aus dem Schutt gerettet, als man zuerſt hatte hoffen können. Die Bi⸗ bliothek, die man auf alle Fälle zur Sicherheit ſchleunigſt nach der Turn⸗ halle umgeräumt hatte, erlitt glücklicherweiſe nur ganz geringen Schaden.
Zwar nicht den Schulbetrieb an ſich, aber doch die Feſtigung des gewiß auch nicht gleichgültigen Verhältniſſes zwiſchen dem Gymnaſium und ſeinen ehemaligen Schülern betraf die im Auguſt 1928 im Zuſam⸗ menhang mit einer allgemeinen Wiederſehensfeier beſchloſſene und er⸗ folgte Gründung der Vereinigung aller früheren Bensheimer„Pennä⸗ ler“ ohne Rückſicht auf die Dauer ihrer Zugehörigkeit. Da die„ Scho⸗ laren“ durch Rundſchreiben von dieſer Gründung und ihrem Zweck hinlänglich unterrichtet und auch weiterhin auf dem laufenden gehalten worden ſind, bedarf es hier nur des Hinweiſes auf jenes glänzend ge⸗ lungene erſte Treffen von 1928 und das nicht minder geglückte von 1932. Während der Begrüßungsfeier im Rahmen dieſes letzten wurden zwei von Kunſtmaler Arnold Friſche kopierte Stifterbilder in der uns als Aula dienenden Turnhalle aufgehängt: des Gründers, des Kurfürſten Franz von Ingelheim, und des Großherzogs Ludwig 1., unter dem ſich der Ausbau zum Vollgymnaſium vollzogen hatte.„Sie mögen noch in ſpäten Jahren Zeugnis davon ablegen, daß auch in einer Zeit, die in eitler Selbſtüberſchätzung die Taten verdienter Männer der Vergangen⸗ heit nicht zu würdigen verſtand, das Bensheimer Gymnaſium die ihm anvertraute Jugend mit Achtung und Ehrfurcht vor hiſtoriſchen Ver⸗ dienſten zu erfüllen beſtrebt war.“ Bei der Enthüllungsfeier ſang der Schülerchor die Strophen aus einer Ode, die Profeſſor Dinges 1882 zur Einweihung des neuen(heutigen) Hauſes gedichtet hatte, und die ſich auf die beiden Stifter bezogen. Die beiden ſchönen Gemälde nebſt Rahmen ſind ein Geſchenk der„Scholaren.“—
Wir kommen zum Jahr 1933. Die fundamentale Umwälzung, die es mit ſich brachte, erſtreckte ſich auf alle Lebensgebiete, und ſo wird die Geſchichte der höheren Schulen hier ebenfalls einen Einſchnitt ma⸗ chen, tiefer und gründlicher, als je eine der früheren„Reformen“ ihn hätte machen können! Zuerſt die äußeren Geſchehniſſe. Eine unmittel⸗ bare, ſofortige Wirkung der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichs⸗ kanzler auf Geiſt und Haltung der Schule war nicht zu beobachten gewe⸗ ſen. Dafür hatte die Bewegung viel zu wenig Eingang in ſie gefunden. Aber der Ausfall der Wahlen vom 5. März wirkte bereits aufrüttelnd. 2 Tage ſpäter hißte eine Abteilung des Stahlhelmsdie alte ſchwarz⸗
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