weiß⸗rote Fahne am Gymnaſium, und das Deutſchlandlied, von Lehrern und Schülern geſungen, begrüßte die ruhmreichen Farben. Eine Gruppe der S A. fügte am 13. die Hakenkreuzflagge hinzu— eine ſchul⸗ eigene hatte in der Eile noch nicht angefertigt werden können—, die vor verſammelter Schulgemeinde unter den Klängen der National⸗ hymne und des Horſt Weſſel⸗Liedes hochgezogen wurde. Sturmzeichen einer neuen Zeit! Das mußte auch der Letzte begreifen, ſelbſt wenn er mit ſeinem Verſtand und ſeinem Herzen noch nicht dabei war. Für den 18. hatte man zu Ehren der vaterländiſchen Erhebung eine Feier ange⸗ ſetzt, die wir wegen des ſchlechten Wetters ſtatt im Freien in der Turn⸗ halle abzuhalten gezwungen waren. Die Rede des Oberſtudiendirektors Kraemer ſtellte eine ſcharfe Abrechnung und Abſage dar an die Zer⸗ ſtörer und Vergewaltiger alles deſſen, was uns in Volk und Reich einſt teuer und wert geweſen, ſie deutete den Sinn des in den überwältigenden Vorgängen der vergangenen Wochen lebendig gewordenen Freiheits⸗ und Aufbau⸗Willens und würdigte in geiſtvoller Weiſe den hochher⸗ zigen Entſchluß des greiſen Reichspräſidenten und die Entſchloſſenheit und ſittliche Kraft der in Adolf Hitler verkörperten nationalſozialiſti⸗ ſchen Bewegung, die uns eine beſſere und glücklichere Zukunft verbürge. Mit einer dankerfüllten Huldigung ſchloß die ergreifende Stunde.
Während der Oſterferien erfuhr der Lehrkörper eine Reihe einſchnei⸗ dender Veränderungen, die zum Teil mit der politiſchen Umwälzung im engſten Zuſammenhang ſtanden. Die Maßnahmen, die ſich aus der An⸗ wendung des Geſetzes zur Wiederherſtellung des Berufsbeamtentums herleiteten, dauerten noch längere Zeit an, und ſie und das den älteren Kollegen empfohlene Ausſcheiden aus dem Dienſt zugunſten der jünge⸗ ren Generation(„Penſionierung als nationale Tat“) gaben in Verbin⸗ dung auch noch mit den Verſchiebungen, die durch die Verlegung der Aufbauſchule nach Friedberg bedingt waren, dem Kollegium innerhalb eines Jahres ein ſtark verwandeltes Geſicht. Oberſtudiendirektor Krae⸗ mer hatte die ſchwierige Aufgabe, die durch den Umbruch überhaupt und die Perſonalfragen im beſonderen notwendig gewordene Anpaſſung an die neuen Verhältniſſe durchzuführen oder doch wenigſtens anzu⸗ bahnen. Um ſo ſchmerzlicher mag es für einen Mann von ſeinen charak⸗ terlichen und beruflichen Eigenſchaften geweſen ſein, auf eine liebge⸗ wordene Tätigkeit verzichten und das Opfer einer vorzeitigen Verſetzung in den Ruheſtand auf ſich nehmen zu müſſen, wenn es auch durch das Bewußtſein erleichtert wurde, daß ſich dadurch jüngeren Amtsgenoſſen
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