu verfol⸗ gen, werden ſicherlich einmal etwas über das vorausſichtliche Schickſal ihrer ehemaligen Anſtalt erfahren wollen. Da muß vorweg geſagt werden, daß dieſe Reform, auf deren ſofortige Inangriffnahme die war⸗ teten, die den tiefen Sinn der nationalſozialiſtiſchen Erziehungsrevolu⸗ tion noch nicht begriffen und ihre Wege nicht vorausgeſehen hatten, und die womöglich in einer beſchleunigten Vereinheitlichung der Schultypen, in der Veröffentlichung neuer Lehrpläne und Stundentafeln das Heil erblickten, an einer ganz anderen Stelle anſetzte. Die früheren Verſuche

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