auch in den Herzen und Köpfen eines Teiles der Schüler an Einfluß ge⸗ winnen ſah!
Jenen Strömungen zum Trotz den Geiſt der Ehrfurcht vor der Ver⸗ gangenheit gepflegt zu haben, darf gerade die deutſche Schule für ſich in Anſpruch nehmen.
Den„Verfaſſungsfeiern“(ſeit 1921) haftete von vorn⸗ herein etwas Kühles, Erzwungenes an; auch unliebſame Auseinander⸗ ſetzungen mit den Eltern blieben in den erſten Jahren nicht aus, wenn ſie glaubten, ihren Kindern die Teilnahme widerraten zu müſſen, und offenbarten die vorhandenen Spannungen.
Vor der Ehrung unſerer im Weltkrieg Gefallenen ſchwieg natürlich jeder peinliche Zwieſpalt. Am 5. November 1919 hatten wir uns zum erſten Mal zu einer Gedenkſtunde für die Amtsgenoſſen und Schüler in der Turnhalle vereinigt, die ihr höchſtes irdiſches Gut, ihr Leben, zum Opfer gebracht hatten. Wie überall regte ſich alsbald bei uns der Wunſch, den Toten durch Errichtung eines Denkmals wenigſtens einen Teil unſerer Dankesſchuld abzutragen. Eine eindrucksvolle Aufführung der „Braut von Meſſina“ im Oktober 1920, durch die hingebende Vorberei⸗ zung der Schüler und Schülerinnen der oberen Klaſſen ſowie durch die Unterſtützung hochgeſchätzter Kräfte des Landestheaters möglich gemacht und von der Preſſe als künſtleriſche Tat erſten Ranges gelobt, hatte zu⸗ gleich den realen Erfolg, daß ein Teil der für das Denkmal nötigen Mittel aufgebracht wurde; was noch fehlte, ſtifteten ehemalige Schüler und einige Freunde der Anſtalt. So konnte denn am 16. März 1921 im Anſchluß an einen Entlaſſungsakt die Bronzetafel im Schulhof in feier⸗ licher Weiſe enthüllt werden. Herrn Kunſtmaler und Bildhauer Arnold Friſche in Bensheim ſind wir noch heute dankbar dafür, daß er uns, die wir die Verwirklichung des Planes zuerſt nach einer anderen Rich⸗ tung hin geſucht hatten(Gedenkſtein im Schulgarten), in uneigennützig⸗ ſter Weiſe dieſen ſtimmungsvollen Entwurf vorgeſchlagen und ſeine Ausführung überwacht hat. Er ſtellt in der Tat, namentlich wenn man den Aufbau und die Gliederung der ganzen Anlage vor der Mitte der Turnhalle und dem alles überragenden Kirchberg als Hintergrund auf ſich wirken läßt, die beſte Löſung dar.
In ehernen Lettern kündet die Inſchrift als immerwährende Mah⸗ nung für alle künftigen Schülergenerationen, es jenen Gefallenen gleich⸗ zutun an Opferbereitſchaft und Treue gegen ihr Volk, die Namen derer, die vom Katheder oder der Schulbank weg dem Ruf des Vaterlandes gefolgt waren:*)
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