Jahrgang 
1936
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genannten Veranſtaltungen gehören zum eiſernen Beſtand der„Pro⸗ gramme“ und laſſen erkennen, wie jeder vaterländiſch bedeutende Anlaß der augenblicklichen Gegenwart und einer politiſch und kulturgeſchichtlich reichen Vergangenheit dazu benutzt worden iſt, um die Jugend auch außerhalb der eigentlichen Lehrſtunden mit dem Leben der Nation in Fühlung zu halten.

Anfangs vereinzelt, gegen Ende des Jahrhunderts häufiger wird die Forderung laut, durch Bereitſtellung entſprechender Anlagen und Einrichtungen die körperliche Ertüchtigung in höherem Maße zu pflegen als bisher nur durch gelegentliches Wandern und in den Formen des hergebrachten Turnbetriebes. Dankbar erwähnt der Jahresbericht von 1892 das Entgegenkommen des Grafen von Erbach⸗Schönberg, der den Schülern eine große Wieſe als Spielplatz überlaſſen hatte; nachher bleibt es aber wieder ſtill von ſolch taſtenden Verſuchen, und im Jahre 1914 heißt es, daß der freiwillige Spielmittag ſchon ſeit einiger Zeit auf⸗ gegeben werden mußte, weil infolge der zunehmenden Bautätigkeit kein geeignetes Gelände mehr in der Nähe zu finden war. So konnten die Anregungen des„Zentralausſchuſſes zur Förderung der Volks⸗ und Ju⸗ gendſpiele“ für die Geſamtheit— die Konviktszöglinge waren glück⸗ licher daran— einſtweilen nicht fruchtbar gemacht werden.*)

Erfreulicher entwickelte ſich dagegen ſeit 1912 die„Jung⸗ deutſchland“⸗Bewegung. Mancher ehemalige Schüler wird ſich noch daran erinnern, wie ſich unter der Oberleitung eines penſionierten Offiziers(Oberſt von Kalinowſki zu Bensheim) und unter Mitwirkung zweier Lehrer auch eine ſtattliche Schulgruppe bildete, und keiner ahnte damals, daß dieſer Bund ſchon 2 Jahre ſpäter die Grund⸗ und Rahmen⸗ organiſation abgeben würde für die nunmehr bitter ernſt und notwendig gewordene militäriſche Vorbereitung der Jugend.

Beſtand aber„Jungdeutſchland“ doch nicht lange genug, um ſich erfolgreich auszuwirken, ſo konnte ſich mit dem Ausbruch des Weltkrieges unmittelbar ſegensreich erweiſen die Ausbildung derer, die ſich als Pri⸗ maner ſchon von 1900 ab alljährlich für Lehrkurſe der Sanitäts⸗ kolonne vom Roten Kreuz zur Verfügung geſtellt und das entſprechende Zeugnis erworben hatten.

*) Es mag hier angemerkt werden, daß es dem Gymnaſiallehrer Arm⸗ bruſter 1881 nach wiederholten Eingaben vorübergehend gelungen war, die Anlage eines Schwimmbads für die Jugend durchzuſetzen und zwar an der früheren Ungerſchen Mühle im Schönberger Tal.

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