Jahrgang 
1936
Einzelbild herunterladen
  

aus Dieburg kam 1924 ſein Nachfolger, Oberſtudiendirektor Kraemer. Namentlich für jüngere Amtsgenoſſen war Bensheim gar oft nur eine turze Durchgangsperiode. Da in einem beſonderen Anhang alle die Kollegen aufgezählt werden, die einſt an unſerer Anſtalt unterrichtet haben, ſo iſt hier nur derer gedacht, die nach dem Krieg aus dem Schul⸗ verband ausgeſchieden ſind, nachdem ſie ihre Kräfte dem Gymnaſium über einen längeren Zeitraum hin zur Verfügung geſtellt hatten. So ſtarben 1919 der Benefiziat Dr. Rainfurt und Prof. Dr. Langstroff, 1924 Direktor Diehl und Oberreallehrer Mohr; 1922 waren die Profeſſoren Dr. Biel und Dr. Glaſer( 1933) in den Ruheſtand getreten, 1924 die Profeſſoren Henkelmann(f 1928) und Kullmann( 1930). In demſelben Jahre verließ uns Prof. Adler, um eine Direktorſtelle in Gernsheim zu übernehmen. 1920 betrauerten wir das Hinſcheiden Dr. Hofferberths. Die ausführ⸗ lichere Anſtaltschronik wahrt für immer das Andenken der hochgeſchätzten und verdienſtvollen Lehrer, die z. T. noch eine Weile ihr otium cum dignitate genießen und wie z. B. Prof. Henkelmann mit wiſſen⸗ ſchaftlichen, der Heimatforſchung gewidmeten Arbeiten ausfüllen konn⸗ ten; z. T. es, dank einem gütigen Geſchick, noch heute in beneidenswerter körperlicher und geiſtiger Rüſtigkeit genießen können, wie der ehrwürdige Neſtor der Generation von ehedem: Prof. Dr. Biel. Ihm gilt heute ein beſonderer Gruß der noch aktiven Amtsgenoſſen und aller ſeiner Schüler! Soweit die in die Lücken nachrückenden Kollegen nicht abermals ausſchieden, bilden ſie zuſammen mit einem kleinenVorkriegsreſt den Grundſtock des heutigen Lehrkörpers. Auf weitere Verſchiebungen iſt nachher noch im Zuſammenhang mit 1933 einzugehen.

Die Tatſache, daß das Gymnaſium als Schultyp weiten Kreiſen trotz aller gegenteiligen Feſtſtellungen der Statiſtik als Standes ſchule und alsreaktionär galt, machte bereits einmal im Juni 1919 die Unter⸗ ſtützung einer vomReichsausſchuß zur Erhaltung des Gymnaſiums eingeleiteten Abwehr notwendig. Ferner drohte in den ohnehin aufge⸗ regten Jahren die Gefahr der Umwandlung in eine Reformanſtalt. Sie wurde indeſſen durch die tapfere Verteidigung beſchworen, die der Ober⸗ ſtudiendirektor Diehl organiſierte, dem auch die Gründung der Bens⸗ heimer Ortsgruppe derFreunde des humaniſtiſchen Gymnaſiums zu verdanken iſt.

Sodann nahm in dieſer Periode abermals eine Reform Auf⸗ merkſamkeit und Arbeitskraft in Anſpruch, abermals häuften ſich Sitzun⸗

43

2