Jahrgang 
1936
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Mit dem Jugendtag in ſeiner urſprünglichen Form waren tur⸗ neriſche Wettkämpfe und Spiele verbunden geweſen. Wegen ihrer Bedeutung fanden ſie bald in einem eigenen Rahmen ſtatt. Denn der Erkenntnis, daß nach Vernichtung unſeres früheren Heeres nun wirklich eine geſteigerte Pflege der Leibesübungen zum Pflichten⸗ kreis der Schule gehöre, hatten ſich auch die maßgebenden Behörden nicht verſchloſſen. Außer dem Turnen ſorgten hinfort obligatoriſche Spielnachmittage für die körperliche Ausbildung, und alljährlich im Spätſommer erprobte geſunde Jugend ihre Kraft und ſuchte die begehrte Siegerurkunde des Reichspräſidenten zu erringen.

Die Lage der Auslandsdeutſchen, deren es durch den ver⸗ lorenen Krieg ſo viel mehr geworden waren, hatte bei unſeren Schülern ebenfalls wachſendes Verſtändnis gefunden. Die Gründung von Orts⸗ und Schulgruppen des VDA. erleichterte die Durchführung der finan⸗ ziellen Hilfsmaßnahmen, und es war für manchen jungen Menſchen ein tiefes Erleben, wenn er auf den eindrucksvollen Pfingſtfahrten einen eindringlichen Anſchauungsunterricht über Not und Schickſal ſeiner von fremdem Volkstum bedrohten Brüder und Schweſtern erhielt. Mit gro⸗ ßem Eifer ließ es ſich die Schulgruppe aber auch angelegen ſein, zu Beſuch bei uns weilende Auslandsdeutſche, z. B. 1925 den Dichter F. Perkonig mit ſeinen Kärntnern oder 1933 polniſche Oberſchleſier betreuen zu helfen.

Demjenigen, der ſchon lange Jahre nicht mehr ſeinen alten Schul⸗ ort aufgeſucht hat, werden innerhalb der Anlage des Gymnaſiums einige Veränderungen auffallen. Die Wohnung des Amtsgehilfen iſt aus dem Erdgeſchoß 1915 in ein neues Häuschen verlegt worden, ſodaß wir mit den hierdurch frei werdenden Zimmern willkommene Aufbewah⸗ rungs⸗ und Schülerwerkſtattsräume gewannen. Bei derſelben Gelegen⸗ heit wurde auch die ſüdlich der Anſtalt gelegene Gymnaſiumsſtraße, das Verbindungsſtück zwiſchen Ludwig⸗ u. Darmſtädter⸗ jetzt Adolf⸗Hitler⸗) Straße angekauft und in einen Schulgarten umgewandelt. Ferner ſieht die Stützmauer vor der Turnhalle anders aus, und der bei jedem ſtär⸗ keren Regen in Bewegung geratende Hof iſt endlich planiert und befeſtigt worden. Keine heute noch ſichtbaren Spuren hat die Feuersbrunſt hinter⸗ laſſen, die am 9. September 1922 im Nebenzimmer des Phyſikſaales auf ungeklärte Weiſe entſtand. Der ganze Dachſtuhl fiel ihr zum Opfer, und das obere Stockwerk, vor allem die phyſikaliſche Abteilung, bildete ein wüſtes Trümmerfeld. Trotzdem wurden mehr koſtbare Apparate

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