Jahrgang 
1936
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gen und Berichte, ſeitdem die miniſterielle DenkſchriftDie Neuord⸗ nung des preußiſchen höheren Schulweſens(1924) und dieRichtlinien (1925) durch Darbietung des Grundſätzlichen und der Einzelheiten der Anwendung auf die verſchiedenen Fächer den Ausgangspunkt für die Beſprechungen bildeten. Denn der heſſiſche Lehrplanentwurf von 1925 war ebenfalls durch das preußiſche Vorgehen veranlaßt und beeinflußt. Auf eine ausführliche Darſtellung kann und muß hier um ſo eher verzichtet werden, als ja jene Arbeit die in ſie geſetzten Hoffnungen doch nicht erfüllte und ſchon vor der nationalen Revolution wieder als ge⸗ ſcheitert betrachtet wurde.(Ueber das Weſen der Schulreform der jüng⸗ ſten Jahrzehnte und die Gründe ihres Verſagens möge man Ernſt Krieck nachleſen, Nationalpolitiſche Erziehung, 2. Aufl. S. 109 f. u. 134 f.)

Für das Gymnaſium intereſſiert uns hier nur, daß dieſem im we⸗ ſentlichen eine in Vermittlung der Kulturkunde beſtehende Aufgabe zu⸗ gewieſen wurde, die allerdings, wenn man ſie im Zuſammenhang mit dem ſog. 3. Humanismus betrachtete über ihn nachher noch ein Wort, wertvolle Anregungen bot. Unſere Schüler werden von alledem nicht viel gemerkt haben, denn auch geringfügige Veränderungen in der Stundentafel(Staatsbürgerkunde und als bald wiederaufgege⸗ benes Wahlfach Philoſophiſche Propädeutik) fielen nicht auf; nur eine Neuerung, die ſich im Verlauf derReform durchſetzte, begrüßten ſie von ihrem Standpunkt aus, den Wegfall des Exerzitiums, der Hinü⸗ berſetzung ins Lateiniſche als Zielleiſtung der Oberklaſſen und in der Reifeprüfung. Sie werden inzwiſchen gemerkt haben, daß auch das Her⸗ überſetzen ſo, wie es ſein ſoll, ſeinen Meiſter verlangt.

Weitere Neuerungen aus der Nachkriegszeit waren 1920 die Wie⸗ deraufnahme des früheren Brauchs der Entlaſſungsfeiern, die mehr und mehr zu inhaltsvollen Kundgebungen der Schule ausgeſtaltet wurden, und die Einführung des Jugendtags, der am 24. Juni 1921 zum erſten Mal von ſämtlichen Schulen der Stadt gemeinſam be⸗ gangen wurde. Jedoch ging der ſchöne Zuſammenhalt nach wenigen Jahren ſchon wieder verloren, weil beſtimmte Kreiſe den Zeitpunkt für eine echte Volksgemeinſchaft noch nicht für gekommen erachteten. An unſereSonderfeſte von da an auf dem Hemsberg und dem Auerbacher Schloß und an die humoriſtiſchen Aufführungen ihrer talentvollen Ka⸗

meraden werden ſich wohl die Teilnehmer noch mit Vergnügen er⸗ innern!

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